Regionalpark-Route Hohe Straße

Station „Lausbaum“ in Oberdorfelden wird nach Astbruch neu eröffnet

Strahlt Ruhe aus: Der neu gestaltete Erlebnispunkt „Lausbaum“ an der Hohen Straße in Oberdorfelden.
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Strahlt Ruhe aus: Der neu gestaltete Erlebnispunkt „Lausbaum“ an der Hohen Straße in Oberdorfelden.

Früher war am Lausbaum vermutlich die letzte Raststation der Kaufleute auf ihrer langen Reise von Leipzig nach Frankfurt am Main. Die Haare wurden dort gerichtet, die Kleider gekämmt und dann ging es los. Seit seiner Einweihung im Jahr 2005 zählt der Erlebnispunkt „Lausbaum“ in Schöneck-Oberdorfelden zu den Attraktionspunkten an der Regionalparkroute Hohe Straße.

Schöneck –Aufgrund des heißen Sommers im Jahr 2018 kam es wegen Trockenstress zu einem Grünastabbruch der 400-jährigen Eiche. Die Station und der anliegende Weg wurden gesperrt.

Nach einem baumpflegerischen Formschnitt und Verseilungen konnte die Benutzung des Weges wieder frei gegeben werden. Da sich aus Gründen der Verkehrssicherheit zukünftig niemand für längere Zeit im Kronenbereich aufhalten soll, wurde die Station neu gestaltet.

28 000 Euro für die Umgestaltung

Die Gemeinde Schöneck stellte eine fast 1200 Quadratmeter große Fläche südöstlich an die Station angrenzend zur Verfügung. Nicht nur Bäume wurden gepflanzt, sondern mit Unterstützung des Regionalparks neue Sitz- und Erholungselemente installiert. Liegen und Hängematten laden zur Rast ein.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 28 000 Euro. Zwei Drittel der Kosten trägt die Regionalpark Dachgesellschaft, unterstützt durch Finanzmittel der Fraport AG und des Landes Hessen. Das restliche Drittel wird durch den Verein Regionalpark Hohe Straße finanziert.

„Nach dem Astbruch machten wir uns riesige Sorgen um den Baum, denn er ist etwas ganz Besonderes in einer wunderschönen Umgebung, die der Naherholung dient“, sagt Schönecks Bürgermeisterin Conny Rück (SPD). Deshalb sei sie stolz mit Heiner Koch, Geschäftsführer des Vereins Hohe Straße, den Baum erhalten zu haben und ihn zukünftig durch einen Zaun zu schützen. Koch erklärt, dass der etwa 23 Meter hohe Lausbaum eine von zwölf Stationen ist. Mit dem Abbruch des Astes habe man auch Pilzbefall an der Eiche festgestellt. Der den Baum nun umgebende Zaun sei mit einer Hainbuchenhecke bepflanzt worden. Im inneren Bereich könnte laut Koch eine Blumenwiese als Schulprojekt entstehen. Auch Taufen könnten am Lausbaum stattfinden.

Attraktiver Verweilort

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler freut sich, dass das Naturdenkmal wieder sicher steht und einen schönen Anblick bietet. Der Regionalpark habe einen Verweilort geschaffen, der die Hohe Straße als attraktives Ziel aufwerte, um zu Wandern, zu Laufen, Rad zu fahren, die Landschaft blickmäßig zu erkunden und in ihr zu verweilen. „Landschafts-und Wirtschaftsaspekte sind hier zu erkennen, deshalb Chapeau für alle, die mitgewirkt, sich engagiert und Geld gegeben haben“, sagt Simmler.

Gerd Schmidt, Geschäftsführer der Regionalpark Dachgesellschaft unterstreicht, dass die Hohe Straße für die gesamte Region sehr wichtig ist. „Die Hohe Straße, ist ein schlichtes Erfolgserlebnis, was auch die Klickzahlen auf der Homepage spiegeln“, sagt er. Das Erfolgsprojekt sei in den vergangenen Jahren immer weitergewachsen und zu einem Markenbegriff in der Rhein-Main-Region geworden. Die Fraport habe trotz Corona-Krise Geld für das Projekt gegeben, was in die Gestaltung eingeflossen sei. Es sei nicht selbstverständlich, dass eine Kommune so schnell und unkompliziert handele, wie es in Schöneck der Fall gewesen sei.

Michael Göllner (SPD), Bürgermeister von Hammersbach und Sprecher der acht beteiligten Kommunen verweist auf die umgebende Kulturlandschaft mit Windrädern, landwirtschaftlich genutzten Feldern, Dörfern und Ausblicke bis in den Spessart. „Die Hohe Straße ist für mich ein Sinnbild dessen, dass wir in und mit der Landschaft leben, die Landschaft aber auch gestalterisch verändern“, sagt Göllner.

Hohe-Straße-Fest soll nach Möglichkeit stattfinden

Landschaftsprägende Elemente wie der Lausbaum berührten nicht nur das Herz, sondern hätten auch mit Respekt gegenüber der Natur zu tun. „Die Fraport hat für die Region sehr viel getan. Wir gehen mit den Geldern die wir als öffentliche Hand zur Verfügung stellen sehr gewissenhaft um“, sagt Göllner. Es mache den Regionalpark aus, dass man mit Bedacht etwas für die Menschen in der Region tue. Als Vorsitzender der Kommunen sprach er sich für die Weiterentwicklung der Stationen aus.

Bei sinkenden Inzidenzen habe er sich dafür entschieden, das Hohe Straße-Fest in diesem Jahr zu veranstalten. Bettina Mackiol, Landschaftsarchitektin des Regionalparks Rhein Main erklärt, dass vom Entree der Hohen Straße in Bergen bis zu deren Ende großer Zulauf besteht. „E-Biker und Spaziergänger nehmen die Route sehr gut an und haben sie besonders während der Krise intensiv genutzt, egal an welcher Stelle“, sagt sie.

(Von Georgia Lori)

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