Sprecher des Sportwagen-Herstellers lebt in Kilianstädten

Stimme von Maserati spricht aus Schöneck

Zieht die Blicke auf sich: Thomas Kern, Sprecher von Maserati Deutschland und Österreich, steigt am Platz der Republik in ein Modell der Edelmarke.
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Zieht die Blicke auf sich: Thomas Kern, Sprecher von Maserati Deutschland und Österreich, steigt am Platz der Republik in ein Modell der Edelmarke.

Beim Klang des Namens Maserati schlagen die Herzen von Sportwagenliebhabern höher. Die italienische Traditions-Automarke steht für Rennsport und Luxusautos. Wenn Thomas Kern wie beim Treffen mit unserer Zeitung mit einem blauen Maserati Ghibli durch Kilianstädten fährt, zieht er viele bewundernde Blicke auf sich. Der 54-Jährige ist Sprecher für Maserati Deutschland und Österreich – und das von Schöneck aus.

Schöneck – Seit dem ersten Lockdown arbeitet Kern im Homeoffice. Das bedeutet: Die Pressezentrale für Maserati Deutschland befindet sich momentan in einer Dachgeschosswohnung im Ortskern. Aus dem zweiten Stock hat der Journalist und PR-Fachmann einen tollen Blick über die roten Dächer von Kilianstädten, die Windräder an der Hohen Straße, und an klaren Tagen kann er am Horizont sogar die Skyline von Frankfurt sehen. „Diese Aussicht ist einer der Gründe, weshalb wir uns 2013 für diese Wohnung und damit für ein Leben in Schöneck entschieden haben“, erzählt Kern im Gespräch. Für ihn ist Kilianstädten „eine Perle im Altkreis Hanau“. Die Nähe zu Feld und Wald sagt dem Hundebesitzer besonders zu.

Homeoffice bedeutet Gewinn an Lebensqualität

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Kern in Bruchköbel. Die Verbindungen in seine Heimatstadt sind eng: Dort leben noch heute seine Eltern, sein 17-jähriger Sohn besucht das Lichtenberg-Oberstufengymnasium (LOG) und kickt für die SG Bruchköbel.

Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie ist Kern täglich nach Wiesbaden gependelt. Eine Strecke mit hoher Stauwahrscheinlichkeit, die er nicht vermisst. Die Umstellung aufs Homeoffice sei recht unproblematisch gewesen. „Die Internet-Verbindung ist gut, und telefonieren kann ich auch von zu Hause aus“, sagt er. Die großen Präsentationen, beispielsweise für neue Modelle, finden üblicherweise sowieso in Italien statt. In diesem Jahr wurden dann natürlich viele Termine online durchgeführt. Kern hat Gespräche mit Designern und Ingenieuren für die Journalisten organisiert – digital statt wie sonst analog. „Die Umstellung aufs Homeoffice ist unfallfrei verlaufen. Ich habe tatsächlich Lebensqualität gewonnen“, sagt Kern.

Zum Glück gehört zur Wohnung auch eine Garage. Denn natürlich bestellt Kern gelegentlich auch Wagen zu Präsentationszwecken nach Schöneck. Und ein besonders hochwertig ausgestattetes Modell kann leicht mehr als 100 000 Euro kosten. „Die Straße ist ziemlich eng, da ist es natürlich gut, wenn ich die Wagen unterstellen kann.“

„Maserati ist keine Neidmarke“

Bei unserem Treffen fahren wir mit einem Maserati Ghibli zum Platz der Republik, um den Wagen mit einem wiedererkennbaren Schöneck-Hintergrund abzulichten. Beim Fotoshooting ruft eine Passantin: „So ein toller Wagen!“ Thomas Kern lächelt. Spontane Begeisterung erfährt er häufiger. „Maserati ist keine Neidmarke. Dafür ist sie viel zu selten und zu stilvoll“, erzählt er.

Etwa 10 000 Maserati-Fahrer dürfte es in Deutschland geben, schätzt er. Die Marke spiegle Italien im besten Sinne wider. Er vergleicht sie mit einem italienischen Maßanzug. „Auch ein Anzug von der Stange kann toll sein, doch wenn man die Wahl hat, ist man schnell bei einer italienischen Marke angelangt“, sagt er. Für Maserati zu arbeiten, ist ihm eine Freude. Kern persönlich gefallen die vielen kleinen Features, die sich die Designer in Modena ausdenken. So ist das Emblem von Maserati, ein Dreizack, in die Kopfstützen eingenäht. Er könne sich wie viele Menschen für Luxussportwagen begeistern – eine Leidenschaft, die er mit seinem Sohn teilt. Genauso wie die für Fußball. Als junger Mann spielte er selbst aktiv in Bruchköbel und Mittelbuchen.

Karrierebeginn als Sportreporter

Der 54-Jährige hat seine Laufbahn auf der anderen Seite des Schreibtischs begonnen: als Sportreporter. Seine ersten Erfahrungen sammelte er bei der „Gelnhäuser Neuen Zeitung“. Es folgten Praktika bei Radio FFH und „Bild“ Frankfurt. Schließlich ergatterte er ein begehrtes Volontariat an der Axel-Springer-Journalistenschule in Hamburg. Seine weiteren Stationen führten über Hamburg, Berlin und London als Sportchef der „Bild-Zeitung“ nach Nürnberg und später als Korrespondent Südwest zur „Sport Bild“ Frankfurt nach Neu-Isenburg. „Ich habe über zahlreiche Bundesliga-Clubs berichtet, aber mein Herz schlägt für die Eintracht“, erzählt er.

Nach vielen Jahren in der Sportberichterstattung wechselte Kern ins PR-Fach. „Früher habe ich Fragen vor dem Schreibtisch gestellt, heute versuche ich, sie dahinter zu beantworten“, sagt er. Zunächst machte er Pressearbeit für die Fiat-Gruppe, seit 2011 ist Kern die Stimme für Maserati Deutschland und Österreich.

Für sein Alltagsgeschäft setzt der PR-Experte auf direkte Gespräche. „Im Regelfall telefoniere ich mit den Journalisten“, sagt er. In der Corona-Zeit hat er beispielsweise „Meet the Expert“-Termine organisiert, die online stattfinden konnten. Wichtige Präsentationen wie die des neuen Super-Sportwagen MC20 seien allerdings verschoben worden.

Steuert die Marke Maserati sicher durch die Corona-Zeit: Thomas Kern arbeitet aktuell fast ausschließlich im Homeoffice in Kilianstädten.

„Mittlerweile berichten auch viele Blogger und Influencer von den Neuvorstellungen. Die sind natürlich sehr aufs Visuelle fixiert“, erklärt Kern. Das sei aufwändiger in der Vorbereitung, belebe aber das Geschäft.

Mittlerweile finden Testfahrten wieder statt. Das sei wichtig, denn ein Maserati sei zwar alltagstauglich, aber nicht alltäglich. „Da muss man drin sitzen und spüren wie er sich anfühlt, anhört und abgeht“, so der PR-Mann. „Wenn ein potenzieller Kunde eine Testfahrt im Maserati macht, will er da unabhängig vom jeweiligen Modell nur schwerlich wieder raus . . .“

(Mirjam Fritzsche)

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