Wasserverbrauch steigt

Wegen Trockenheit und Homeoffice: Trinkwasser wird härter - Klare Ansage an Poolbesitzer

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Blick in die Kammer eines Hochbehälters: Hier wird das Trinkwasser gemischt. Die Kreiswerke Main-Kinzig stellen das Netz im Bereich Schöneck und Niederdorfelden um. Grund ist die Trockenheit der vergangenen Jahre.

Von „mittel“ zu „hart“: Das Trinkwasser im Bereich Schöneck und Niederdorfelden bekommt ein neues Mischverhältnis und damit einen anderen Wasserhärtegrad.

Das teilen die Kreiswerke Main-Kinzig mit. Grund sind die Mehrverbräuche im Frühjahr wegen Trockenheit und vielen Menschen im Homeoffice. Die Umstellung soll jedoch nicht dauerhaft sein.

Trockener Sommer bedeutet weniger Grundwasser

Die aktuellen Wetterprognosen wiesen auf einen weiteren trockenen Sommer hin. Nach 2018 und 2019 könnte die dritte sommerliche Trockenperiode in Folge bevorstehen. Der vergangene Winter hatte zu einer leichten Grundwasserneubildung geführt, die jedoch lokal sehr unterschiedlich ausgeprägt war. Die Niederschlagsdefizite der beiden vorangegangen Jahre konnten dadurch jedoch nicht ausgeglichen werden, informieren die Kreiswerke Main-Kinzig in einer Mitteilung.

Bereits jetzt zeichneten sich Lastspitzen ab, die darauf hinweisen, dass man sich auf einen signifikanten Mehrverbrauch in den Sommermonaten vorbereiten müsse. Die Kreiswerke Main-Kinzig haben dazu notwendige Vorkehrungen getroffen. Ab der ersten Junihälfte stellt der Versorger sein Trinkwassernetz entsprechend um. 

Corona-Krise führt zu höherem Wasserverbrauch

In den Monaten April und Mai 2020 hatte das Versorgungsunternehmen an trockenen Tagen bereits Spitzenverbräuche an Trinkwasser von bis zu plus 40 Prozent des üblichen Tagesverbrauchs verzeichnet. „Dies sind Werte, die sonst nur während sommerlicher Hitzeperioden auftreten“, erklärt Björn Schmidt, Technische Führungskraft Wasser bei den Kreiswerken Main-Kinzig.

In Summe erfasste das Unternehmen für den April 2020 einen absoluten Mehrverbrauch von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch wenn die Abnahmemengen in den Haushalten im Umland durch die vielen Menschen zu Hause, etwa durch das Arbeiten im Homeoffice, angestiegen sind, so sei das System noch beherrschbar, erläutert der Regionalversorger.

Kreiswerke bereiten sich auf warmen Sommer vor

Die kontinuierliche Stärkung der Systeme sei jedoch eine Aufgabe, für die die Kreiswerke auch in den nächsten Jahren weitere Investitionen geplant haben. Die Kreiswerke haben für den Sommer vorgesorgt, um die Kapazitäten für alle Kommunen in ihrem Verbundnetz zu sichern. So würden die Fördermengen von Brunnen im Rahmen der Möglichkeiten und in Abhängigkeit der lokalen Grundwasserstände erhöht. Diese Maßnahmen führen allerdings lokal zu Veränderungen der Mischverhältnisse.

Konkret sei auch im Bereich Niederdorfelden und Schöneck eine Netzumstellung geplant, von der die Ortschaften Nieder- und Oberdorfelden, Kilianstädten sowie Büdesheim direkt betroffen sind. Hier komme es aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung der Rohwässer und der gegebenen Netzstruktur zu einer Veränderung der Wasserhärte. Zurzeit weist das Trinkwasser in diesen Gebieten den Härtebereich „mittel“ auf. Für die Dauer der ab dieser Woche geplanten Umstellung werde das Trinkwasser dem Härtebereich „hart“ zuzuordnen sein. Die Umstellung sei nicht dauerhaft geplant, sondern nur solange es die Versorgungssituation über den Sommer hinweg erfordere.

Je nach Lage: Trinkwasser kann wieder weicher werden

„Sobald die Verbrauchs- und die Wetterlage es zulassen, machen wir die Netzumstellung wieder rückgängig“, verspricht Björn Schmidt. Vorerst gehe er davon aus, dass dies gegen Ende Juli 2020 möglich sei. Die Fachkraft versichert, dass sich das Trinkwasser „nach wie vor durch eine einwandfreie Qualität entsprechend der geltenden Trinkwasserverordnung auszeichnet und weiterhin regelmäßig nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes überwacht wird“.

Da die Versorgung des Ortsteils Büdesheim für die Dauer der Umstellung über den Hochbehälter Kilianstädten sichergestellt wird, kann es in Büdesheim zu einem etwas geringeren Ortsnetzdruck kommen. Dieser wird sich vom Üblichen aber nicht signifikant unterscheiden und tolerierbar sein. Nach wie vor wird der Ortsnetzdruck in Büdesheim auch in höheren Straßenzügen ausreichen.

Appell an Poolbesitzer

Einen dringenden Appell richten die Verantwortlichen abschließend an die Bürger: Die wachsende Zahl von automatischen Anlagen zur Gartenbewässerung sowie die registrierte zunehmende Trinkwasserabgabe zum Befüllen privater Pools sei gerade dann zu überdenken, wenn die gesamte Versorgung an heißen Tagen einem Stresstest unterzogen werde, so die Mahnung. fmi

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