Unterschriften für mehr Parkplätze

Blockierte Hofeinfahrten, genervte Autofahrer und Kunden: Einzelhändler in Kilianstädten beklagen Situation in ihrem Viertel

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Das Bäckerehepaar Jeannette und Peter Schmidt aus Kilianstädten setzt sich für mehr Parkmöglichkeiten auf der Frankfurter Straße/Ecke Raiffeisenstraße ein.

„Unsere Kunden wissen manchmal gar nicht, wo sie ihr Auto lassen sollen“, sagt Jeannette Schmidt. Die Inhaberin der Bäckerei Schmidt sowie ihr Mann Peter stehen stellvertretend für weitere Geschäftsinhaber, die die Situation beklagen. Schmidt ist genervt von der Parkplatzsituation im Viertel.

Besonders schlimm sei es zu Stoßzeiten, weil die wenigen Plätze um die Bäckerei herum auch von Langzeitparkern belegt würden, obwohl sie in einer Kurzparkerzone lägen. „Wenn ich die Fahrzeughalter dann darauf hinweise, stoße ich selten auf Verständnis“, beklagt sie. 

Andererseits kann sie das Verhalten sogar ein bisschen nachvollziehen. Denn im Laufe der Zeit sind in diesem Karree immer wieder Parkplätze weggefallen. „Schauen Sie sich doch mal die Frankfurter Straße an. Die Anwohner zur Rechten und zur Linken müssen ihre Autos auch dort abstellen. Der oberhalb verlaufende Niederbergring ist viel zu eng, als dass man dort parken könnte. Mit der Baumbepflanzung der Frankfurter Straße vor einigen Jahren fielen aber einige Parkplätze weg.“ 

Auch der Neubau neben der Apotheke habe zwei Parkplätze „gekostet“, die wie die auf der Frankfurter nie durch neue ersetzt worden seien. Schmidt und die anderen Geschäftsinhaber fühlen sich von der Gemeinde im Stich gelassen. 

Letztes Gespräch mit Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) handelte von privaten Ordnungsdiensten

In Stoßzeiten stehen die Autos Stange an Stange – selbst über die eingezeichneten Bereiche hinweg.

Ein Gespräch mit Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) habe es im Dezember zwar gegeben, aber das hätte sich mehr um den privaten Ordnungsdienst gedreht, der zum damaligen Zeitpunkt gerichtlich verboten worden war. Seitdem schaue kein Ordnungshüter mehr nach dem Rechten; und so würde auch in Kurzparkzonen länger geparkt oder sogar ihre Hofeinfahrt blockiert. „Wir waren drei Geschäftsinhaber, die die Bürgermeisterin um eine Lösung baten. Aber es gab irgendwie kein Entgegenkommen“, bedauert Schmidt. 

Die Geschäfte seien jetzt entschlossen, die Bürger Kilianstädtens zu mobilisieren, und zwar mit einer Unterschriftenaktion. „Wir wollen Aufmerksamkeit erregen. Es gibt ohnehin nur noch wenige Einzelhändler. Warum macht man uns das Leben schwerer, als es ohnehin schon ist?“, klagt Schmidt. Beim Ordnungsamt in der Herrnhofstraße zeigt man sich erstaunt über diesen Unmut. „Die Kurzparkerzone wurde auf Betreiben der Geschäftsleute ins Leben gerufen“, sagt Mathias Laufer, Fachbereichsleiter Bürgerservice/Ordnungswesen. 

Erfolg der Unterschriftenaktion bleibt abzuwarten

Demnächst solle auch wieder ein Ordnungshüter „Streife laufen“, sodass die Problematik des widerrechtlichen Langzeitparkens in Kurzparkzonen dann gelöst sein dürfe. Mit dem anstehenden Zuzug der Bücherstube in die Raiffeisenstraße würden direkt vor dem Geschäft die zwei bereits existierenden Parkplätze als Kurzparkzonen ausgewiesen werden. Dies sei bereits beschlossen worden. Die Parkplatzsituation für Kunden der Apotheke beziehungsweise der Patienten des Ärztehauses würde sich auch im Frühsommer damit lösen, dass die Apotheke und das Ärztehaus in die Uferstraße auf das Areal zwischen Discounter und Getränkemarkt ziehen würden. 

„Mit der Begrünung der Frankfurter Straße selber hatten wir im Ordnungsamt damals nichts zu tun“, fährt Laufer fort. Dies sei Sache des Bauamtes und der Gemeindevertretung. „Aber in der Regel werden die Anwohner bei derartigen Projekten einbezogen“, ergänzt er. Zu Schmidts Vorschlag, die Parksituation in der Raiffeisenstraße dadurch zu verbessern, dass nur auf einer Seite geparkt werden dürfe und so weitere Parkflächen entstünden, entgegnet Laufer: „Das sind gewachsene Strukturen. Aber auch damals wurden die Anwohner gefragt. Und die wollten neben den Bodenschwellen auch die versetzten Parkmöglichkeiten.“ Bleibt abzuwarten, ob die Unterschriftenaktion der Bäckerei Schmidt von Erfolg gekrönt ist und wie die Gemeinde darauf reagieren wird.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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