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Vier Sternsinger aus Schöneck beim Empfang von Bundeskanzler Olaf Scholz

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Kanzler und Könige: Die Schönecker Sternsinger Ilaria (15, von links) , Clarissa (10), Emilie (15) und Lea (15) sowie Begleiterin Christine Blum vertraten das Bistum Fulda beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzler Olaf Scholz (Mitte). Pfarrer Dirk Bingener (rechts), Präsident des Kindermissionswerks Die Sternsinger, und Domvikar Stefan Ottersbach, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, begleiteten das Treffen.
Kanzler und Könige: Die Schönecker Sternsinger Ilaria (15, von links), Clarissa (10), Emilie (15) und Lea (15) sowie Begleiterin Christine Blum vertraten am Donnerstag das Bistum Fulda beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzler Olaf Scholz (Mitte). Pfarrer Dirk Bingener (rechts), Präsident des Kindermissionswerks Die Sternsinger, und Domvikar Stefan Ottersbach, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, begleiteten das Treffen. © Ralf Adloff/ Kindermissionswerk

Kontakt mit mächtigen und einflussreichen Personen zu haben, gehört zum Amt eines Bundeskanzlers. Aber gleich 108 Königinnen und Könige im Kanzleramt willkommen zu heißen, war am Donnerstagnachmittag auch für Olaf Scholz (SPD) eine Premiere. Anlass dazu war der diesjährige Sternsinger-Empfang.

Schöneck – Jeweils vier Sternsinger aus allen 27 deutschen Bistümern vertraten in Berlin die engagierten Mädchen und Jungen, die sich bundesweit an der 65. Aktion Dreikönigssingen beteiligen. Unter ihnen waren auch Clarissa (10), Lea, Ilaria und Emilie (alle 15) aus der katholischen Pfarrgemeinde Christkönig in Schöneck und der evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden sowie ihre Begleiterin Christine Blum. Mit in der Hauptstadt dabei als zweite Begleiterin war Mutter Sabine Dahmer-Mühlebach.

Das Quartett aus Schöneck überbrachte gemeinsam mit allen anderen Sternsingern aus ganz Deutschland den traditionellen Segen „20 * C + M + B + 23 - Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus im Jahr 2023“ ins Bundeskanzleramt. Die Anreise mit dem Zug sei normal verlaufen, die Zimmer und das Essen in der Jugendherberge benoten die Mädchen mit gut. Am Mittwochabend standen das Singen der Lieder, die Ablaufprobe für den Empfang („die Stellprobe mit einem Kanzlerdarsteller war lustig“) und die Vorstellungsrunde auf dem Programm.

Großes Lob für die Sternsinger gab es von Komponistin Daniela Dicker vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ in Aachen. Alle hatten sich perfekt auf den Empfang vorbereitet. Die Liedvorträge klappten auf Anhieb.

Stellprobe und Durchsingen für den großen Tag

Anschließend informierte Christine Blum die anderen Sternsinger und Begleiter aus ganz Deutschland kurz über ihre Heimatgemeinde Schöneck im Main-Kinzig-Kreis und das Bistum Fulda, das auf die Klostergründung durch den Heiligen Bonifatius und dessen Schüler Sturmius, erster Abt des Klosters, im Jahr 744 zurückgeht. „Danach stand zum Abschluss das Abendgebet an. Es war sehr stimmungsvoll, der Raum wurde von zwei Laternen und Kerzen erhellt“, berichtet Lea.

„Nach dem Frühstück, Morgengebet und dem Räumen der Zimmer gab es verschiedene Workshops mit Informationen zu Indonesien, aber auch mit Bastel- und Tanzangeboten“, ergänzt Clarissa. Danach wurden die Sternsinger und ihr erster Begleiter in Polizeibussen mit Blaulicht zum Kanzleramt gefahren. Dort mussten alle erst die Sicherheitskontrolle passieren, ihre Taschen in einem Raum deponieren und dann ging"s zum Mittagessen in die Kantine. „Das Essen war gut, der Birnensaft abartig“, urteilt Ilaria. Der Stellprobe auf der Nordtreppe folgte die Aufstellung in alphabetischer Reihenfolge der Bistümer vor der Südtreppe. Der Empfang hatte sich um eine Stunde nach hinten verschoben, da Olaf Scholz zuvor in Rom an der Trauerfeier für den ehemaligen Papst Benedikt XVI. teilgenommen hatte.

Gruppenbild mit Kanzler Scholz

Umso mehr lobte der Bundeskanzler die Sternsinger und ihr Engagement für den Schutz von Kindern und wünschte ihnen, „dass ihr viele Menschen findet, die für euren guten Zweck spenden“. Nach der Entgegennahme der Spende des Kanzlers und dem Anbringen des Segens im Kanzleramt wurden erneut Gruppenbilder mit Gastgeber Scholz gemacht. „Es ging alles so schnell. Kaum ging es los, war es auch schon wieder vorbei“, sagt die zehnjährige Clarissa. Die Jüngste war abends noch ganz aufgeregt.

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen ins Bundeskanzleramt. Nur zum Jahresbeginn 2021 war der Empfang im großen Format wegen der Corona-Schutzbestimmungen ausgefallen.

Während die Sternsinger und Christine Blum im Kanzleramt waren, nahm die zweite Betreuerin Sabine Dahmer-Mühlebach an einer Führung mit einer Politologin durch den Reichstag teil. „Das war interessant, aber es wäre schöner gewesen, wenn unsere Gruppe in einem Nebenraum den Empfang auf Bildschirmen hätte verfolgen können. Wir waren mindestens so aufgeregt wie die Sternsinger.“ Von ihren Familien und Freunden haben die Mädchen erfahren, dass sie in der Hessenschau und in Übertragungen anderer Sender zu sehen waren. Jetzt sind alle gespannt auf die Aufnahmen.

Vier Sternsingergruppen in Schöneck unterwegs

Die bundesweite Eröffnung der Sternsingeraktion 2023 fand am 30. Dezember im Bistum Limburg, in Frankfurt statt. Am Dreikönigstag am 6. Januar erfolgte die Aussendung der Diözese durch den Bischof im Fuldaer Dom. In Schöneck sind vier Sternsingergruppen unterwegs. Mit dabei sind Lea als Balthasar, Ilaria als Sternträger, Clarissa als Melchior und Emilie als Caspar.

Die Mädchen freuen sich nach ihrem aufregenden Berlin-Trip auf das Sammeln der Spenden, das Singen der Lieder und Anbringen des Segens über den Türen. „Für uns ist das nach mehreren Jahren schon Routine. Aufgeregt sind meist die Bürger, denen wir den Segen überbringen“, berichtet Emilie. (Von Christine Fauerbach)

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