KVG-Vertreter im Bauausschuss

Vorschläge zu alternativer Linienführung in Büdesheim sind kaum umsetzbar

Die Haltestelle Südliche Hauptstraße in Büdesheim wird von der Buslinie MKK-32 angefahren. Die Umlegung der Linie in die Friedrichstraße hält die Kreisverkehrsgesellschaft für problematisch.
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Die Haltestelle Südliche Hauptstraße in Büdesheim wird von der Buslinie MKK-32 angefahren. Die Umlegung der Linie in die Friedrichstraße hält die Kreisverkehrsgesellschaft für problematisch.

Lange hat der Antrag der Grünen auf Optimierung der Linienführung von Bus und Bahnen in und um Schöneck auf Bearbeitung in den Gemeindegremien warten müssen. Aber als er vergangenes Jahr von den Grünen eingebracht wurde, begannen die Lockdowns durch die Corona-Krise. So hatten zumindest die Kreisverkehrsbetriebe des Main-Kinzig-Kreises (KVG) genug Zeit, sich auf die Sitzung des Bauausschusses im Bürgertreff Kilianstädten vorzubereiten.

Schöneck – Die Grünen wollten mit ihrem Antrag die Linienführung der Buslinien MKK-31 und MKK-32, deren Vertaktung mit der Niddertalbahn, besser bekannt als Stockheimer Lieschen, und dem Mittelhessenexpress sowie die Überdachungen von Haltestellen überprüfen lassen. Dabei sollte insbesondere geprüft werden, ob durch Vermeidung von Umwegen die Fahrzeiten der Busse reduziert werden oder durch Verlegung der Haltestellen die Gehzeiten möglichst vieler Fahrgäste verkürzt werden können.

Nicht alles Wünschenswerte ist machbar

Die Grünen hatten in ihrem Antrag mögliche Alternativen angesprochen, wie die Änderung der Buslinienführung von der Südlichen Hauptstraße in die Friedrichstraße, der zusätzlichen Einrichtung einer Bushaltestelle Bahnhofstraße unterhalb des Bahnhofs in Büdesheim oder der besseren Vertaktung der Buslinien mit den Bahnlinien. „Das sind alles sehr schöne Vorschläge, doch lässt sich kaum einer davon kurz- oder mittelfristig umsetzen“, versucht Rüdiger Krenkel, Mitarbeiter der KVG, die Grünen nicht ganz mutlos zu machen. Eigentlich wollte er seinen Vortrag zum besseren Verständnis auch mit Fotos, Statistiken und Plänen untermauern, doch weil so viel von Technik die Rede war, versagte in diesem Augenblick die Video-Technik im Bürgertreff.

In ihren Vorträgen machen Krenkel und sein Kollege Roberto Kappen klar, warum nicht alles Wünschenswerte auch machbar ist. So seien viele Bushaltestellen-Überdachungen inzwischen schon erfolgt. Eine Verlängerung der Buslinien aus Frankfurt bis Niederdorfelden oder sogar Schöneck sei von den Frankfurter Verkehrsbetrieben inzwischen wieder abgesagt worden. Eine bessere Vertaktung zwischen den Buslinien und den Bahnverbindungen Niddertalbahn und Mittelhessen-Express in Nidderau-Heldenbergen sei nicht möglich, weil mittlerweile an fast allen Bahnlinien gebaut würde und es deshalb immer wieder zu Verspätungen der Züge käme. „Hier ist erst eine Besserung zu erwarten, wenn alle Gleisarbeiten abschlossen sind“, sagt Krenkel. Für die Niddertalbahn sollen die Umbauarbeiten erst im Jahr 2028 abgeschlossen sein. Ein Zeitplan, den der Diplom-Ingenieur für sehr ambitioniert hält.

Durchfahrt durch Friedrichstraße ist problematisch

Und auch die von den Grünen in Erwägung gezogene Umlegung der Buslinien MKK 31 und MKK 32 im Bereich Büdesheim halten die beiden Experten der KVG nicht für zielführend. „Wenn die Linie MKK 32 erst ab Oberdorfelden oder Niederdorfelden nach Hanau fährt, dann verlängert sich die Fahrzeit der Line 31 um zehn Minuten“, so Kappen. Vor allem die Durchfahrt durch die Friedrichstraße sieht er als problematisch an. „Die Busse sind bis zu 18 Meter lang. Dadurch, dass neue Haltestellen behindertengerecht errichtet werden müssen, benötigen sie mindestens 40 Meter Platz für An- und Abfahrt. Dieser Raum geht den Anwohnern an Parkplätzen verloren und wird deshalb viel Protest hervorrufen“.

Übrig bleibt am Ende nur der Wunsch der Grünen, Wegweiser an Bahnhöfen zur nächstgelegenen Bushaltestelle errichten zu lassen, ein Wunsch, der, wie der Ausschussvorsitzende Markus Mühlebach (CDU) mitteilt, von der Verwaltung mittlerweile schon umgesetzt wird.

Gefahrenstelle am Bahnhof Niederdorfelden: Schüler queren Gleise

Schließlich meldet sich dann aber doch noch ein Schüler aus dem Zuhörerraum im Bürgertreff Kilianstädten zu Wort. Er bittet um schnelle Maßnahmen im Raum Bahnhof Niederdorfelden. „Weil die Busse oftmals zu spät kommen, rennen die Schüler über die Gleise zu den abfahrbereiten Zügen. Das ist lebensgefährlich“, so der Schüler. Da versprechen die Vertreter der KVG schnelle Besserung.

Vertagt wird anschließend der Antrag der CDU auf Erstellung eines Verkehrskonzeptes für die Büdesheimer Straße/Uferstraße in Kilianstädten, weil noch nicht klar ist, wer am Ende die Kosten für die Maßnahmen wie Fußgängerüberweg oder Fahrradwege tragen soll – die Kommune, der Kreis oder Hessen Mobil.

Aufgehoben werden schließlich noch die beiden Sperrvermerke für die Erneuerung der Zaunanlage am Friedhof Oberdorfelden und für den Ersatz des Holmengeländers entlang der Nidder ebenfalls in Oberdorfelden. Beide Maßnahmen sind zwischenzeitlich bereits von der Gemeindeverwaltung erledigt worden.

(Jürgen W. Niehoff)

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