Neue Stelle im Rathaus

Wirtschaftsförderer baut in Schöneck Brücken zwischen Verwaltung und Wirtschaft

Ansprechpartner für Unternehmen und ein großer Fan von Events: Wirtschaftsförderer Timo Simon hat viele Ideen für die Gemeinde.
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Ansprechpartner für Unternehmen und ein großer Fan von Events: Wirtschaftsförderer Timo Simon hat viele Ideen für die Gemeinde.

Als eine „Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Verwaltung, die bestenfalls unbürokratische Hilfe anbietet“, umreißt Timo Simon seinen neuen Tätigkeitsbereich bei der Gemeinde Schöneck. Den Posten als Wirtschaftsförderer hat der 37-Jährige erst vor wenigen Monaten angetreten. „Zuvor gab es diese Stelle gar nicht, da waren die Aufgaben Wirtschaftsförderung und Standortmarketing auf mehreren Schultern verteilt“, erzählt er. Das bedeutete jedoch auch, dass diese Themen häufig eher nebenher bearbeitet werden mussten. Mit der neuen Stelle hat die Gemeinde diesem Aufgabengebiet zum Anfang des Jahres nun auch ein eigenes Gesicht gegeben.

Schöneck – „Ich bin Ansprechpartner für Unternehmen“, sagt der 37-jährige Vollbartträger, und beginnt in seinem kleinen Büro im zweiten Stockwerk des Rathauses mit einer ausführlicheren Beschreibung seiner Arbeit. „Als solcher bin ich verantwortlich für die Neuansiedlung von Unternehmen, kümmere ich mich ums Netzwerken und Kontaktvermittlung, helfe bei der Suche nach Gewerbeflächen und überlege mir Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Standorts“, zählt er auf. Nicht zuletzt fällt auch noch die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde in seinen Bereich.

Fußballfan und Familienmensch

Woher er das nötige Wissen für die neue Aufgabe nimmt, zeigt ein Blick in seine Biografie. Aufgewachsen im beschaulichen Hahnheim bei Mainz absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Eine „sehr staubige Angelegenheit“, gibt er selbst mit einem kleinen Grinsen zu. Anschließend holte er auf der Abendschule sein Abitur nach, um fortan in Darmstadt Betriebswirtschaftslehre zu studieren.

Er sei schon immer „sportbegeistert“ gewesen, habe seit der Kindheit Fußball gespielt, als Jugendlicher sogar in der Verbandsliga. „Mich kann man eigentlich mit jeder Ballsportart, die Wettweberbcharakter hat, locken“, sagt er. Diese Liebe zum Sport hat letztlich auch dazu beigetragen, dass er in Heidelberg noch ein Master-Studium in Sportmanagement absolvierte.

Dadurch legte er auch den Grundstein für seine gegenwärtige Tätigkeit. Denn Praktika beim Fußballverein 1. FC Eschborn und dem Eishockey-Team Löwen Frankfurt gaben ihm wichtige Einblicke in die „Bereiche Sponsoring und Akquise“, erinnert er sich. Die Parallele zu seiner Aufgabe als Wirtschaftsförderer? „Man sitzt mit Entscheidern zusammen und kann gemeinsam etwas auf die Beine stellen.“

Pandemie bremst Projekte

Allerdings ist es angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens gar nicht so einfach, im Bereich der Wirtschaftsförderung gemeinsam Projekte zu forcieren. Einen Teil seiner bisherigen Zeit hat Simon daher bislang auch damit verbracht, Menschen kennenzulernen und Netzwerke zu knüpfen.

Angefangen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Wirtschaftsförderung des Main-Kinzig-Kreises über die lokale Gastronomie bis hin zum Einzelhandel. Schließlich sei es sowohl für ihn als auch für die Unternehmen zentral, „zu wissen, an welchen Stellen man Hilfe bekommen kann.“

Viele Ideen fürs Netzwerken

Hilfe kann derzeit auch die Gastronomie gebrauchen. Um die Umsätze trotz Lockdowns und Kontaktbeschränkung ein wenig anzukurbeln, hat Simon die Idee entwickelt, an den Ortsein- und ausgängen Schilder zu installieren, auf denen für sämtliche Lokalitäten geworben wird. Auch den „Schönecker Dialog“, das Netzwerktreffen der lokalen Wirtschaft, möchte er fortführen, „aber natürlich erst, wenn die Lage es hergibt und Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind.“ Dann auch sollte das 50-jährige Jubiläum der Gemeinde gebührend nachgeholt werden, vorstellbar sei etwa ein „buntes Musikprogramm.“

Was er darüber hinaus noch anpacken will? „Ich bin einfach ein großer Fan von Events und würde zum Beispiel auch gerne mal ein Firmen-Turnier veranstalten“, antwortet er, ohne lange überlegen zu müssen. Für Simon, der mit seiner Lebensgefährtin in Frankfurt wohnt und sich als „einen absoluten Familienmenschen“ bezeichnet, gilt dabei stets eine Prämisse: „Mir ist wichtig, so viele wie möglich ins Boot zu holen – ob Vereine, Bürgerinnen und Bürger oder die Wirtschaft.“

(Joel Schmidt )

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