Main-Kinzig-Kreis

Der Silvestertreff "Dicke Tanne" wurde vor 45 Jahren gegründet

Es ist angerichtet: Siegbert Hanselmann und Thomas Röll bereiten das große Lagerfeuer auf der Waldlichtung vor. Foto: Becker

Freigericht/Rodenbach. Das Wetter ist Nebensache: Am Dienstag werden wieder Hunderte Wanderer aus Richtung Buchberg in Langenselbold, Barbarossaquelle in Oberrodenbach, Hof Trages oder Dreschplatz in Somborn in den Wald wandern. Alle haben am Silvestertag ein gemeinsames Ziel: die „Dicke Tanne“.

Von Thorsten Becker„Obwohl es immer wieder Scharen von Besuchern sind, setzen wir darauf, dass es eine gemütliche Veranstaltung für alle wird“, betont Marion Lofink, die Vorsitzende der Freigerichter Ortsgruppe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und erinnert an den Ursprung.

„Unsere Gruppe ist 1973 gegründet worden. Bereits 1974 haben sich einige Mitglieder zu Silvester getroffen – es gab Feuerzangenbowle. Aus dieser Keimzelle ist inzwischen eine Großveranstaltung für Naturliebhaber geworden.“ Selbst nach dem verheerenden Brand, bei dem das Vereinsheim 2016 abbrannte, fand der Treff statt.

Start um 10 Uhr

Am Dienstag, 31. Dezember, geht es ab 10 Uhr los. Mit einem knisternden Lagerfeuer, Grillwürstchen, belegten Brötchen, Glühwein, Kinderpunsch oder anderen alkoholfreien Getränken. Bis zur Dämmerung herrscht an der großen Wegekreuzung ein Kommen und Gehen. Tradition ist der Mistelzweig, unter dem zum Jahrewechsel geküsst und gewünscht werden darf.

Besonders gefragt sind die Spezialitäten der SDW. „Wir haben wieder unseren Elfentrunk, einen Haselnusslikör mit Sahnehaube, und das Waldgeheimnis im Ausschank“, sagt Lofink. Auch die „Silvesterchen“, kleine Hefe-Zimt-Teilchen, werden gereicht.

Damit das alles gut über die Bühne geht, sind 45 Frauen und Männer bereits von den Morgenstunden an im Einsatz. Besonders freut sich der SDW-Vorstand über die Unterstützung durch den Vogelschutzverein Erlensee.

Damit es nicht so viel Andrang gibt, haben sich Vorstand und Helfer dazu entschlossen, die Stände mit den Angeboten etwas zu entzerren. „Wir bieten in diesem Jahr erstmals eine zweite Grillstation vor der kleinen Schutzhütte an.“ Damit der Glühwein genau richtig temperiert ist, wird eine Gulaschkanone zur Getränkestation umfunktioniert.

Kein Verzicht auf Komfort

Auf ein bisschen Komfort muss nicht verzichtet werden: Sitzgelegenheiten gibt es rund um das Vereinsheim auch im gemütlichen „Silvester“-Zelt. Zudem hat die SDW nagelneue, rustikale Bänke, die erstmals eingesetzt werden.„Es ist ein Familienfest. Und bei uns steht die Natur im Mittelpunkt. Das ist uns ganz wichtig“, betont Lofink und verweist auf den urigen Abenteuerspielplatz für Kinder.

Nichts zu suchen haben an diesem Tag Böller und Raketen. „Silvesterfeuerwerk ist bei uns verboten, denn die Tiere im Wald und die Hunde der Besucher haben Angst davor“, sagt die SDW-Vorsitzende. So geht mit Einbruch der Dunkelheit das schöne bunte Treiben zu Ende, denn dann haben die Waldtiere wieder die Hoheit über ihren Lebensraum.

Die Erlös des Silvestertreffs fließt in diesem Jahr in ein Naturschutzprojekt vor Ort. So haben die Mitglieder beschlossen, sich 2020 ganz konkret durch das Anpflanzen von Bäumen in größerem Stil zu engagieren und sich der Initiative „Wir wollen Wald“ angeschlossen.

"Wir werden im neuen Jahr die breite Öffentlichkeit einladen, an Anpflanzaktionen teilzunehmen.“ In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Freigericht sowie dem Freigerichter Revierförster Markus Betz soll in den nächsten Wochen ein fundierter Maßnahmenplan erstellt werden.

Die „Dicke Tanne“, das Vereinsgelände der SDW Freigericht zwischen Hof Trages, Oberrodenbach, Gondsroth und Somborn ist von allen Seiten ausgeschildert. Der Silvestertreff beginnt um 10 Uhr und dauert bis zum Einbruch der Dunkelheit. Da der Silvesterlauf des Turnvereins Oberrodenbach parallel stattfindet, sind einige Wege mit Markierungen für Spaziergänger und Sportler unterteilt.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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