Corona-Ausbruch in Pflegeheim

Pflegeeinrichtung Curata: 18 Menschen infiziert - Vier Todesfälle

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In einer Pflegeeinrichtung in Bad Soden-Salmünster gibt es 18 Corona-Fälle.

In einer Pflegeeinrichtung in Bad Soden-Salmünster hat es einen Covid-19-Ausbruch ausgegeben. Betroffen sind  insgesamt 13  Bewohner sowie fünf Personen aus dem Personal der Einrichtung Curata. Eines der Häuser steht nun komplett unter Quarantäne.

+++ Update 14. April, 17.18 Uhr+++

Dem Corona-Ausbruch in der Pflegeeinrichtung in Bad Soden-Salmünster sind drei weitere Todesfälle zuzuordnen. Das teilte der Kreis am Dienstag mit. Eine der Personen war vor mehr als einer Woche in ein Krankenhaus eingeliefert und seither dort stationär behandelt, die anderen beiden in der Pflegeeinrichtung häuslich isoliert worden.


+++ Update 13. April 17.52 Uhr +++

Die Lage in der Pflegeeinrichtung Curata in Bad Soden-Salmünster, das mit einem der beiden Häuser seit Karfreitag unter Quarantäne steht, bleibt unverändert angespannt. Eine der an Covid-19 erkrankten Personen ist am Ostermontag gestorben. 

Das Gesundheitsamt hatte am Karfreitag aufgrund eines Covid-19-Ausbruchs Quarantäne verhängt: Nach Coronavirus-Tests aller Bewohnerinnen und Bewohner sowie des gesamten Personals, rund 40 Tests an der Zahl, konnte am Wochenende bei insgesamt 20 Frauen und Männern eine Covid-19-Infektion nachgewiesen werden. Das teilte der Kreis in einer Pressemitteilung mit. 

Landrat Thorsten Stolz: „Es ist eine der härtesten Belastungsproben für eine Einrichtung“

Vor allem aufgrund des hohen individuellen Betreuungs- und Pflegebedarfs der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der bei mehreren Betroffenen eher milden Symptome hatte das Gesundheitsamt jeweils häusliche Isolierung und eine Versorgung unter strengen Hygiene- und Schutzauflagen angeordnet. Der Main-Kinzig-Kreis hat das Haus als Ganzes dazu quarantänisiert, die ärztliche Versorgung sicherstellen lassen und auch den Rettungsdienst und die Kliniken vorbereitet. 

„Es ist eine der härtesten Belastungsproben für eine Einrichtung, die man sich nur vorstellen kann. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen, unsere Gedanken sind aber auch bei denen, die in der Einrichtung gerade um jedes Menschenleben kämpfen“, erklärte Landrat Thorsten Stolz am Montag. Auch weiterhin stünden die Heimleitung, der Kreis und die Ärzteschaft in enger Abstimmung über das weitere Vorgehen. Dabei werde genauso der individuell formulierte Wille der Menschen respektiert.

+++ Erstmeldung 10. April 13.32 Uhr +++

Das hat das Gesundheitsamt nach einem Gespräch mit der Heimleitung am Freitagmorgen angeordnet, wie der Kreis in einer Pressemitteilung bekanntgabe. Für die Arbeit in dem Pflegeheim ändert sich zunächst wenig. Schon nach Bekanntgabe des ersten positiven Testergebnisses in der vergangenen Woche hatte die Heimleitung in Absprache mit dem Gesundheitsamt die Sicherheitsvorkehrungen für Personal und Bewohner weiter hochgefahren.

Unter anderem arbeite das Personal der insgesamt zwei Häuser seither schon strikt voneinander getrennt, wie die Heimleitung am Freitag berichtete. Besuch von außen ist in der Einrichtung seit Mitte März nicht mehr möglich. Nun darf auch rein formal niemand mehr das Gebäude ohne Kontrolle betreten, Ausnahmen gibt es lediglich für den grundlegenden medizinischen und pflegerischen Bedarf. Die ärztliche Versorgung sei gesichert, so die Heimleitung.

Pflegepersonal brachte Coronavirus wohl in die Einrichtung

Das Coronavirus dürfte nach Einschätzung des Gesundheitsamtes über das Pflegepersonal in die Einrichtung gelangt sein. Nach einem ersten laborbestätigten Fall einer Bewohnerin in der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsamt für alle Kontaktpersonen bereits häusliche Isolierung angeordnet, darunter für zehn Angestellte des Hauses. Fünf dieser zehn Fachkräfte hatten in den vergangenen Tagen zu Hause Symptome entwickelt und wurden positiv auf Covid-19 getestet.

Die Bewohner wurden aufgrund der seinerzeit nicht erkennbaren oder nur milden Symptome innerhalb der Einrichtung isoliert. Das Personal verrichtet nur noch in Schutzausrüstung ihre Arbeit an und mit den Menschen. Eine weitere Ausbreitung ließ sich innerhalb des Hauses dennoch nicht verhindern. Ein zweiter Bewohner zeigte wenige Tage später auch Symptome und wurde ebenfalls positiv getestet. Das Gesundheitsamt veranlasste daraufhin, alle 37 Bewohner und auch das zuständige Personal des Hauses testen zu lassen.

Eine Person in stationärer Behandlung

Deren Ergebnisse liegen dem Main-Kinzig-Kreis seit Donnerstagabend vor: Elf weitere Menschen sind positiv auf das Virus getestet worden. Daraufhin hatte der Main-Kinzig-Kreis die Heimleitung aus Bad Soden-Salmünster in eine Sondersitzung des Verwaltungsstabs am Karfreitagmorgen hinzugeholt und besprach mit ihr die weiteren Schritte. Von den insgesamt 13 erkrankten Bewohnern befindet sich eine Frau in stationärer Behandlung.

Über die Betreuung aller weiteren zwölf Personen haben sich die Heimleitung und der Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises intensiv ausgetauscht. Aufgrund der überwiegend milden Symptomatik derzeit, verbunden mit den individuellen Pflegebedarfen, haben sie sich darauf verständigt, sie weiterhin in der Einrichtung unter strengen Hygiene- und Isolationsbedingungen zu betreuen.

Kliniken und Rettungsdienste sind informiert

Vorsorglich hat der Main-Kinzig-Kreis die nahegelegenen Main-Kinzig-Kliniken sowie den Rettungsdienst über die Situation informiert, um kurzfristig auf eine veränderte Lage schnell reagieren zu können. Das Gesundheitsamt wird den Gesundheitszustand der isolierten Personen engmaschig überwachen. Curata in Bad Soden-Salmünster informiert derzeit die Bewohner wie auch die Angehörigen über die aktuelle Situation.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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