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SPD sucht Nachfolger für Raabe: Drei Kandidaten präsentieren sich zum Nominierungsparteitag

Sascha Raabe möchte kein Politiker mehr sein: Bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr tritt der Rodenbacher nicht mehr an. 
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Sascha Raabe möchte kein Politiker mehr sein: Bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr tritt der Rodenbacher nicht mehr an. Archiv

Main-Kinzig-Kreis – Knapp ein Jahr vor den Bundestagswahlen im September 2021 bringen sich bei den Sozialdemokraten im Unterbezirk Main-Kinzig drei Kandidaten in Stellung, die den heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe beerben wollen.

Nachdem die Nidderauer SPD bereits im Juni den Jusokreisvorsitzenden und Stadtverordneten Lennard Oehl als Kandidaten vorgeschlagen hatte, hat nun auch die Neuberger Gemeindeverbandsvorsitzende Yasmin Schilling ihre Kandidatur angekündigt. Mit einer Kandidatur liebäugelt auch der Erlenseer Fraktionsvorsitzende Dr. Martin Maul, der sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung jedoch noch nicht gänzlich festlegen wollte. „Wir befinden uns jetzt in einer Findungsphase, in der wir uns sowohl beim Unterbezirksvorstand als auch bei den Stadt- und Ortsverbänden vorstellen“, so der 50-Jährige.

Raabe hatte den Rückzug bereits vor zwei Jahren angekündigt

Yasmin Schilling aus Neuberg

Raabe hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, dass  er für eine sechste Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung stünde. Der Rodenbacher gehört dem Bundestag bereits seit 2002 an und ist dort Sprecher seiner Fraktion für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Er hatte vornehmlich persönliche Gründe für seine Entscheidung genannt. Bei den vergangenen beiden Bundestagswahlen war Raabe nur dank seines hohen Listenplatzes ins Parlament eingezogen, im Direktvergleich war er beide Male der CDU-Kandidatin Dr. Katja Leikert unterlegen, die den Wahlkreis 180 für sich entscheiden konnte. Raabes Nachfolger oder Nachfolgerin wird nicht auf einen hohen Listenplatz bauen können und muss den Wahlkreis gewinnen, um in den Bundestag einzuziehen. „Ich bin optimistisch, dass das gelingen kann“, sagte gestern Yasmin Schilling, die ihre Kandidatur kurz zuvor auf ihrer Facebookseite publik gemacht hatte. Schilling führt bereits seit 2017 gemeinsam mit Michèle Richter den Ortsverband Neuberg der SPD an. Die gelernte Verwaltungsfachangestellte war mehr als 20 Jahre lang in der Gemeindeverwaltung von Neuberg für den Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig. Mittlerweile arbeitet die alleinerziehende Mutter einer 17-jährigen Tochter beim Kommunalen Center für Arbeit als Coach im Fachbereich Sozialer Arbeitsmarkt.

Dr. Martin Maul aus Erlensee

Es seien vor allem die sozialpolitischen Themen, die sie antreiben würden, sagt Schilling. Sie habe sich zu einer Kandidatur entschlossen, weil sie gerade in diesem Bereich ihre ganze Erfahrung einbringen könne. Sie sei zudem von vielen Sozialdemokraten gefragt worden, ob sie sich eine Kandidatur vorstellen könne. „Ich komme aus einer basisdemokratischen Arbeiterfamilie, in der die SPD und die Gewerkschaft immer schon einen hohen Stellenwert hatte. Die lange Geschichte der SPD hat mich schon immer stark beeindruckt. Persönlichkeiten wie Regine Hildebrandt haben mich geprägt. Zudem ist die SPD für mich nach wie vor die einzig wirkliche Mit-Mach-Partei, in die ich aus Überzeugung vor über 20 Jahren eingetreten bin“, sagt sie.

Lennard Oehl aus Nidderau

Schillings Konkurrent, der 27-jährige Lennard Oehl, ist studierter Ökonom und arbeitet als Finanzanalyst für einen Datenbankdienstleister in Frankfurt. Dr. Martin Maul ist promovierter Physiker und arbeitet bereits seit mehr als 20 Jahren als IT-Berater. Er ist auch stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender der SPD in Erlensee. Der Nominierungsparteitag, bei dem die Mitglieder entscheiden werden, findet am 30. Oktober statt.

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