Wie ein Gruß aus besseren Zeiten

Statistische Zahlen der Industrie- und Handelskammer weisen den Main-Kinzig-Kreis als eine dynamisch wachsende Region aus

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Durch die Konversion des ehemaligen Militärflughafens Fliegerhorst ist die Zahl der Arbeitsplätze in Erlensee und Bruchköbel gewachsen.

Es sind erfreuliche Zahlen, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern in diesen Tagen vorlegt. In Zeiten von Corona erscheint die Pendlerstatistik mit Stichtag 30. Juni 2019 allerdings wie ein Gruß aus besseren Zeiten.

Bei der Statistik, so erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gunther Quidde in einer Pressemitteilung, handelt sich um eine Auflistung, wo sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wohnen und wo sie arbeiten. Der Vergleich der beiden Größen ermöglicht eine Übersicht über die Entwicklung der Arbeitsplätze und der Wohnorte der Beschäftigten. Quidde bezeichnet die Statistik außerdem als „sehr guten Indikator für die kommunale Wirtschaftsentwicklung“. Die IHK vergleicht in ihrer Analyse die aktuellen Daten mit denen des Jahres 2013, weil damals die Konjunkturkrise 2008/2009 überwunden war. „Wir betrachten also die Entwicklung in Zeiten einer guten Konjunktur“, präzisiert Quidde. 

Für den Main-Kinzig-Kreis insgesamt zeige die Statistik, dass in jeder der 29 Kommunen die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Einwohner am Wohnort gewachsen ist. Das Wachstum reicht von 0,8 Prozent in Jossgrund bis zu 25,5 Prozent in Erlensee. Für das Wachstum nennt Quidde drei mögliche Ursachen: Zuzüge, zum Beispiel in neue Wohngebiete, weniger Arbeitslose oder mehr junge Menschen, die eine Beschäftigung aufnehmen, als Rentner, die sie beenden. „Alle drei Faktoren sind erfreulich, weil sie die Dynamik eines Wohnorts widerspiegeln.“ 

Main-Kinzig-Kreis bleibt hinter den anderen Kreisen zurück

Gerade für kleinere Kommunen im Spessart sei es ein positives Zeichen, dass sie trotz skeptischer Prognosen wachsen. „Es ist häufig ein langsames Wachstum, aber es ist viel besser als der befürchtete Absturz.“ Statistisch ebenso auffällig wie erfreulich sei das überdurchschnittliche Wachstum der schon jetzt größten Kommunen. So verzeichnet Hanau mit 37 254 sozialversicherungspflichtigen Einwohnern ein Plus von 18,4 Prozent. In Gelnhausen sind es 9193 und damit 13,9 Prozent mehr als vor sechs Jahren. Maintal zählt 16 304 sozialversicherungspflichtige Einwohner (ein Plus von 19 Prozent). Die Zahl der Einwohner im Main-Kinzig-Kreis ist in den vergangenen Jahren um 12,8 Prozent gestiegen. 

„Das ist erfreulich, bleibt aber hinter den Nachbarkreisen zurück“, schränkt Quidde ein. 14,6 Prozent sind es im Landkreis Offenbach, 13,9 Prozent in der Wetterau. Besonders stark gewachsen sind in den vergangenen Jahren die Einwohnerzahlen der Großstädte: Frankfurt wuchs um 23,1 Prozent, Offenbach sogar um 31,2 Prozent. Besser schneidet der Main-Kinzig-Kreis im Vergleich bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ab. Ihre Zahl wuchs um 16,6 Prozent. Das ist genauso viel wie in Frankfurt (16,7 Prozent), etwas weniger als im Landkreis Offenbach (19,0 Prozent), aber mehr als in der Wetterau (13,0 Prozent) oder in der Stadt Offenbach (9,2 Prozent), hebt Quidde hervor. „Das starke Wachstum an Arbeitsplätzen ist ein kreisweites, erfreuliches Phänomen.“ 

Quidde: „Hoffen wir, dass er es auch nach der Corona-Krise bleibt“

In allen Kommunen bis auf Großkrotzenburg wurde eine deutliche Steigerung erreicht. In drei Kommunen (Rodenbach, Erlensee und Hammersbach) wuchs die Zahl der Arbeitsplätze in nur sechs Jahren um rund zwei Drittel. „Ein großer Teil des Wachstums ist auf Neuansiedlungen von Unternehmen, sehr oft in neuen Gewerbegebieten, zurückzuführen“, erläutert der IHK-Geschäftsführer. Die Umwandlung ehemaliger Militärflächen in Gewerbegebiete ist in Hanau (plus 6,7 Prozent, 47 544 Arbeitsplätze) und Gelnhausen (plus 14,1 Prozent, 14 880 Arbeitsplätze) weitgehend abgeschlossen. 

In Erlensee und Bruchköbel setzt sie sich fort. Neben der Schaffung von Gewerbegebieten spiele die günstige Verkehrsanbindung im Rhein-Main-Gebiet eine wichtige Rolle. Die Entwicklung zeigt aus Sicht von Quidde auch, dass der Main-Kinzig-Kreis als Ganzes für Arbeitgeber ein attraktiver Standort sei. „Hoffen wir, dass er es auch nach der Corona-Krise bleibt“, so der Hauptgeschäftsführer. kd

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