Main-Kinzig-Kreis

Stiftung Kinderzukunft sammelt 37 000 Weihnachtspäckchen

Stolze Bilanz: Rund 37 000 Weihnachtspäckchen werden vom Kinderzukunft-Team um Michael Balke, Benita Sensen, Christian Winzer und Sandra Kystad (von links) nach Osteuropa gebracht. Foto: Andrea Euler

Linsengericht/Gründau. Engelchen, Nikoläuse, Herzchen und Christkind – die bunten Päckchen, mehr als mannshoch gestapelt, deuten schon darauf hin, was sich darin verbirgt: „Was zum Naschen, was zum Lernen, was zum Fühlen und was zum Spielen“, sagt Benita Sensen.

Von Andrea EulerDie in der Stiftung Kinderzukunft zuständige Frau für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit war bei der ersten Auslieferung der Weihnachtspäckchen für Kinder in Not vergangene Woche in Rumänien dabei und weiß um die Begeisterung der Kleinen, die oft als Waisen oder in finanziell schwach aufgestellten Familien leben.

„Bei mangelndem Geld für Nahrung und Kleidung ist an Geschenke selbst zur Weihnacht nicht zu denken“, sagt sie. Genau da setzt die Stiftung an: „Wir wollen, dass die Geschenke für die Kinder ein Erlebnis sind, von dem sie lange etwas haben.“

Seit 1995 wird gespendet

In diese Bresche springen seit 1995 viele Tausend Menschen aus ganz Deutschland, aus Kindergärten, Schulen, Vereinen, Unternehmen und Familien. 2018 waren es knapp 32 000 Päckchen, die sich auf den Weg nach Osteuropa machten.

„Ich schätze, dieses Jahr werden es etwa 5000 Päckchen mehr“, sagt Lagerleiter Michael Balke, der aktuell mit seinem Team unter Hochdruck daran arbeitet, dass insgesamt acht Lastwagen mit Geschenken pünktlich in den Partnerländern eintreffen.

Sammelstellen bei Möbelunternehmen

Ein maßgeblicher Teil der bundesweit liebevoll gepackten Päckchen wurde an den 21 Standorten von Möbel Höffner abgegeben. Das Unternehmen fungiert als Sammelstelle und Transporteur – „und dafür sind wir sehr dankbar“, wie Sensen betont.

Häufig käme nämlich aus anderen Bundesländern die Frage, wie die Päckchen an die Stiftung Kinderzukunft gelangen könnten. „Wenn ich dann frage, ob es einen Möbel Höffner in der Nähe gibt, ist das schnell gelöst“, berichtet Sensen.

Ein Service, der – kommuniziert über die Weihnachtswerbung, über Plakate und Flyer – inzwischen bekannt ist. „Wir haben fast 10 000 Päckchen über Höffner bekommen“, berichtet der Lagerleiter. „21 Päckchen stehen aktuell noch dort. Aber die kommen auch bald her. Dass diese Mengen geschlossen geliefert werden, macht es für uns logistisch sehr einfach.“

Ausgeklügelte Logistik erforderlich

Bei der offiziellen Päckchenübergabe am Lager der Kinderzukunft in Linsengericht zeigten sich der stellvertretende Marktleiter Christian Winzer von Möbel Höffner Gründau und Projektleiterin Sandra Kystad begeistert davon, dass erneut eine Steigerung der Päckchenzahl erreicht wurde.

Und ließen sich von Balke darüber informieren, mit welch ausgeklügelter Logistik die Kinder in Bosnien und Herzegowina, Rumänien und der Ukraine mit den Präsenten versorgt werden: Ein Lastwagen war bereits vergangene Woche unterwegs, zwei sind es gerade. Diese Woche folgen nochmals Bosnien und Rumänien, danach kommen zwei weitere Fuhren nach Rumänien und in die Ukraine.

Ukraine feiert erst im Januar

„In der Ukraine wird erst im Januar Weihnachten gefeiert, dadurch haben wir noch etwas Zeit“, erläutert Sensen, die auch bei dieser Reise nach Kiew dabei sein wird. „Wenn man mit den Leuten spricht und mit offenem Herzen auf die Menschen zugeht, das ist etwas Wunderbares.“

Die Transporte der Päckchen übernehmen Speditionen – aber ein LKW wird von DHL kostenfrei samt Fahrer für eine Tour zur Verfügung gestellt. „Wir packen quasi das, was in einer halben Halle gelagert ist, in einen Laster“, beschreibt der Lagerleiter die Dimensionen. „Das hilft uns natürlich sehr“, betonten die Stiftungs-Mitarbeiter.

Und Sensen erläutert, dass es für Speditionen, die ein solches Angebot auch machen würden, durchaus eine lohnenden Sache werden könne – schließlich gäbe es genügend zu transportieren. Jüngst waren es Schulmöbel, die sich mit auf den Weg in den Osten machten.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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