ÖPNV

Ticketkauf im Bus: Das läuft beim Kaufen der Fahrkarte bald anders

Ein Vertreter der HSB weist auf den Ticketverkauf beim Fahrer hin
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Immer mehr Busse, wie hier bei der HSB, werden nun mit Trennscheiben ausgestattet. Vorneeinstieg und Fahrscheinverkauf werden damit wieder möglich.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie war das Kaufen einer Fahrkarte im Bus nicht mehr so einfach. Das wird sich jetzt wieder ändern.

Main-Kinzig-Kreis – Auch in den Linienbussen im Main-Kinzig-Kreis wird es bald wieder Einzelfahrscheine und Tageskarten von den Busfahrern geben. Das bestätigte die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) auf Nachfrage des Hanauer Anzeigers*.

Kürzlich hatte die Hanauer Straßenbahn (HSB) angekündigt, voraussichtlich ab Ende Juli wieder Fahrscheine in etwa der Hälfte ihrer Busse zu verkaufen. Im weiteren Verlauf des Sommers sollen dann alle Fahrer-Arbeitsplätze mit Trennscheiben aus Plexiglas ausgerüstet sein, sodass es dann überall wieder möglich sein wird, vorne beim Fahrer einzusteigen. Plexiglas-Trennscheiben sollen Fahrpersonal und Fahrgäste vor einer Infizierung mit dem Corona-Virus schützen.

Ticketkauf im ÖPNV: Plexiglas-Trennwände sollen in den Bussen installiert werden

Die am Linienverkehr im Main-Kinzig-Kreis beteiligten Busunternehmen sind ebenfalls dabei, ihre Fahrzeuge mit Plexiglas-Trennwänden auszustatten. Allerdings ist dies – wie in Hanau – recht zeitaufwändig. Einerseits sind die Unternehmen davon abhängig, wie schnell die Hersteller solcher Trennsysteme die benötigten Plexiglaswände liefern, andererseits müssen hier etwa 150 Fahrzeuge umgerüstet werden. Zudem werden die Trennscheiben für unterschiedliche Fahrzeugtypen und -hersteller benötigt, was den Zeitaufwand weiter erhöht. Die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG), sie organisiert den ÖPNV im Landkreis, beobachtet bei den Herstellern derzeit eine große Nachfrage, die sich auch auf die Liefertermine auswirkt. Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer der KVG Main-Kinzig, rechnet jedoch aufgrund von Rückmeldungen der Omnibusbetreiber damit, dass ein Teil der Fahrzeuge noch im Juli mit dem neuen Trennsystem unterwegs sein kann. Für den bislang noch eingestellten Fahrscheinverkauf im Bus bedeutet dies: „Dort, wo die neuen Trennscheiben installiert sind, werden die Busfahrer auch sofort wieder Fahrscheine verkaufen. Wir warten also nicht ab, bis auch das letzte Fahrzeug nachgerüstet ist“, sagte der KVG-Geschäftsführer unserer Zeitung.

RMV rechnet mit Plexiglasscheiben in allen Bussen bis Herbst - Ticketkauf wird somit wieder möglich

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) rechnet damit, „dass bis zum Herbst alle Busse im Verbundgebiet mit den neuen Trennwänden ausgestattet sind und ein spontaner Fahrkartenkauf im Fahrzeug beim Fahrer wieder möglich sein wird“, wie es auf Nachfrage des HA heißt. Das Hessische Verkehrsministerium fördert RMV-weit den Trennscheibeneinbau in den Bussen des ÖPNV mit insgesamt rund drei Millionen Euro.

Die Idee der „Einglasung“ von Fahrer-Arbeitsplätzen in Linienbussen mit einer Plexiglas-Trennscheibe ist indes nicht neu. Bereits im November 2018 hatte die HSB bei der Vorstellung ihres Jubiläumsprogramms zum 111. Geburtstag des Unternehmens angekündigt, einige Busse probeweise damit auszustatten. Damals wurde ein solches Vorhaben damit begründet, dass Busfahrer während der Fahrt oft von Fahrgästen angesprochen und damit beim Fahren abgelenkt würden. (*hanauer.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

Barbara Bender lebt am Großauheimer Mainunfer in Hanau. Seit einem Jahr begrüßt sie dort in Hanau nun auch Gäste.

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