210 Kilometer werden zurückgelegt

Projekt Sterntaler: Jocelyn Grimm und Neele Rother wandern entlang der Märchenstraße

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Die 26-jährige Jocelyn Grimm (rechts) stammt aus Hasselroth und studiert in Kassel. Sie hat das Projekt Sterntaler entwickelt. Dabei will sie mit ihrer Freundin Neele Rother (links) entlang der Märchenstraße wandern und gleichzeitig für einen guten Zweck Gelder sammeln.

Rotkäppchen hat es getan, das tapfere Schneiderlein ebenfalls und auch der gestiefelte Kater. Jetzt tun es ihnen die beiden Studentinnen Jocelyn Grimm und Neele Rother nach: Sie wandern – und zwar auf den Spuren von Märchen und Märchenfiguren.

Die beiden wanderbegeisterten Wahl-Kasslerinnen wollen am 11. Juni in Kassel aufbrechen und bis nach Hanau laufen. Rund 210 Kilometer wollen die beiden Frauen auf ihrem märchenhaften Weg zurücklegen. Und damit das Ganze mehr ist als nur ein Freizeitspaß, haben sie beschlossen, unterwegs Spenden zu sammeln.

Diese sollen neben anderen gemeinnützigen Einrichtungen auch dem Verein LaLeLu gewidmet werden, der schwer kranke Kinder und deren Familien unterstützt. „Ich wollte der Sache mehr Sinn geben“, erklärt Jocelyn Grimm am Telefon, weshalb sie und ihre Kommilitonin sich um Sponsoren bemühen, die pro gelaufenen Kilometer einen festgelegten Betrag spenden.

Projektname in Anlehnung an das Sterntaler-Märchen

Ihr Projekt haben sie Sterntaler genannt. Denn auch im Märchen vom Sterntaler geht es ums Geben und ums Verzichten zu Gunsten anderer. Auf die Idee, sich auf märchenträchtige Spuren entlang der Märchenstraße in Hessen zu begeben, kam Grimm nicht etwa, weil sie um drei Ecken mit den Brüdern Grimm verwandt wäre. „Davon weiß ich zumindest nichts“, antwortet sie und schmunzelt, weil sie häufig auf ihren Namen angesprochen wird.

Aber der 26-jährigen Grimm und ihrer 22-jährigen Kommilitonin ist neben regionaler Geschichte auch die Kunst ein wichtiges Anliegen. Grimm studiert im Nebenfach Kunstwissenschaften und stammt aus einer kunstbeflissenen Familie. Vergangenes Jahr wurde sie mit dem Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises ausgezeichnet.

Die ausgebildete Grafikdesignerin hat nicht nur hinter der Kamera ein besonderes Auge für und auf der Natur und die Menschen. Sie hat auch durch feine Skizzen und Detailstudien sowie beeindruckende Porträts von Persönlichkeiten wie Albert Einstein oder Nelson Mandela auf sich aufmerksam gemacht. Die aus Steinheim stammende Neele Rother, befasst sich im Nebenfach mit English and American Studies.

Bereits 800 Kilometer auf dem Jakobsweg zurückgelegt

Mit dem Vorhaben, entlang der Märchenstraße zu wandern, ließ sie sich von Jocelyn schnell begeistern. Denn die passionierte Langstreckenläuferin, die aktuell für einen Triathlon trainiert, ist schon auf dem Jakobsweg rund 800 Kilometer gewandert.

Kulturell engagiert sie sich als Mitglied in der Hanauer Theatergruppe Awe-someblé, gehört der englischen Theatergruppe der Universität Kassel „Red Brick Company“ an und unterstützt das Kasseler Kulturzentrum Schlachthof.

Aktuelle Infos von der Wanderung über Social Media

Auf ihrem gerade eingerichteten Blog oder Social-Media-Account wollen die beiden Frauen während der Wanderung regelmäßig Videos und Fotos posten und jeden Abend passend zur Tour ein Märchen vorlesen. „Wir denken auch daran, nach Abschluss der Wanderung eine Ausstellung zu organisieren, auf der Zeichnungen und Skizzen verkauft werden könnten, die während der Wanderung entstanden sind“, erklärt Grimm.

Der Erlös aus einer solchen Ausstellung, die im Brüder-Grimm-Museum in Steinau an der Straße stattfinden soll, könnte dann ebenfalls gespendet werden. Neun Tage haben Grimm und Rother für die Wanderung eingeplant, auf der sie 210 Kilometer absolvieren wollen. Zwei Tage als Puffer für unvorhergesehene Ereignisse kommen obendrauf. Und damit das alles zu schaffen ist, ist zwischen Neunkirchen und Alsfeld eine Abkürzung vorgesehen.

Wanderroute entlang der Märchenstraße in Planung

Wie viel Zeit sich die Wanderinnen in den Städten und für die besonderen Märchenstätten nehmen werden, wollen sie spontan entscheiden. Auch der wanderfreudige Tourist soll etwas von der Wanderung haben, weshalb Grimm und Rother im Gespräch sind mit dem Verein Deutsche Märchenstraße. Für den Verein soll der Gedanke, entlang der Märchenstraße eine durchgehende Wanderroute auszuweisen, auch mit Hilfe der beiden Frauen Gestalt annehmen.

Sie werden vom Verein mit Informationen versorgt, im Gegenzug berichten sie dem Verein, welche Strecken besonders schön und welche -verläufe empfehlenswert sind. Los geht's am 11. Juni morgens früh. Im sechs bis sieben Kilo schweren Gepäck hat Grimm unter anderem eine Outdoor-Hängematte fürs Biwakieren unter freiem Himmel und eine Outdoor-Plane als Wind- und Regenschutz.

Übernachtet werden solle wahlweise in Schutzhütten, auf Campingplätzen oder im Freien, stellt sich Grimm vor. In sternenklaren Nächten könnten sich die beiden dann fühlen wie im Märchen um das Mädchen, das alles weggab und dem blinkende Sterne in den Schoß fielen. Wer mehr wissen will über das märchenhafte Projekt kann sich im Internet schon mal informieren. 

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