Kreisschülervertretung führt große Umfrage durch, ob Schule realitätsnah ist

Wie kann die Schule der Zukunft aussehen?

Bereitet die Schule mit ihren Fächern angemessen auf das wirkliche Leben vor? Das fragt die Kreisschülervertretung in einer großen Umfrage.
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Bereitet die Schule mit ihren Fächern angemessen auf das wirkliche Leben vor? Das fragt die Kreisschülervertretung in einer großen Umfrage.

In Zeiten von Corona stehen die Schulen besonders im Fokus. Themen wie Wechselunterricht, digitale Ausstattung oder Lehrermangel beschäftigen dabei die Gemüter. Ein Projekt der Kreisschülervertretung (KSV) will nun grundsätzlichere Fragen angehen. „Muss die Schule Schüler auf das Leben vorbereiten und wenn ja, wie realitätsnah ist sie dabei wirklich? lautet der Titel einer Umfrage, die nun von der KSV in Umlauf gebracht wird.

Main-Kinzig-Kreis –Dabei sollen nicht nur aktive, sondern auch ehemalige Schüler sowie Lehrer und Eltern befragt werden. Damit solle ein möglichst breites Spektrum an Meinungen erhalten werden, so die KSV in einer Pressemitteilung. Erarbeitet wurde die Umfrage vom Kreisschulsprecher Özcan Erbasaran, seiner Vorgängerin und einem Team von Schülerinnen und Schülern aus dem ganzen MKK. Die Ergebnisse sollen in einen großen Ideenworkshop zum Thema Schulen münden. Das gesamte Projekt wird mit den Methoden und digitalen Tools des innovationhub.schule der Heraeus Bildungsstiftung umgesetzt. Das ist eine virtuelle Werkbank, die die Stiftung zur Verfügung stellt, um Innovationen an Schulen voranzubringen.

Die Umfrage soll helfen, herauszufinden, wo es Schwierigkeiten und Unzufriedenheit, aber auch Wünsche und Verbesserungsvorschläge gibt. In dem abschließenden Ideenworkshop sollen mit Teilnehmern aus allen befragten Zielgruppen anhand der Umfrageergebnisse gemeinsam Wege gefunden werden, Schule neu zu denken und den Schülerinnen und Schülern wieder mehr Spaß und Freude am Lernen zu vermitteln.

Schule soll stärker motivieren und inspirieren

„Unser Traum ist es, eine Schule zu schaffen, die stärker motiviert und inspiriert“, sagt Erbasaran. Ann-Kathrin Rauch, Schülerin des Franziskanergymnasiums Kreuzburg meint: „Leider verliert man nach einiger Zeit in der Schule oft den Wunsch, immer mehr wissen zu wollen und ist froh, wenn "das Lernen" nach der Schule beendet ist. Dabei lernt man doch eigentlich das ganze Leben lang.“ Und Justus Wiegand, Schulsprecher der Beruflichen Schulen in Gelnhausen, ergänzt: „Gerade das Lernen sollte doch Spaß machen und uns mit Bezug zur Realität richtig auf das spätere Leben vorbereiten.“

Zudem fühlen sich die Schüler durch den Unterrichtsstoff oft zu wenig auf die alltäglichen Erfordernisse im Erwachsenenleben vorbereitet. Beispielsweise wenn man für ein Studium in eine andere Stadt ziehen muss, so Erbasaran. „Wie miete ich eine Wohnung? ist eine Frage, auf die ich in der Schule nicht vorbereitet wurde“, sagt er.

Erbasaran, der das Berufliche Gymnasium in Gelnhausen besucht und in diesem Jahr Abitur machen muss, meint: „Den Frontalunterricht einfach in die digitale Welt zu packen, kann keine Lösung sein.“ Er findet, dass es Zeit für neue Ideen und neue Lernsysteme ist.

Befragt werden Lehrer, Eltern und Schüler

Für die Umfrage hat die KSV alle Schulen im Kreis angeschrieben und darum gebeten, die Fragen an die Schüler und Lehrer weiterzuleiten. „Auch die Universitäten in Hessen haben wir angeschrieben“, so Erbasaran. Denn Studenten könnten am besten sagen, ob die Schule sie angemessen und ausreichend auf die Zeit nach der Schule vorbereitet hätte.

Die ersten Rückläufer von Schülern sind schon bei ihnen eingetroffen. Aber die Kreisschülervertretung hofft ebenso auf eine rege Teilnahme von Eltern und Lehrern. Notfalls werde die Dauer der Umfrage noch verlängert, um ausreichend Material zu erhalten.

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Die Umfrage ist unter www.ksr-mkk.de/umfragen/ zu finden.

(Von Monica Bielesch)

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