Ärger um Sperrung der Bensbruchstraße

Was tun gegen Poller-Koller in Zellhausen?

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Mit Pollern und Leitplanken ist die Bensbruchstraße für die Durchfahrt gesperrt, Schilder weisen darauf hin (kleines Bild).

Mainhausen - Seit etwas mehr als zwei Jahren ist die Bensbruchstraße in Zellhausen auf dem Abschnitt zwischen Eifelstraße und Industriegebiet für den motorisierten Verkehr gesperrt. Von Katrin Stassig

Aber es gibt einige Autofahrer, die der Ordnungsmacht erbitterten Widerstand leisten und sich von Pollern und Leitplanken nicht davon abhalten lassen, diesen Weg weiterhin als Abkürzung zu nutzen. Eine junge Anwohnerin hat sich dieser Tage per E-Mail an unsere Redaktion gewandt und ihrem Ärger über die Situation Luft gemacht. „Ich beobachte das Geschehen auf der Bensbruchstraße schon von Anfang an. Heute war es zum x-ten Mal wieder soweit, und die Gemeinde Mainhausen ließ erneut Absperrpfosten aufstellen.“ Die alten seien einige Tage zuvor von Unbekannten abgesägt worden. Und das nicht zum ersten Mal. „Inzwischen hat sich daraus ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt.“

Aber von vorne: Im November 2011 vermeldet die Gemeinde Mainhausen, dass die Bensbruchstraße auf dem genannten Teilstück für den Verkehr gesperrt wird. Die Strecke wird gerne als Abkürzung genutzt – „hauptsächlich von Leuten, die aus Babenhausen kommen und im Industriegebiet arbeiten, und von Lkw, die dorthin anliefern“, sagt Bürgermeisterin Ruth Disser (SPD). Für Lastwagen gilt eigentlich ein Durchfahrverbot, an das sich aber kaum jemand gehalten habe. Unter der Straße verläuft quer der Mühlbach. Dort befindet sich ein Betonrohr, das für die hohe Verkehrsbelastung nicht ausgelegt ist. Mehr als zwei Tonnen hält das Rohr auf Dauer nicht aus.

Geschichte beginnt in den 70er Jahren

Die Geschichte beginnt genau genommen schon in den 70er Jahren. Als seinerzeit das Gewerbegebiet erschlossen wurde, diente dieser Abschnitt als Zufahrtsweg. „Das ist eigentlich keine reguläre Straße“, sagt Disser. „Der Weg hätte schon in den 80ern geschlossen werden müssen.“ Das ist aber nicht passiert. Die Bensbruchstraße ist auf diesem Abschnitt nicht viel mehr als ein Feldweg. Asphaltiert wurde sie erst, nachdem dort im Dunkeln eine Radlerin stürzte.

Dass sich die Autofahrer nur ungern von der beliebten Abkürzung verabschieden, „kann ich ein Stück weit verstehen“, sagt Disser. Der Weg sei immer da gewesen. Und hätten sich die Fahrer an dieGewichtsbegrenzung gehalten, so die Bürgermeisterin, „hätten wir auch offenlassen können“.

Ordnungsamt hat wiederholt kontrolliert

Das Ordnungsamt habe dort wiederholt kontrolliert, die Autofahrer auf die geltenden Regeln aufmerksam gemacht und schließlich Bußgelder verteilt. Auch Gespräche mit den Firmen im Gewerbegebiet habe man geführt mit der Bitte, auf Mitarbeiter und Anlieferer einzuwirken, den regulären Weg in den Ostring zu fahren. Gefruchtet habe das alles nicht.

Dass die Straße gesperrt werden muss, habe sie damals lange angekündigt und erklärt, so Disser. „Es gibt einige, die das überhaupt nicht gut finden und sich vehement dagegen gewehrt haben.“ Immer wieder werde sie darauf angesprochen. „Das Thema füllt eine Büttenrede“, versucht sie es mit Humor zu sehen. „Ich habe diese Poller oft vorgehalten bekommen.“ Aber: „Wir tun das ja nicht, um irgendwelche Leute zu ärgern“, betont sie. So bestehe die Gefahr, dass bei anhaltender Belastung das dort verlaufende Kanalrohr durchbricht. Außerdem befinde sich in dem Bereich ein Landschaftsschutzgebiet.

Der Bußgeld-Katalog für Temposünder

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Manche umfahren die Absperrung – in der feuchten Erde auf dem angrenzenden Feld sind Reifenspuren zu erkennen. Andere gehen rabiater vor. Der mittlere der drei Pfosten wurde erst kürzlich mit schwerem Werkzeug abgeflext und dann am Wochenende komplett aus dem Boden gerissen. Immer wieder müssen die Mitarbeiter des Bauhofs neue Poller einsetzen. „Es ist ein Spielchen“, sagt die Bürgermeisterin. „Es ist ärgerlich, es kostet Zeit und Geld.“

Die junge Anwohnerin fragt sich, ob die Gemeinde nicht eine andere Lösung finden könnte. Das Problem ist aber: Im Notfall muss die Feuerwehr dort durchfahren können. „Die örtlichen Einsatzkräfte müssen schnell vor Ort sein und möglichst kurze Wege haben“, erläutert Ruth Disser. Der mittlere Pfosten lässt sich deshalb mithilfe eines Vierkantschlüssels umklappen. Ansonsten hätte man statt der Poller dort größere Steine hinstellen können, die sich nicht so einfach beschädigen oder entfernen lassen. Weil es sich um einen Rettungsweg handelt, geht das nicht. „Ich wüsste keine Alternative“, sagt die Bürgermeisterin.

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