Ausgrabungen am Zellhügel 

Sensationsfund in Mainhausen

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Vier Studenten des Archäologischen Seminars der Uni Marburg, Laronne Armstrong, Sven-Ake Frye, Stefan Grötzsch und Anselm Wagner, legen das Skelett vorsichtig frei.

Zellhausen - Gleich am ersten Tag der Grabungsfortsetzung auf dem „Zellhügel“ westlich des Mainhausener Ortsteils Zellhausen gab es einen spektakulären Fund.

Bei der Freilegung des abgesteckten Grabungsareals wurden, wie bereits im Oktober 2011, die Überreste eines menschlichen Skeletts gefunden. „Vermutlich stammen die Gebeine aus der karolingischen Zeit zwischen den Jahren 780 und 800“, vermutet Dr. Ludwig Stenger, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatverein Mainhausen. Gefunden wurden sie in weniger als einem Meter Tiefe unter der Erdoberfläche. Vier Studenten des Archäologischen Seminars der Uni Marburg, Laronne Armstrong, Sven-Åke Frye, Stefan Grötzsch und Anselm Wagner, legten den Fund akribisch frei. Kreisarchäologin Dagmar Kroemer wird das Skelett zunächst wissenschaftlich untersuchen lassen, um zu erfahren, ob es sich um männliche oder weiblich Gebeinen handelt. „Das Ergebnis könnte schon in den nächsten zwei Monaten vorliegen“, hofft Stenger.

Knochenstruktur und Körperbau, zum Beispiel die Beckenform, können Aufschluss darüber geben, ob es sich bei dem Fund um einen Mann oder eine Frau handelt. Diese Untersuchung ist relativ einfach. Sehr viel zeitaufwändiger ist die Altersbestimmung. Die detaillierte Analyse nimmt ein Spezialinstitut in München mittels einer Radiokohlenstoff-Datierung vor. Bestimmt wird der Todeszeitpunkt dabei anhand der noch verbliebenen Menge an radioaktivem Kohlenstoff, der in abgestorbenen Organismen verfällt. Dabei lässt sich zumindest zeitlich eingrenzen, wann der Mann oder die Frau gelebt hat.

Bereits vor drei Jahren hatten der Geschichts- und Heimatverein Mainhausen und die Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Offenbach bei Grabungen ein Skelett freigelegt. Die Analyse ergab seinerzeit, dass es sich um einen etwa 60-Jährigen Mann handelte, der um das Jahr 800 herum gestorben war. Damit handelte es sich vermutlich um einen Zeitgenossen Einhards (770-840). Der Mann gehörte wahrscheinlich der gehobenen Schicht an. Neben Nägeln, Messern und einer Pfeilspitze fanden die Archäologen damals auch einen reich verzierten eisernen Schwertknauf, der den seltenen karolingischen Prunkschwertern des neunten Jahrhunderts zuzurechnen ist. Die Fachleute vermuten, dass das zweite Skelett ebenfalls aus dieser Zeit stammt. Die archäologischen Grabungen am Zellhügel sind für eine Dauer von zwei Wochen angesetzt.

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(paw / kd)

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