MAINHAUSEN BUND-Kritik am Bauleitplanverfahren Zellhausen Süd

„Autogerechte Stadt als Leitbild“

Baugebiet Zellhausen Süd: Der BUND-Ortsverband beschwert sich, er sei nicht am Verfahren beteiligt worden.
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Baugebiet Zellhausen Süd: Der BUND-Ortsverband beschwert sich, er sei nicht am Verfahren beteiligt worden.

Mainhausen – Mangelnde Kommunikation beim Bauleitplanverfahren Zellhausen Süd wirft der BUND-Ortsverband Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen dem Planungsbüro sowie der Mainhäuser Verwaltungsspitze vor. Im Vorfeld der gestrigen Gemeindevertretersitzung bedauerte der BUND-Vorsitzende Thorwald Ritter die Entscheidung des Planungsbüros, die Naturschutzverbände als sogenannte Träger öffentlicher Belange nicht an dem Verfahren zu beteiligen. „Dies widerspricht nicht nur den in Hessen üblichen Regeln, sondern auch den Zusagen der Mainhäuser Verwaltungsspitze.“ Sowohl verwaltungsintern als auch im Zuge einer Ausschusssitzung seien die Vorschläge des BUND gefragt und erörtert worden, so Ritter weiter.

Die Kritik am geplanten, insgesamt etwa 13 Hektar großen Baugebiet Zellhausen Süd richtet sich vor allem gegen seine Größe und Ausdehnung über den gewachsenen Ortsrand Zellhausens und über die stillgelegten Betriebsbahngleise hinaus. Die Planung einer Art Umgehungs- oder Entlastungsstraße durch das neue Wohngebiet habe „weniger die Wohnqualität als die autogerechte Stadt als Leitbild. Schützenswerte Biotope werden durch die Straßenplanung innerhalb des Baugebietes zerteilt“, so der BUND-Vertreter weiter.

Zukunftsweisend und Gebot der Stunde sei jedoch ein kleinerer Zuschnitt des Wohnbaugebiets mit Anbindung an die Waldstraße und Ringstraße und eine begrünte Wohnstraße statt Vorfahrtsstraße innerhalb des Baugebietes. Ein dreigeschossiges „urbanes Gebiet“ südlich der alten Gleisanlagen bis an die Kante der (auch vom BUND gepflegten) Streuobstwiesen, Acker- und Blühflächen müsse als Fehlplanung revidiert werden.

Bis zum 5. Februar besteht im Internet und auch bei der Mainhäuser Bauverwaltung die Möglichkeit der Einsichtnahme in den Planungsentwurf, um Bedenken und Anregungen einzubringen, über die letztlich die neue Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl zu entscheiden hat.  mho

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