160 Betriebe beklagen Defizite

+
In Mainhausen in das Internet zu langsam.

Mainhausen (th) ‐ „Wir haben eine Unterversorgung bei Breitbandkabeln!“ Dies machte Mainhausens Bürgermeisterin Ruth Disser auf der eigens zu diesem Thema einberufenen Bürgerversammlung in Zellhausen deutlich.

160 Gewerbebetriebe beklagten Defizite bei der Infrastruktur dieser Technologie in Mainhausen. Eine erste Fragebogenaktion 2008 ergab zudem, dass rund 1250 Haushalte keinen Zugriff auf schnelle Internetverbindungen haben. Aber: Die Forderung eines Anbieters, die Gemeinde solle die Tiefbaukosten für die Kabelverlegung in Höhe von 326.000 Euro übernehmen, so Ruth Disser vor rund 100 Bürgern, sei keine Alternative. „Steuergelder für eine Firma auszugeben, die Gewinne machen will, macht keinen Sinn.“

Jetzt will man das Problem von Grund auf neu und strukturiert angehen. Mit einem Telekommunikations-Beratungsunternehmen an der Seite soll zunächst eine möglichst genaue Beschreibung der derzeitigen Breitband-Versorgungslage erarbeitet werden. Experte Berthold Paßlack präsentierte den Plan, der Mainhausen auf die Höhe der Zeit in der digitalen Welt bringen soll. Ab sofort liegen in den Rathäusern Fragebogen aus, auf denen die Bürger ihre Wünsche, aber auch ihre Nutzungsgewohnheiten bei Internet und E-Mail angeben sollen. „Je mehr Bürger sich mittels des Fragebogens äußern, desto besser können wir planen“, bat Paßlack um eine rege Beteiligung. Gefragt wird, ob bereits ein Internetanschluss im Haushalt vorhanden ist, ob dieser privat oder gewerblich genutzt wird und wie das Internetprofil der Nutzer aussieht. Der Fragebogen, der auch auf der Homepage der Gemeinde zu Verfügung steht, kann - wenn gewünscht und auf dem Formular vermerkt - anonymisiert im Rathaus abgegeben werden. Auf mindestens 600 Teilnehmer hofft man bei dieser Aktion.

Fragebogen bis Anfang Februar abgeben

Der Zeitplan sieht vor, dass die ausgefüllten Fragebogen bis Anfang Februar bei der Gemeinde eingehen. Danach erfolgt die Auswertung sowie das Einholen der Angebote - und: die Berechnung der Finanzierung, wobei alle Zuschuss-Möglichkeiten vom Land bis hin zur Europäischen Union ausgelotet werden. Mit dem Beginn der Realisierung der Breitbandkabel-Versorgung könne, so Paßlack, ab September 2010 begonnen werden. Garantiert werden könne dieser letzte Schritt heute allerdings noch nicht. „Aber wir brauchen möglichst alle Informationen“, sagte der Telekommunikations-Fachmann in der Bürgerversammlung. „Je präziser die Angaben, desto genauer können die Angebote der Unternehmen eingereicht werden.“ Die pauschale Aussage, 5000 Haushalte sollen versorgt werde, reiche den Anbietern nicht, um wirtschaftlich tragfähige Konzepte zu entwickeln.

Die Kriterien für die Auswahl der Anbieter seien die zur Verfügung gestellte Bandbreite, die Zuverlässigkeit, der Preis und die verwendete Technologie. „Vielleicht bleiben nur fünf oder sechs Anbieter nach dem Verfahren übrig“, so Berthold Paßlack und Ruth Disser, aber vom Ziel werde nicht abgerückt: eine gute, tragfähige und kurzfristig erreichbare Versorgung mit Breitband-Anschlüssen für Bürger und Gewerbe.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare