Tierische Dramen in Bienenstöcken

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Am Lehrbienenstand übernahmen die Imker auf Probe ihre Völker. Von links: Betreuer Hubert Kühn, die Schnupperimker Jürgen Mainusch, Ingeborg Mettendorff, Harald Svec und Ali Vural. Dahinter Vereinsvorsitzender Harald Steffen.

Ostkreis - Ihren Einstand als Imker auf Probe gaben Ingeborg Mettendroff, Jürgen Mainusch, Ali Vural und Harald Svec. Von Armin Wronski

Am Lehrbienenstand des Imkervereins Seligenstadt-Mainhausen und Hainburg im Klostergarten erhielten sie aus den Händendes Vereinsvorsitzenden Harald Steffen und Jungimkerbetreuer Hubert Kühn je ein Volk fleißige Insekten.

„Wir wollen mit der Initiative ,Imker auf Probe’ Menschen für den Umgang mit Bienen gewinnen und so den Spaß an der Imkerei fördern“, erläutert Steffen den Hintergrund der Aktion. „Den Schnupperimkern stellt der Verein die Ablegervölker mit etwa 4000 Bienen zunächst kostenlos zur Verfügung. Wenn sie dabei bleiben, können sie dann den Erstbesatz zu unseren Beschaffungskosten in Höhe von rund 100 Euro übernehmen“, ergänzt Hubert Kühn. Im Normalfall seien dann aus den anfänglichen 4000 bis zu 70.000 Honigsammler geworden. Die notwendigen Requisiten, wie zum Beispiel Schutzkleidung, Stockmeißel, Smoker und Besen belaufen sich nach Angaben des Vereinssprechers Norbert Vollmer auf zirka 260 Euro, die von den Imkereleven aufgebracht werden müssen.

Derzeit 45 aktive Mitglieder

Von den derzeit 45 aktiven Mitgliedern werden in der Region insgesamt 152 Bienenvölker betreut. Allerdings haben einige von ihnen über den Winter herbe Rückschläge hinnehmen müssen. „Im Bereich des Bienenzuchtvereins sind bei einigen unserer Mitglieder 50 Prozent ihrer Völker nicht durch den Winter gekommen“, so Vollmer. Bei einem Imker in Zellhausen sei sogar der komplette Bestand von mehr als 20 Völkern umgekommen. Bei einem Wert von 150 Euro je Volk ergibt sich für ihn ein wirtschaftlicher Schaden von 3000 Euro.

Das Bienensterben belastet aber nicht nur die Region, sondern ganz Deutschland. Als Grund für die Misere sieht Prof. Bernd Grünewald, Leiter des Instituts für Bienenkunde in Oberursel, die aggressive Varroa-Milbe, die in den Bienenstöcken ihr Unwesen treibt. „Sie ist der Grund dafür, dass in diesem Jahr mit einem Verlust von 300.000 der rund eine Million Bienenvölker in Deutschland zu rechnen ist“, sagte Grünewald.

Grund für das Bienensterben

Ein weiterer Grund für das Bienensterben seien auch die zu warmen Temperaturen im vergangenen November gewesen. Den Insekten wurde frühlingshaftes Flugwetter vorgegaukelt, das zum ausschwärmen anregte. Ohne Beute verhungerten sie buchstäblich im Stock, weil sie keine Nahrung fanden. „Bei einigen entwickelte sich ein regelrechter Kannibalismus in dem sie in fremde Stöcke eindrangen und die dort vorhandenen Futterreserven plünderten; was den Hausherren ein Überleben unmöglich machte“, schildert Harald Steffen die dramatische Situation.

Dennoch gehen er und seine Kollegen mit Zuversicht in die neue Saison. Nicht zuletzt liefern die „Imker auf Probe“ den Beweis dazu. Mehr Informationen: www.bienenzuchtverein-seligenstadt.de

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