Die darniederliegende Kerb wiederbelebt

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Wechsel an der Vereinsringspitze: Bürgermeisterin Ruth Disser, Ehrenvorsitzender Günther Heinzmann (Mitte), Nachfolger Peter Triefenbach.

Mainflingen - Nach 18 Jahren an der Spitze des Vereinsrings Mainflingen schied Günther Heinzmann aus Altersgründen aus dem Amt aus. Von Thilo Kuhn

Im Gespräch mit seinem Nachfolger Peter Triefenbach zogen der nunmehrige Ehrenvorsitzende und seine Gattin Gisela Bilanz an der Wirkungsstätte des Mainflinger Vereinsrings, dem Bürgerhaus.

Die erste größere Veranstaltung damals war das Drei-Tage-Zeltfest zum 1225-jährigen Bestehen Mainflingens im September 2000. „Die Vereine übernahmen in Absprache mit der Gemeinde die Bewirtschaftung der Feststände, der stattliche Erlös blieb beim Vereinsring“. Eine vom Vereinsring davon angeschaffte Kuchentheke samt verglastem Kühlschrankturm für die Feste ist bis heute im Gebrauch der einzelnen Mitgliedsvereine. Auch eine Spülmaschine konnte angeschafft werden, die ebenfalls noch heute bei den Vereinsfesten am Vereinsheim unterhalb der Pfarrkirche eingesetzt wird. Auch der Bau des Vereinsheimes „Mainwanderweg-Raststätte“ durch die Gemeinde im Jahr 2000 war ein großes Anliegen Günter Heinzmanns. Es verhalf den Mainfesten mit Spülküche und integrierten Toiletten sowie einer Behinderten-Toilette zu einer besseren Struktur, auch wenn mittlerweile der Zahn der Zeit heftig an den Holzkonstruktionen nagt.

Per Beschluss beauftragte die Gemeindevertretung vom im Dezember 2011 den Gemeindevorstand, Gespräche mit dem Vereinsring über eine „eventuelle Übernahme“ des Vereinsheimes aufzunehmen. In einer Art „Zwischenbericht“ informierte Bürgermeisterin Ruth Disser am 11. Juni über ein erstes Gespräch mit dem neuen Vereinsringchef Peter Triefenbach. Beim Vereinsring handelt es sich demnach derzeit um eine „freiwillige Kooperation der Vereine“, die keinen Rechtsstatus habe. Ein haftbarer Vertragspartner für eine entsprechende Nutzungsvereinbarung könne nur ein zu gründender „organisierter Dachverband“ - eventuell in Form eines Vereines - für die Folgejahre bilden. Der Vereinsring prüfe die Möglichkeiten dazu, ohne dies könne weder eine Übertragung, noch Fragen der weiteren Unterhaltung geklärt werden. Eine Übertragung stellt nach Meinung von Beobachtern der Vereinsszene wegen einer möglichen „Kostenabwälzung“ auf die Vereine jedoch „erheblichen politischen Sprengstoff in einer vereinsbezogenen Kommune wie Mainhausen dar.“

In die Ära Heinzmann, die sich an die des unvergessenen Originals Karl Steil anschloss, fiel auch die Einführung sogenannter „fester“ sich jährlich wiederholender Termine. Für Fastnachtsveranstaltungen nämlich, besonders aber für Vereinsfeste, die viele weitere Terminabsprachen überflüssig machten. Die Wiederbelebung der „tot“ darnieder liegenden Mainflinger Kerb im Bürgerhaussaal im Jahr 2003 durch eine Reihe von Ortsvereinen war ebenfalls Verdienst Günter Heinzmanns und vieler Helfer an seiner Seite. Ein Rotationsprinzip bei den Standbewirtschaftungen gibt es bis heute bei der Mainflingener Kerb, wenn auch einige Vereine sich inzwischen ersetzen ließen.

Günther Heinzmann war bereits vor seinem Vereinsringengagement seit 1982 Vorsitzender des Motorsportclubs und im Vorstand der TSG Mainflingen in den 70er Jahren als Schriftführer aktiv. Er erhielt für seine Verdienste nicht nur den Landesehrenbrief verliehen, sondern 2005 auch die Ehrenplakette der Gemeinde Mainhausen.

Dem neuen Vereinsringvorsitzenden Peter Triefenbach stehen als Stellvertreter Gunter Knecht von der SVM sowie Günther Parth vom ASV Mainflingen zur Seite. Triefenbach ist in einer Reihe von Ortsvereinen aktiv oder fördernd tätig. Von 1978 bis 2005 war der heute 58-jährige Vertriebsleiter ehrenamtlich beim Arbeiter-Samariter-Bund Offenbach aktiv. Seit 1997 engagiert er sich beim sozial engagierten Mainflingener Ortsverein „Gude Sache“. Bei vier weiteren Ortsvereinen ist er Fördermitglied, auch ist er seit 2011 als SPD-Gemeindevertreter im Kommunalparlament aktiv. „Die möglichst kostengünstige Erhaltung dieses Vereinsheimes muss oberste Priorität haben“, nennt er als Arbeitsschwerpunkt.

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