Kontakt nur noch über App

Drastische Maßnahmen wegen Corona-Pandemie auch für Senioreneinrichtungen im Ostkreis

+
Menschenleer ist das Außengelände des Aureliushofs in Mainflingen. Seit dem Wochenende gelten eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten für Senioreneinrichtungen.

Für viele Senioren in Einrichtungen bedeutet die Corona-Pandemie erhebliche Einschränkungen im Alltag. Aber spezielle Apps und die Erfahrung des Pflegepersonals helfen, die Probleme zu lösen.

  • Besonders Senioren müssen sich wegen des Coronavirus einschränken
  • In Seligenstadt und Hainburg sehen sich Einrichtungen gut vorbereitet
  • Dank spezieller App kann der Kontakt aufrechterhalten werden

Ostkreis – Wie bei den alljährlichen Grippewellen gehören bei der derzeit grassierenden Corona-Pandemie ältere und kranke Menschen zur besonders gefährdeten Personengruppe. Wir haben uns in Senioreneinrichtungen im Ostkreis umgehört, wie dort verfahren wird, um die alten Menschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Bei der Telefonrecherche am Freitag war das mit großen Problemen verbunden, da viele Leiterinnen und Leiter von einer Krisensitzung zur nächsten hetzten. Auch wollten wir wissen, wie die Situation an der Asklepios-Klinik in Seligenstadt ist, doch Geschäftsführer Moritz May war im Dauerstress. Per E-Mail gestellte Fragen blieben ebenfalls unbeantwortet.

Erfahrungen mit Influenza helfen in Seligenstadt bei Coronavirus

Im Pflegeheim Kursana Domizil Seligenstadt leben 100 Senioren. Dort besteht - wie in anderen Einrichtungen auch - ein Handlungskonzept für Grippewellen, die jeden Winter grassieren, sagt Kursana-Sprecherin Michaela Mehls. „Darauf konnten wir zur Prävention vor dem Coronavirus wirkungsvoll aufbauen“, beschreibt sie. So habe man an Angehörige ein Informationsschreiben mit den wichtigsten Verhaltenshinweisen versendet. Auch seien die vorbeugenden Hygienemaßnahmen nochmal genau betrachtet worden.

Das Konzept zur Prävention und Bekämpfung von Infektionskrankheiten basiere auf den Empfehlungen des Robert-Koch-Institus (RKI). „Die aktuellen Entwicklungen verfolgen wir engmaschig, um darüber zu informieren und gegebenenfalls gemäß unserem Stufenplan Maßnahmen anzupassen“, beschreibt Michael Mehls die Situation. Am Wochenende hat die hessische Landesregierung die Besuchsmöglichkeit drastisch eingeschränkt.

Veranstaltungen mit Gästen in Seligenstadt wegen Coronavirus abgesagt

Zwar dürfte demnach ein Angehöriger pro Tag für eine Stunde einen Bewohner besuchen. „Wir haben die Angehörigen aber gebeten, vorläufig ganz auf Besuche zu verzichten“, so die Sprecherin. Es gebe aber Ausnahmen, etwa wenn der Gesundheitszustand eines alten Menschen sich verschlechtere. Einzelheiten seien dann mit der Einrichtungsleitung abzusprechen.

„Wir haben die Angehörigen allerdings bereits zuvor darauf hingewiesen, die Zahl der Besuche auf das notwendigste zu reduzieren und bei Erkältungs- oder Grippesymptomen ganz auf Besuche zu verzichten“, so die Sprecherin, die zudem betonte, dass die Angehörigen sehr verständnisvoll reagierten. Auch seien alle Veranstaltungen mit externen Gästen bis auf weiteres abgesagt.

Spezielle App hilft während Corona-Pandemie in Hainburg

Im Hainburger Agaplesion Simeonstift sieht man sich ebenfalls gut vorbereitet, um die Krise zu bewältigen. Mit Desinfektionsmitteln sei man gut eingedeckt, da gebe es keine Engpässe, sagt Anette Porsch, Sprecherin des Konzerns HDV gemeinnützige GmbH, dem die Hainburger Einrichtung angehört. Dort herrscht seit dem Wochenende ein generelles Besuchsverbot. Allerdings könnten die 116 Bewohner mit ihren Angehörigen über die App „myo“ Kontakt aufnehmen, die speziell für den Pflegebereich konzipierte App gibt es in den HDV-Einrichtungen seit etwa einem halben Jahr.

Im Aurelius-Hof in Mainflingen wird es für die 125 Bewohnerinnen und Bewohner in den kommenden Wochen ebenfalls ruhiger, denn auch dort gilt die Einschränkung auf eine Stunde bei den Besuchen. Ausnahmen würden bei palliativen Fällen gemacht, sagt Geschäftsführerin Anja Kaiser. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürften bis auf weiteres keinen Besuch empfangen.

Von Oliver Signus

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare