Energiewende und Klimaschutz steht im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde

„Muss hierzulande mehr passieren“

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Diskutierten über Energiewende und Klimaschutz (von links): Johannes Knecht, Johannes Salzer, Moderator Kai Gerfelder, Gerhard Becker, Thorwald Ritter und Andreas Horn.

Mainhausen - Energiewende und Klimaschutz standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Mainhausener SPD eingeladen hatte. Nach der Vorführung des Films „Into Eternity - Wohin mit unserem Atommüll“ diskutierte eine Expertenrunde im Mainflingener Feuerwehrwehrhaus. Von Armin Wronski

„Ich habe meine Zweifel, dass Deutschland seine Ziele nach den Vorgaben der Klimaschutzkonferenz in Paris erreichen kann. Es muss hierzulande mehr passieren. Besonders bei Gebäudesanierung und Verkehr“, forderte Thorwald Ritter in der Diskussionsrunde „Mainhausen im Dialog“ zum Thema Energiewende und Klimaschutz im Mainflinger Feuerwehrstützpunkt. Der Kreisvorsitzende des BUND lieferte den passenden Auftakt für den Meinungsaustausch unter der Leitung von Kai Gerfelder mit Klimaschützern sowie Vertretern aus Wirtschaft und Politik rund um die Herausforderungen des Klimawandels. Johannes Salzer, Projektmitarbeiter des Klimaschutzkonzeptes Mainhausen vom Büro Professor Böhm und Partner griff die Worte Ritters auf und stellte sie als zentrale Anforderung des integrierten Klimaschutzkonzepts der Gemeinde Mainhausen vor. „Die größten Potentiale liegen in der Nutzung der Sonnenenergie, egal ob zur Strom- oder Wärmeproduktion. Und selbstverständlich bei der Reduzierung des Verbrauchs“, so Salzer.

Zum Stichwort Sonne konnte Gerhard Becker, Geschäftsführer der Bürger Sonnenstrom GbR, aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz berichten. „Gemeinschaftsprojekte wie unsere Photovoltaikanlage am Dach der Mainflinger Sporthalle bieten jedem Bürger die Möglichkeit, sich auch ohne großes Kapital zu beteiligen. Ich plädiere deshalb dafür, weitere Flächen nutzbar zu machen. Das hilft Kapital zu aktivieren und den Ertrag in der Gemeinde zu halten.“ Gute Beispiele für die positiven Effekte auf die lokale Wirtschaft brachte Joachim Knecht (Elektro- und Solartechnik Mainhausen), der in den vergangenen zehn Jahren etwa 200 Photovoltaikanlagen installiert hat. „Alle Investitionen in den Branchen Photovoltaik, Heizungssanierung, Wärmedämmung, Verglasungstechnik wirken wie ein lokales Konjunkturprogramm. Gleichzeitig sichert man damit Arbeitsplätze vor Ort.“

Arbeitsplatzsicherung durch Innovation im Energiesektor war auch das Thema von Thomas Horn, Mitarbeiter der BMZ GmbH aus Karlstein, die Stromspeicher herstellt. „Wir haben in der direkten Nachbarschaft einen der größten Batteriehersteller der Welt. Die Speichertechnik - in den vergangenen Jahren noch zu teuer - rechnet sich inzwischen. Und sie löst eine Reihe von Problemen. Außerdem schafft sie Unabhängigkeit von den Energieriesen.“

Bürgermeister und Landräte aus der Region

In ihrer Abschlussrunde warben alle Podiumsteilnehmer für eine Beteiligung der Mainhäuser am Klimaschutz in ihrem direkten Umfeld. Unterstützung erfuhren sie auch von Dr. Ludwig Stenger, der bereits in den 1990er Jahren den Energie-Tisch des Agenda-21-Prozesses angeschoben hatte und als Pionier der Bürgerbeteiligung in der Gemeinde gilt. Der Doku-Thriller „Into Eternity“ über die Suche nach einem Endlager für atomare Abfälle lieferte den spannenden Einstieg für die rund 50 Interessenten an der Veranstaltung. Infos zum Klimaschutzkonzept der Gemeinde Mainhausen finden sich unter www.mainhausen.de.

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