Sitzung der Zellhäuser Fastnachtsnarren

Wenn der Portier sich als Prinz entpuppt

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Höhepunkt des Abends war das Männerballett, das mit Hebefiguren unter Schwarzlicht begeisterte.

Zellhausen - Mit ihren Tanzgruppen und Formationen haben die Zellhäuser Fastnachtsnarren ein Markenzeichen zur „fünften Jahreszeit“ im Ostkreis geschaffen. Einen Beweis lieferten sie einmal mehr zur ZFN-Sitzung auf der Bühne im Bürgerhaus des Mainhausener Ortsteils. Von Armin Wronski

Für eine deftige Überraschung sorgte zunächst Vereinsringvorsitzender Thomas Ludwig, der Narrenschar und Elferrat zunächst als artiger Concierge begrüßte, wenig später aber von Thomas Ritter als „Prinz Thomas III“ vorgestellt wurde. Ein gelungener Coup.

Unter der schmissigen Begleitung des Hainstädter Spielmannszuges zog der Prinz mit ihrer Lieblichkeit Prinzessin „Janette I“ (Olivier) nebst Gefolgschaft, Julia Krammig als Hofnarr sowie den Pagen Lena Herr und Kristin Krammig in die Narrhalla.

Sitzung mit 18 Programmpunkten

Die ZFN-City-Girls heizten dem Publikum in ihren farbenfrohen Kostümen mächtig ein.

In ihrer feudalen Loge seitlich der Bühne erlebten sie mit dem närrischen Volk im Saal eine prall gefüllte Sitzung mit 18 Programmpunkten. Nachwuchsprobleme? Nein. Den Beweis lieferten die Kinder der ZFN-Minigarde. Obwohl gerade erst zwischen drei und sechs Jahre alt, wachsen in der von Janette Olivier, Analena und Lisa Ritter trainierten Gruppe schon richtige Talente heran.

Die aktuellen Reibungspunkte der Kommunalpolitik und überhaupt, nahm Protokoller Frank Winter in der Figur eines Piero mit lachendem und weinendem Auge aufs Korn. „Das Zeitgeschehen glossiert frei von der Seele ganz ungeniert“, lobte ihn Sitzungspräsident Peter Sattler. Elf junge Mädels der ZFN-Tanzgarde wirbelten so gekonnt und feurig über die Bühne, dass sie vom Publikum mit einer „Rakete“ belohnt wurden. Ihre Trainerinnen sind Lisa Ludwig und Jenni Hauptmann.

Ankündigung vom Sitzungspräsidenten

„Von der Konfifeier noch sehr benommen ist er heut Abend hier her gekommen“, so die Ankündigung vom Sitzungspräsidenten für Marvin Rachor, der sodann die Probleme bei seiner Konfirmationsfeier mit den Lieben zu Hause schilderte.

„Wer die Samba aus Brasilien nicht kennt, hat im Leben etwas verpennt“. In der Tat, was die elf ZFN-City-Girls dem närrischen Volk boten, war einfach klasse. Wer bis dato noch nicht wusste, was Guggemusik ist, dem half Silke Seum, Chefin der „Giesemer (Jügesheimer) Druffkapell“, seine Wissenslücke zu schließen. 33 Akteure spielten mit Pauken und Trompeten in einer Lautstärke bis kurz unter die Schmerzgrenze.

Einkaufsbummel in der Stadt

Mit dem „König der Löwen“ entführten die Mädchen der Formation ZNF-Girls die Narren nach Afrika.

Gisela alias Michael Pommer und Markus Stritzke als ihre Freundin Renate berichteten von ihrem etwas anderen Einkaufsbummel in der Stadt. Ihre Parodie – ein echter Brüller. Frenetischen Beifall für den Auftritt als Tanzmariechen gab es für Jenny Hauptmann und Lisa Ludwig. Der Elferratsvorsitzende zog nach: „Der Applaus im Saal gehört nur euch allein – zwei Mädscha aus unserm Verein!“

Nur an Fastnacht sind die Stimmen des Wagenbauerchors zu hören. Unter der Leitung des Dirigenten Herbert Simon sang er Lieder über Freundschaften, Gerstensaft und Wein. Die Texte stammen aus der Feder von Margret Simon.

Für eine Steigerung der ohnehin schon prächtigen Stimmung in der Narrhalla sorgte die Tanzformation der ZFN-Girls. Ganz in afrikanische Stoffe gehüllt tanzten sie zu Melodien aus dem Musical „König der Löwen“. Einstudiert hatten die Choreographie Isabell Sattler und Cortney Stanley.

Bilder von der Sitzung der Zellhäuser Fastnachtsnarren

Galasitzung der Zellhäuser Fastnachtsnarren

Warum der Ruhestand nicht einfach ist, schilderte Horst Skowronek in seinem Büttenvortag: „Rentner werden ist nicht schwer, Rentner sein dagegen sehr“. Die Tanzgruppe der Turngemeinde Zellhausen „Jazz for Fun“ unter der Regie von Sandra Ittermann wirbelte als Spaßmacher in irischem Outfit über die Bühne. Die besonderen Lichteffekte werteten den Auftritt zusätzlich auf.

Das Bütten-Ass der Sängervereinigung Mainflingen, Robert Steil, brachte die närrische Gemeinde im Bürgerhaus mit seinem Auftritt zum Lachen, dass die Tränen flossen. Sein Rezept: stoische Mimik, gepaart mit zielsicheren Pointen. Zum Schluss des närrischen Spektakels zelebrierte das ZFN-Männerballett den atemberaubenden Höhepunkt des Abends. Gekonnt mit Schwarzlicht in Szene gesetzt wirbelten die fluoreszierenden Streifen an den Kostümen zum hämmernden „Gangnam“-Beat durch den Raum. Erst weit nach Mitternacht fand die Sitzung im Bürgerhaus ihr Ende.

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