Erste Ergebnisse nach Teich-Drama

Fische in Chloroform

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Zellhausen - Auf der Suche nach dem Grund für das Fischsterben im Teich von Familie Maresch haben Labormitarbeiter inzwischen erste Ergebnisse geliefert. Die Untersuchung der ersten Wasserprobe ergab, dass sich im Teich eine nicht unerhebliche Menge Chloroform befindet.

Also jene Flüssigkeit, die – auf Textilien geträufelt und vor Mund und Nase des Opfers gehalten – in Krimis gerne als Betäubungsmittel verwendet wird. Im Fall von Familie Maresch sind die Tiere leider nicht wieder aufgewacht. „Aber der Herr am Telefon hat mir versichert, dass sie sofort betäubt gewesen sein müssen und deshalb wenigstens nicht gelitten haben“, tröstet sich die Teichbesitzerin. Die im Vergleich zur Hessischen Wasserverordnung mehr als zehnfach erhöhten Chloroform-Werte im Teichwasser geben Anlass zur Sorge. Bleibt die Frage: Wie kommt Otto-Normal-Verbraucher an Chloroform?

Ohne Genehmigung nur schwer zu bekommen

Die üblichen Internet-Shopping-Riesen jedenfalls haben derartiges nicht im Angebot. Der freundliche Apotheker von nebenan dürfte den Stoff mit der chemischen Formel CHCl3 zwar vorrätig haben, doch ohne Genehmigung darf die Flüssigkeit (eigentlich) nicht über die Ladentheke wandern. Und: Chloroform ist in Wasser nur schwer löslich. Es bedurfte also weiterer Stoffe, um die Substanz im Teich zu verteilen. Der Übeltäter muss das gewusst haben. Derzeit wird eine zweite Probe (diesmal vom Grund) auf weitere Stoffe untersucht. Wir bleiben dran und eilen zum Zahnarzt – dort kommt CHCl3 übrigens auch zum Einsatz.

jb

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