Geschichts- und Heimatverein Mainhausen

Ergebnisse stehen noch aus

Mainhausen - Der Geschichts- und Heimatverein Mainhausen hat im Verlauf seiner Jahresversammlung den amtierenden Vorstand um den Vorsitzenden Dr. Ludwig Stenger für zwei weitere Jahre bestätigt.

Der Vorstand des Geschichts- und Heimatvereins Mainhausen.  

Vor dem Wahlgang standen zunächst Berichte auf der Tagesordnung, die sich im wesentlichen mit den Grabungs- und Dokumentationsarbeiten am Zellhügel befassten. Die während der Grabungskampagnen 2011 und 2014 geborgenen karolingerzeitlichen Skelette wurden inzwischen von Anthropologen analysiert und der Todeszeitpunkt durch die C14-Methode bestimmt, fasste Stenger zusammen. Demnach handelt es sich um vier Männer und zwei Frauen, eine davon war stark behindert. Alle waren für die damalige Zeit ungewöhnlich alt geworden und starben zwischen den Jahren 748 bis 845. Diese Menschen aus dem frühen neunten Jahrhundert waren somit eindeutig Zeitgenossen Einhards.

Mittels der Strontium-Isotopen-Analyse soll jetzt noch herausgefunden werden, ob die Menschen zugewandert oder vor Ort aufgewachsen waren. Diese Untersuchungen werden aktuell im Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, Mannheim, vorgenommen und sind noch nicht abgeschlossen, teilte der Vorsitzende den Anwesenden mit. „Nach ersten Einschätzungen handelt es sich sehr wahrscheinlich um keine ortsfremden Individuen“, sagte er.

Untersuchungen an Skeletten

Die Untersuchungen an Skeletten, die während der Kampagne 2015 auf dem früheren Kirchhof der Zellkirche geborgen wurden, stehen noch am Anfang. „Die Anthropologen haben aber schon herausgefunden, dass es sich um einen fünf- und einen elfjährigen Jungen, um einen 18-jährigen Jugendlichen, einen erwachsenen Mann und eine erwachsene Frau handelt“, führte Stenger weiter aus. Der 18-jährige starb an einer Blutvergiftung, verursacht durch einen vereiterten Zahn. Die C14-Bestimmung und die Strontium-Isotopen-Analyse stehen noch aus.

Besonders wichtig für die geschichtliche Bedeutung des Zellhügels sind laut Stenger aber die Holzfunde aus dem tiefen und breiten Befestigungsgraben. Zusammen mit dem Nachweis starker, gemörtelter Mauern bestätigen sie, dass um 930 eine Burg nach den Vorgaben der sogenannten Burgenordnung Heinrichs I. zum Schutz gegen die in dieser Zeit regelmäßig wiederkehrenden Raubzüge der Ungarn errichtet wurde.

Der Vorsitzende wies zudem darauf hin, dass alle den Zellhügel betreffenden Veröffentlichungen und auch die Kurzfassungen der internen Grabungsberichte auf der Internetseite des Vereins www.ghv-mainhausen.de abgerufen werden können.

Neben Dr. Ludwig Stenger bestätigten die Anwesenden folgende Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern: Heinrich Thrin (stellvertretender Vorsitzender), Monika Rachor (Öffentlichkeitsarbeit), Herbert Buschendorf (Kassierer), Norbert Wolf und Peter Wolf (beide Beisitzer). Eine Diashow mit Impressionen von der Grabung im vergangenen Jahr, die wegen der extremen Hitze unter dem Motto „Fast wie in Ägypten“ stand, beschloss den Abend.

Rubriklistenbild: © Hampe

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare