Warnung eines Experten

Giftpilz: „Riecht nach Krankenhaus“

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Fachmann Jochen Janzer: Zur Bestimmung muss der Pilz unverletzt aus dem Boden entnommen werden. Also: Nicht abschneiden, sondern vorsichtig auslösen!

Ostkreis - Die Warnung kommt aus berufenem Mund: Giftpilze im Garten und im Rasen - Gartengiftschirmling und Karbolchampignon breiten sich aus.

In letzter Zeit, so der Pilzexperte Jochen Janzer aus Mainhausen, „erreichen mich häufig Anfragen zu Pilzen, die im Hausgarten und im Rasen wachsen. Letztere sehen aus wie Champignons, riechen aber beim Kochen sehr unangenehm nach Karbol; nach Krankenhaus wie mir ein Herr berichtete.“ In der Tat gibt es einen solchen Champignon, der riecht allerdings nicht nur schlecht, sondern ist auch sehr giftig. „Es handelt sich dabei um den Karbolchampignon - Agaricus xanthoderma. Er gehört zu einer Gruppe von giftverdächtigen bis giftigen Champignons, deren Merkmal eine sofort eintretende chromgelbe Verfärbung bei einer Verletzung an der Stielbasis ist“, erläutert Janzer. Um diese festzustellen müsse der Pilz unverletzt aus dem Boden entnommen werden. Also nicht abschneiden, sondern vorsichtig auslösen. Sollte man diesen Pilz (oder seine Verwandten) trotzdem gegessen haben, dann tritt eine heftige Übelkeit in Kombination mit Durchfall und Erbrechen auf. „In jedem Fall ist der Arzt aufzusuchen“, rät Jochen Janzer.

Tipps fürs Pilzesammeln

Während man nach dem Genuss eines Pilzes aus der Karbolchampignongruppe mit dem Schrecken davonkommt, kann der Genuss eines Gartengiftschirmlings oder eines seiner Verwandten in besonderen Fällen zum Tode führen. Es handelt sich dabei um eine noch nicht eindeutig geklärte Gruppe. „Mir bekannt ist ein Pilz, der in der Region, wenn auch selten, aber dennoch vorkommt. Es ist eine Variation des Safranschirmlings, der Gartengiftschirmling. Dieser Pilz verfärbt sich am Anschnitt in der Mitte des Hutes im Hutfleisch safrangelb bis safranrötlich.“ Zu beachten sei, dass es noch weitere giftige Großschirmlinge im Garten geben kann. Darunter der Giftschirmling (Macrolepiota venenata) und der Grünsporigen Schirmling (Chlorophyllum molybdites). Diese Pilze sollen ebenfalls beim Anschnitt des Hutfleisches eine rötlich-gelbe Verfärbung zeigen.

Der eher bekannte Parasol hingegen wächst ausschließlich im Wald oder in Waldesnähe. Sein Fleisch verfärbt sich nicht, zudem hat er einen genatterten Stiel im Gegensatz der giftigen oder giftverdächtigen Arten, deren Stiel glatt ist. „Auf Nummer sicher gehen Sammler, wenn sie keinen Schirmling außerhalb des Waldes sammeln und im Wald Schirmlinge auf Kompost meiden.“

(mho)

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