Glasfaser in Mainhausen

Die volle Bandbreite

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Ausbau und Verbesserung der Internet-Infrastrukturen: Deutsche Glasfaser und Telekom suchen Kundschaft.  

Ostkreis - „Highspeed-Internet kann kommen“. Ob der Optimismus der Mainhausener SPD gerechtfertigt ist, wird sich bald zeigen: 40 Prozent der Haushalte, etwa 1500 an der Zahl, müssen sich bis 7. Mai für zwei Jahre vertraglich an die Deutsche Glasfaser binden.

In Seligenstädter versucht das Unternehmen derzeit Geschäftskunden zu gewinnen. Wie bereits berichtet, wäre Mainhausen die erste Kreiskommune, in der die Deutsche Glasfaser private Haushalte versorgt. Bis zum 7. Mai müssen zu diesem Zweck 40 Prozent von ihnen einen Zwei-Jahresvertrag unterschreiben. Kommt die nötige Zahl bis dahin nicht zustande, dann gibt es aus Rentabilitätsgründen keinen Glasfaseranschluss. Das betonte Projektmanager Mirko Tanjsek kürzlich bei der Vorstellung des Projekts. Mainhausen, so wirbt nun die SPD, habe die Chance, als erste Gemeinde in Hessen flächendeckend alle Haushalte mit Highspeed-Internet zu versorgen. „Dieser Ausbau ist eine enorme Investition in die Zukunft und macht unsere Gemeinde als Wohn- und Wirtschaftsstandort hoch attraktiv“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Jochum.

Nachdem die Deutsche Glasfaser mit Hauptsitz in Borken (Nordrhein-Westfalen) Ende 2017 in den Gewerbegebieten Mainhausens aktiv geworden ist, um den Ausbau mit Glasfaser und Bandbreiten zwischen 100 und 1 000 Mbit/s zu realisieren, sei es Bürgermeisterin Ruth Disser und Mitgliedern ihrer SPD gelungen, das Unternehmen auch für den Ausbau des gesamten Ortsgebietes zu begeistern. Infoveranstaltungen, zu denen alle Bürger eingeladen sind, finden am 28. Februar im Bürgerhaus Mainflingen und am 1. März im Bürgerhaus Zellhausen (jeweils 19 Uhr) satt.

„Nach vielen Gesprächen mit den Vertretern der Deutschen Glasfaser sind wir glücklich, dass wir endlich eine Option für zeitgemäße und zukunftsfähige Technologie bekommen“, freut sich Katja Jochum. Zur Quote von 40 Prozent sagt sie: „Diese Entscheidung liegt darin begründet, dass keinerlei Fördergelder fließen und die Hausanschlüsse in den Wohngebieten kostenfrei verlegt werden. Daher liegt es nun alles in der Hand der Bürger.“

Auch in Seligenstadt ist der Ausbau der Internetzugänge bekanntlich ein Dauerthema. Zuletzt berichtete Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) Anfang Februar den Stadtverordneten von den Problemen der Telekom bei der Bereitstellung des schnellen Netzes. So seien nach Inbetriebnahme neuer Verteilerkästen zwar 97 Prozent aller Anschlüsse im Ausbaugebiet „buchbar gestaltet“, fertigungstechnische Probleme seien freilich noch mit einem Multifunktionskasten zu überwinden, der in Höhe der Metzgerei Kuhn (Klein-Welzheim) stehe.

Was speziell die Gewerbegebiete einschließlich Stadtteile betrifft, so Bastian weiter, so könne er von Bestrebungen der Deutschen Glasfaser berichten, die Gebiete mit Glasfaserleitungen auszubauen. Gleichwohl gestalte sich die Akquise von Geschäftskunden trotz einer Breitband-Infoveranstaltung im vergangenen Herbst und persönlicher Anschreiben „äußerst schwierig“.

Während die Telekom mit ihrem Vectoring-Verfahren maximal 100 Mbit/s im Download garantieren könne (im Upload nicht erreichbar), biete die Deutsche Glasfaser gewerblichen Kunden standardmäßig Anschlüsse bis ins Unternehmen hinein. „Dabei werden je nach Vertrag mit eigener Infrastruktur zwischen 100 Mbit/s und einem Gigabit im Down- und Upload synchron angeboten. Die Akquisephase ist voraussichtlich in Kürze beendet, danach entscheidet die Deutsche Glasfaser, ob sie in Seligenstadt ausbaut oder nicht. Entsprechende Überlegungen werden derzeit auch in Bezug auf die Wohngebiets-Versorgung in Froschhausen angestellt. Dort sind neben der Telekom bekanntlich OR-Network und WMB-Kabelservice aktiv.“

Bilder: Mainhausen feiert Jubiläum

Aktuell sind in Deutschland nur rund 1,5 Prozent der Haushalte mit echter Glasfaser versorgt. Deutschland liegt damit im europäischen Vergleich an vorletzter Stelle. Die Deutsche Glasfaser gilt als Vorreiter in der Branche. Die Muttergesellschaft hat bereits circa 2,5 Millionen Anschlüsse in den Niederlanden, die Deutsche Glasfaser selbst knapp 200.000 Anschlüsse in Deutschland verlegt.

„Mit der FTTH-Technologie (Fiber to the Home) wird jedes Haus oder jede Wohnung mit einem Glasfaseranschluss versehen. Während bei anderen Technologien wie DSL oder Vectoring die Leistung des Anschlusses stark von der Entfernung zum Verteilerkasten abhängig ist und sich mehrere Gebäude die sogenante letzte Meile teilen, erhält der Glasfaser-Kunde die volle zugesagte Bandbreite. Somit stehen statt bis zu 50 oder 100 Mbit/s bei anderen Technologien mit Glasfaser bis zu 1000 Mbit/s zur Verfügung“, so Michael Jochum, der Internetbeauftragte der Mainhausener SPD-Fraktion. (mho)

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