„Ein großer Fortschritt“

Glasfaseranschluss: 700 Besucher informieren sich

+
Das Bürgerhaus Zellhausen platzte am Donnerstagabend aus allen Nähten. Rund 700 Bürger informierten sich über die geplante schnelle Internetverbindung.

Mainhausen - Einen Kavalierstart hingelegt hat die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser mit ihren beiden Informationsabenden in Mainhausen.

Allein am Donnerstagabend fanden sich über 700 Menschen im Bürgerhaus Zellhausen ein, um sich von Projektleiter Mirko Tanjsek über die Vorteile eines Glasfaser-Hausanschlusses für Internet, Telefon und Fernsehen aufklären zu lassen. In Mainflingen hatten Tanjsek und sein Team am Mittwochabend mehr als 600 Besucher gezählt.

Das Projekt ist ehrgeizig und soll dem Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Borken nicht zuletzt die Tür nach Hessen - neben Baden-Württemberg, Thüringen, dem Saarland, Bremen und Hamburg noch ein weißer Fleck auf der firmeneigenen Deutschland-Karte - öffnen. Annähernd flächendeckend will die Firma die kleinste Gemeinde im Kreis Offenbach mit Glasfaser verkabeln und damit die sprichwörtliche letzte Meile zwischen Verteilerkästen und Haushalten überbrücken. Der Startschuss fällt, wenn bis zum Stichtag 7. Mai mindestens 1500 Mainhausener Haushalte (40 Prozent) im Boot sind. Wer bis dahin einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser unterschrieben hat, bekommt den Hausanschluss kostenlos und zahlt – unabhängig von der aus vier Tarifen ausgewählten Bandbreite zwischen 100 und 1000 Mbit pro Sekunde fürs Netz plus Telefonie – 50 Euro Anschlussgebühr. Wer sich später noch in das „offene Netz“ (Tanjsek) einklinken will, muss 750 Euro für den Zugang berappen.

„An die passive Infrastruktur“ - das Glasfasernetz im Boden - „müssen wir nie wieder ran“, betonte der Projektleiter. Einmal installiert, halte die lichtbasierte Datenübertragung auch künftigen Herausforderungen stand und verkrafte, im Gegensatz zu Kupferkabeln oder Richtfunkstrecken, theoretisch unbegrenzte Datenströme. „Offen“ sei das neue Netz auch für konkurrierende Dienstanbieter. Wer bei der Deutschen Glasfaser unterschreibt, bindet sich zunächst für zwei Jahre.

Bilder: Mainhausen feiert Jubiläum

Für die Gemeinde würde der Glasfaser-Ausbau aus Sicht von Bürgermeisterin Ruth Disser, die beide Veranstaltungen eröffnete, einen großen Fortschritt bedeuten. Bisherige Bemühungen um schnelles Internet, etwa die vor fünf Jahren eingeführte Richtfunk-Versorgung bis zu 16 Mbit durch einen Privatanbieter, hätten nur mäßige Erfolge gebracht. Die Telekom wolle frühestens nach Ablauf dieses Vertrages im kommenden Herbst tätig werden und biete dann, wie überall im Kreis Offenbach, auch nur die Vectoring-Technologie mit dem optimierten Kupfer-Netz und schwankenden Bandbreiten an.

Offen blieb, ob sich auch entlegene Ortsbereiche in ein Glasfasernetz integrieren lassen. In der Kalkulation der Deutschen Glasfaser sind laut Tanjsek einstweilen sowohl das Schwalbennest als auch die Zellhausener Sudentensiedlung außen vor. Eigene Projekte dort seien allerdings denkbar und Verhandlungssache. Davon abgesehen gab sich Tanjsek zuversichtlich: Allein in Mainflingen habe man am Mittwoch 118 Verträge eingesammelt, so viel wie noch nie an einem ersten Info-Abend. Wenn der Zulauf anhält und am Stichtag die Quote stimmt, will das Unternehmen aufs Tempo drücken, nach dem Baustart im Herbst täglich bis zu 800 Meter Glasfaserkabel legen und im März oder April 2019 die ersten Anschlüsse in Mainhausen aktivieren. (zrk)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare