Gemeindevertreter in Mainhausen ändern Vereinsförderung

Hallenmiete in Mainhausen halbiert

 Die Großsporthalle in Zellhausen.
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Wertvoll für die Vereine, teuer für die Gemeinde: Die Großsporthalle in Zellhausen.

Mit Änderungen an der Gebührenordnung und an den Richtlinien zur Vereinsförderung hat die Mainhausener Gemeindevertretung die Nutzung der Sporthallen durch örtliche Vereine auf eine neue Grundlage gestellt.

Mainhausen – Jeweils einstimmig beschloss das Ortsparlament in seiner jüngsten Sitzung, die verlangten Entgelte um die Hälfte zu kürzen und den drei großen Sportvereinen ihre Mietausgaben künftig auf der Basis realer Nutzungszeiten zu erstatten. Dass die Vereine für die Inanspruchnahme der Großsporthalle in Zellhausen und der beiden kleineren Hallen in Mainflingen zum Übungs- und Spielbetrieb überhaupt Gebühren zahlen müssen, hat laut Vorlage aus der Verwaltung mit dem Zustand der kommunalen Gebäude zu tun.

In Zellhausen fielen aktuell erhebliche Summen für die Hallensanierung an, gleiches stehe in den nächsten Jahren in Mainflingen bevor. Steuerlich geltend machen könne das Rathaus diese Kosten nur, wenn die Immobilien wirtschaftlich genutzt – also vermietet – würden.

Drei große Hallennutzer: TG Zellhausen, SV Zellhausen und TSG Mainflingen

Dass die Vereine nicht real belastet, ihre positive Leistung für die Allgemeinheit mithin nicht geschmälert würde, hatte laut Vorlage bisher ein einfaches Nullsummenspiel sichergestellt: Was die öffentliche Hand per Gebührenordnung einkassierte, steckte sie den Ehrenamtlichen auf der anderen Seite über die Vereinsförderrichtlinien wieder zu. Die drei großen Hallennutzer TG Zellhausen, SV Zellhausen und TSG Mainflingen entrichteten jeweils eine Jahresgebühr, hochgerechnet alljährlich aus der Hallennutzung im Januar. Darin, wird im Rathauspapier erläutert, erkannte der „steuerliche Berater“ der Gemeinde nunmehr ein doppeltes Risiko: Die schlichte Verknüpfung von Gebühren und Zuschüssen könne den Vorsteuerabzug gefährden. Und: Rechtssicher erhoben werden sollten die Entgelte nach realer Nutzung, nicht nach einer fiktiven Hochrechnung.

Maßstab für die neue, jetzt in den Richtlinien verankerte Pauschalförderung ist die Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Verein. Bis zu 70 junge  Aktive honoriert die Gemeinde jedem Sportverein, der die Hallen tatsächlich nutzt, mit 100 Euro pro Jahr. Mehr als 70 Kinder und Jugendliche sind bereits für 2 500 Euro, über 400 dann sogar für 9 000 Euro gut.

Miettarife für Hallen in Mainhausen sinken um die Hälfe

Gleichzeitig sinken die Miettarife um die Hälfte: Für Zellhausen von zwölf auf sechs, für die große Mainflinger Halle von acht auf vier und für die kleinere von vier auf zwei Euro pro Stunde. Erklären lassen sich diese Abstufungen mit einem Seitenblick auf die Realität. So führt der SVZ aktuell 91 junge Sportler im Mitgliederbestand. An Hallenmiete hätte er zuletzt 2 340 Euro gezahlt, wären die neuen ermäßigten Sätze schon in Kraft gewesen. Die zweite Förderstufe gilt für ihn ebenso wie für die TGZ mit 363 Jungathleten und 2 210 Euro halbierten Hallenkosten. Die TSG hätte unter den neuen Tarifen zuletzt 8 797 Euro hinblättern müssen, um 464 Kinder und Jugendliche im Trocknen trainieren zu lassen. Von kleineren Gelegenheitsnutzern unterscheidet die großen Drei dabei lediglich die pauschale Abrechnungsweise: Die neuen, halbierten Miettarife gelten für alle. (zrk)

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