Unterstützung für AIDS-Kranke in Südafrika

Hilferuf nach Mainflingen

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Pater Gerhard mit Kindern aus dem Kinderheim im südafrikanischen Mandeni.

Ostkreis - In der Pfarrgemeinde St. Kilian Mainflingen ist Pater Gerhard Lagleder aus Neuburg an der Donau kein Unbekannter. Lagleder leitet ein AIDS-Waisen-Projekt im südafrikanischen Mandeni, über das er bei Besuchen regelmäßig berichtet.

Erlöse von Missionsessen und Sternsingeraktionen flossen über die Jahre in das Projekt. Aktuell wendet sich Pater Gerhard mit einem Hilferuf nach Mainflingen.
Im Juli hat die Hilfsorganisation des Malteserordens die schockierende Nachricht erreicht, dass die bisher vom Gesundheitsministerium in Südafrika kostenlos zur Verfügung gestellten AIDS-Medikamente künftig nicht immer rechtzeitig und in vollem Umfang geliefert werden können. Diese Medikamente sind für die Betroffenen überlebenswichtig. „In einer Krisensitzung haben wir beschlossen, in Garantie die Medikamente selber zu kaufen, bis der öffentliche Lieferengpass der Regierung gestoppt ist“, berichtet Pater Gerhard Lagleder. Um vorbereitet zu sein, soll ein Vorratspolster für ein bis drei Monate angelegt werden. Daher bittet die Organisation auch den „befreundeten Ostkreis Offenbach“ um großzügige und schnelle Spendenhilfe.

Das Behandlungsprogramm kostet pro Tag und Patient durchschnittlich drei Euro, das sind demnach 21 Euro wöchentlich, 93 Euro monatlich und 1095 Euro jährlich pro Patient. „Mittlerweile ist AIDS keine lebensverkürzende Krankheit mehr, falls und solange der Patient seine antiretroviralen Medikamente stetig und regelmäßig einnimmt“, erläutert Gerhard Lagleder. „Es dauert in der Regel etwa acht Wochen nach Behandlungsbeginn, bis sich die AIDS-Patienten merklich wohler fühlen, und etwa ein halbes Jahr, bis ihre Virenbelastung unter die Nachweisgrenze sinkt und sie damit nicht mehr ansteckend sind.“ Das konnte die Hilfsorganisation durch ihr Behandlungsprogramm bislang für bis zu 736 Patienten gleichzeitig sicherstellen.

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Die Bruderschaft des Seligen Gerhard verfügt in Mandeni über einen Kindergarten und ein Kinderheim für Waisenkinder und speziell AIDS-Waisen und begleitet auch deren Ausbildung. Kostenlose HIV-Tests gehören ebenso zu den Angeboten wie die Behandlung von AIDS-Patienten mit retroviralen medikamentösen Therapien, zum Teil lebenslang. Auch häusliche Pflegedienste, wie man sie aus Europa kennt, bis hin zur Hospiz- und Palliativbegleitung zu Hause gibt es.

Noch kostenintensiver und organisatorisch aufwändiger ist die Betreibung des größten stationären Hospizes in Südafrika unter Leitung der Bruderschaft. Dies erfordert nicht nur eine Vielzahl an eigenen Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern. Auch die räumlichen und medizinisch-technischen Anforderungen sind hoch. Die Gesamtausgaben der Projekte tangieren jährlich den Millionenbereich (in Euro). (tku)

Spendenkonto der „Bruderschaft des Seligen Gerhard“: IBAN: DE37 7215 2070 0000 0120 21.

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