Wahlabend in Mainhausen SPD-Kandidat Frank Simon nicht zu schlagen

„Ich war einfach nah am Bürger“

Da kommt Freude auf: Frank Simon und SPD-Vorsitzende Gisela Schobbe verfolgen die Auswertung der neun Bezirke, die der 35-Jährige allesamt für sich entschied.
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Da kommt Freude auf: Frank Simon und SPD-Vorsitzende Gisela Schobbe verfolgen die Auswertung der neun Bezirke, die der 35-Jährige allesamt für sich entschied.

Mainhausen – Der neue Bürgermeister von Mainhausen heißt Frank Simon. Der 35-jährige Sozialdemokrat setzte sich gestern mit 60,02 Prozent der Stimmen gegen seine beiden Konkurrenten durch. Dabei gewann Simon alle neun Wahlbezirke. Eine Überraschung war das Ergebnis für den parteilosen und vorn der CDU unterstützten Thomas Rachor, der auf 24,77 Prozent kam. Für Gerald Wißler (UWG) votierten 15,21 Prozent der Wahlberechtigten. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,69 Prozent, 3,3 Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren. Dabei hatten viele Stimmberechtigte von der Briefwahl Gebrauch gemacht. Laut Wahlleiter Marco Jähner gaben mit 2 162 Wählern fast 800 mehr ihre Stimme auf diesem Weg ab als bei der letzten Bürgermeisterwahl. In den Wahllokalen sei es insgesamt „gesittet“ zugegangen, sagte Jähner, die Wahlvorstände hätten keine Besonderheiten gemeldet, alle coronabedingten Regeln seien eingehalten worden.

Weil eine große Wahlparty wegen der Corona-Einschränkungen flach fiel, feierte der neue Rathauschef seinen Erfolg gestern Abend gemäß den aktuellen Auflagen nur in kleiner Runde. Sein Amt wird er bereits am 1. Januar antreten. Die Amtseinführung ist für Dienstag, 15. Dezember, vorgesehen.

Simon ist mit 35 Jahren der zweitjüngste Rathauschef im Kreis Offenbach - lediglich sein Obertshausener Amtskollege Manuel Friedrich ist mit 34 Jahren etwas jünger. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Seit 2004 hatte seine Parteifreundin Ruth Disser das Amt inne, trat aber aus Krankheitsgründen im Sommer zurück.

Er blicke auf einen „anstrengenden, aber positiven Wahlkampf zurück“, sagte der designierte Verwaltungschef gestern im Telefongespräch mit unserer Zeitung. Rund 1200 Hausbesuche habe er in der recht kurzen Wahlkampfzeit absolviert, zudem mit Vertretern von 30 Vereinen gesprochen. Hinzugekommen sei die Präsenz an Infoständen, auch habe er viele E-Mails beantwortet. „Ich war einfach nah am Bürger“, glaubt Simon den Grund für den Erfolg zu kennen. Er habe zugehört, viel aufgenommen und gezeigt, „dass ich es ernst meine“. Es gebe viele Themen, die die Menschen beschäftigten, in Zellhausen seien es beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten und der Verkehr auf der Babenhäuser Straße, in Mainflingen die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Der Ausbau der Betreuung für Kinder sei wiederum in beiden Ortsteilen ein Thema. Vor dem Hintergrund der Pandemie wisse niemand, „wie sich das Ganze weiterentwickelt“. Es seien viele Fragen offen, etwa die der Höhe der Gewerbesteuereinnahmen.

Diplomatie gehöre zu seinen Stärken, sagte Simon, ebenso die Führung von Mitarbeitern. Da komme ihm die jahrelange Arbeit in einem großen Konzern zugute. Bei der Siemens AG war Simon auch im Betriebsrat aktiv. Dort ist er seit Beginn seiner Ausbildung zum Kaufmann im Jahre 2003 beschäftigt.

Sein Arbeitsverhältnis könne er kurzfristig beenden, das sei bereits abgesprochen, versicherte der neue Mainhausener Rathauschef.

Enttäuscht zeigte sich UWG-Kandidat Gerald Wißler von seinem Wahlergebnis. „Ich habe nicht damit gerechnet zu gewinnen“, räumte er ein. Dass er am Ende vor Thomas Rachor liegen werde, allerdings schon. Ein Grund für sein schlechtes Abschneiden könne im fehlenden Internetauftritt liegen, der sei vielleicht doch wichtiger als er gedacht habe, meint Wißler. Frank Simon habe er schon vor der Auszählung der Briefwahlbezirke über WhatsApp gratuliert. Für ihn sei klar gewesen, dass der Sozialdemokrat gewinnt.

Thomas Rachor, der dritte Kandidat, war gestern Abend telefonisch nicht zu erreichen.

Von Oliver Signus

Stimmabgabe in Corona-Zeiten: Auch im Wahllokal Bürgerhaus Zellhausen (

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