Empfang des Gewerbevereins

Immer noch stolz auf Beach-Party

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Seit dem 1. März ist Thomas Horn (rechts) Verbandsdirektor des Regionalverbandes Rhein-Main. Gestern war der Jurist Gastredner beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins Mainhausen.  

Mainhausen - Viel Lokalkolorit gab es beim Neujahrsempfang des Mainhausener Gewerbevereins. Mit Thomas Horn hatten die Initiatoren nicht nur den neuen Verbandsdirektor des Regionalverbandes Rhein-Main eingeladen, sondern auch einen echten Mainhausener. Von Oliver Signus 

„Ich bin stolz, dass die Beach-Party heute immer noch gefeiert wird.“ Thomas Horn, seit Anfang des Monats neuer Verbandsdirektor des Regionalverbandes Rhein-Main wagte als Gastredner beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins Mainhausen am gestrigen Sonntag im Alten Rathaus in Zellhausen eingangs einen Ausflug in die 1980er Jahre. Aufgewachsen „im Schatten der St.-Kilianus-Kirche“, war der 58-jährige Horn als junger CDU-Politiker Mitorganisator der nach wie vor beliebten Veranstaltung.

Thomas Horn, dessen Vater Karl Horn Jahrzehnte als Kommunalpolitiker für die CDU in Mainhausen aktiv war, sprach zum Thema „Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main - Champions League oder Regionalliga?“ und bezog dabei immer wieder seine frühere Heimat in die Ausführungen ein. Mit Blick auf die stetig wachsende Region könne Mainhausen durch seine günstige Lage profitieren. Horn machte aber auch deutlich, dass grundsätzlich im Ballungsraum eine bessere Infrastruktur geschaffen werden müsse. „Mit dem Verkehr kann das so nicht weiter gehen“, betonte er mit Blick auf kilometerlange Staus auf den Autobahnen und Bahnnetze, die in den vergangenen 20 Jahren so gut wie nicht ausgebaut wurden, jedoch einen Zuwachs bei Fahrgästen von 40 Prozent erfahren hätten. Horn begrüßte es daher, dass die Große Koalition den Entwurf eines Planungs- und Baubeschleunigungsgesetzes im Koalitionsvertrag formuliert habe. Es könne nicht sein, dass 30, 40 Jahre ins Land gingen, bevor Straßen- und Schienennetze ausgebaut würden. „Das muss auch innerhalb von zehn Jahren möglich sein.“ Mainhausen sei insgesamt gut ans Nahverkehrsnetz angebunden. Ein Bahnhof in Zellhausen, der kurze Weg von Mainflingen über die Kilianusbrücke nach Dettingen oder die Anbindungen an Frankfurt von Rodgau aus nannte er als Beispiele.

Beim Wohnungsbau müsse Mainhausen noch aktiver werden. Solle der Bedarf im Ballungsraum gedeckt werden, müssten im Wirkungsbereich des Regionalverbandes mit derzeit 75 Kommunen 14.700 Wohnungen pro Jahr gebaut werden. Heruntergerechnet auf Mainhausen müsste die Gemeinde 42 pro Jahr errichten lassen. Von 2010 bis 2016 waren es jedoch nur 23 im Schnitt. Die Voraussetzungen seien aber mit dem Entstehen neuer Wohngebiete gut. Auch seien Eigentum oder Mieten im Vergleich zum Taunus (Horn lebt in Kelkheim) noch bezahlbar. Dass Mainhausen nun möglicherweise von der Firma „Deutsche Glasfaser“ mit schnellem Internet ausgestattet werde, steigere die Attraktivität der kleinsten Kreiskommune. „Mainhausen wäre dann für die Zukunft gerüstet.“

In seiner Begrüßungsrede sprach zuvor Gewerbevereinsvorsitzender Peter Dievernich von einer Renaissance des ländlichen Raumes als Wirtschaftstraum der Zukunft. „Wir wollen und benötigen eine starke im Wettbewerb stehende Metropolregion“, sagte er. Die Stärke der Metropole komme aus der Region, deren Städte und Kommunen, „denn wenn das Umland wächst, stärkt es auch die Metropolregion“.

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Es entwickle sich ein Wirtschafts- und Lebensraum außerhalb der Zentren in ländlichen Gebieten. Er bietet, so Dievernich weiter, Unternehmen vorteilhafte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Allerdings bedeute dies auch, „dass der ländliche Raum technisch nachgerüstet werden muss“. Die Ausstattung mit Breitband sei daher unerlässlich, um im Wettbewerb mit anderen Regionen mithalten zu können.

Die Entwicklung ländlicher Räume sei daher eine zentrale Herausforderung der Kommunen. Sie müssten sie durch Infrastrukturmaßnahmen wie Wohnungsbau und einem flexiblen öffentlichen entliche Nahverkehr gesichert werden, so der Gewerbevereinsvorsitzende.

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