Interview mit Mainhausens UWG-Fraktionschef Gerald Wissler

„Luft nach oben gibt es immer“

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Gerald Wissler, Fraktionsvorsitzender der UWG Mainhausen.

Mainhausen - Gerald Wissler ist seit Mai 2016 Fraktionsvorsitzender der UWG Mainhausen. Im Gespräch mit OP-Redakteur Oliver Signus bezieht er Position zu Oppositionsarbeit und Ambitionen. Von Oliver Signus

Bei den Kommunalwahlen 2016 kam die UWG auf 16,5 Prozent und hat gegenüber 2011 kräftig zugelegt. Wo sehen Sie die UWG künftig? Ist denn da noch Luft nach oben? Die UWG wurde bei der letzten Kommunalwahl eine der stärksten Wählergemeinschaften im ganzen Kreis Offenbach, aber es gab auch Wählergemeinschaften mit über 20 Prozent. Das zeigt, welches Potenzial erreichbar ist, Luft nach oben gibt es immer.

Kritik an der Arbeit von Bürgermeisterin Ruth Disser (SPD) gibt es meist nur noch in den Haushaltsreden, und selbst dann ist sie verhalten. Warum scheint es so schwierig für die Opposition sich zu positionieren?

Natürlich haben wir auch vernünftigen Ideen der SPD und der Bürgermeisterin zugestimmt, wir hören uns immer ohne Vorbehalt alle Vorschläge an. Andererseits hat die UWG auch als einzige Fraktion gegen den Verkauf des Aureliushofs gestimmt, wir haben als einzige den Bericht des Rechnungsprüfungsamtes ernst genommen und gegen die Entlastung des Gemeindevorstandes für das Haushaltsjahr 2014 gestimmt, und nur wir waren gegen die unsinnige und millionenteure Dämmung des Bürgerhauses Zellhausen. Wenn also eine Fraktion in der Gemeindevertretung Mainhausen eine klare Positionierung für die Interessen der Bürger zeigt, dann ist es die UWG Mainhausen.

Wo gibt es ihrer Ansicht nach derzeit die größten Defizite in Mainhausen? Welche Schwerpunkte würden Sie gerne mit ihrer Fraktion setzen?

Die SPD hat gegen den Rat der UWG in den letzten Jahren das Tafelsilber der Gemeinde verschleudert, und was haben wir davon? Mainhausen gilt als reich, wir bekommen im Gegensatz zu Seligenstadt keinen Cent aus der Hessenkasse. Damit solche Fehler in Zukunft nicht mehr passieren, wollen wir mithelfen, die absolute Mehrheit der SPD zu beenden. 

Die UWG hat mit Michael Stirnweiß bei den Bürgermeisterwahlen 2015 mit 36,4 Prozent ein beachtliches Ergebnis erzielt. Könnten Sie sich vorstellen, bei der nächsten Wahl gegen Ruth Disser anzutreten?

Schon die Frage zeigt ja, dass zumindest die OP es sich vorstellen kann. Die UWG ist glücklicherweise so gut aufgestellt, dass wir bei der letzten Bürgermeisterwahl unter mehreren Kandidaten auswählen konnten. Ich denke, wir haben mit unserem Vorsitzenden Michael Stirnweiß einen ausgezeichneten Kandidaten ins Rennen geschickt, und das großartige Ergebnis gegen eine langjährige Amtsinhaberin spricht für sich. Wie die UWG sich bei der nächsten Bürgermeisterwahl verhalten wird, werden wir entscheiden, wenn es so weit ist.

Sie waren früher in verschiedenen rechtsradikalen Parteien aktiv. Wo sehen Sie heute ihre politische Heimat?

Die Frage ist einfach zu beantworten: Meine politische Heimat ist die UWG in Mainhausen. Hier habe ich nicht nur politische Übereinstimmungen, sondern im Gegensatz zu den von Ihnen erwähnten Parteien auch private Freundschaften gefunden, die ich nicht mehr missen möchte.

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