Kinderbetreuungs-Bilanz

Den Rechtsanspruch erfüllt

Mainhausen - Die Bereitstellung von ausreichend U3-Betreuungsplätzen ist für viele Kommunen ein Problem, nicht jedoch für die Gemeinde Mainhausen.

Dem Rechtsanspruch der Eltern ab August „werden wir vollumfänglich nachkommen“, so Bürgermeisterin Ruth Disser merklich stolz. Bekanntlich müssen die Kommunen bis dahin mindestens 35 Prozent der Eltern-Forderungen sicherstellen. „Neben der bereits bestehenden Krippe und den Tagesmüttern eröffnet der katholische Kindergarten St. Kilian in Mainflingen spätestens im September eine Krippengruppe. An der energetischen Sanierung und der Schaffung der U3-Plätze beteiligt sich die Gemeinde mit rund 50 Prozent an den Kosten.“

Neben den gemeindlichen und den kirchlichen Kindertagesstätten steht im Ortsteil Mainflingen die „Villa Kunterbunt“ als private Einrichtung zur Verfügung. „Angebot und Arbeitsweise der Villa sind weitere Bausteine eines durchaus flexiblen, vielfältigen und pädagogisch guten Betreuungsangebotes in unserer Gemeinde“, stellt die Verwaltungschefin fest. „Wir bieten einen Betreuungsstandard, der sehr hochwertig und ausgewogen ist. Diesen Standard gilt es zu erhalten und weiter den Bedürfnissen anzupassen.“

Kosten von 2,3 Millionen Euro

Der Erhalt des Betreuungsangebotes kostet die Gemeinde zurzeit rund 2,3 Millionen Euro, von denen durch Elternbeiträge und Zuschüsse nur rund 300.000 Euro gedeckt sind. Neben den Kosten für die gemeindeeigenen Einrichtungen „Farbenland“, „Haus der kleinen Kleckse“ und „Panama“ trägt die Kommune 81 Prozent der Kosten für die kirchlichen Kitas und 58 Prozent der Kosten für die „Villa Kunterbunt“. Von dort liegt bereits ein Antrag für einen höheren Zuschuss vor.

In den vergangenen Jahren haben sich die Anforderungen verändert. Das Bedürfnis nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf hatte große Umstrukturierungen zur Folge. „Der klassische Kindergarten der 80er Jahre gehört ebenso der Vergangenheit an wie eine Kinderpolitik, die auf dem Aufstellen von Spielgeräten beruht“, sagt Disser. Hohe pädagogische Anforderungen, individuelle Betreuung Benachteiligter und ein zeitlicher Betreuungsrahmen von 7 bis 17 Uhr verursachten jedoch hohe Kosten. „Wir stellen diese Leistungen gerne und aus Überzeugung zur Verfügung, da die Notwendigkeit außer Frage steht.“

In Mainhausen sei das Betreuungsangebot stetig den geänderten Rahmenbedingungen angepasst worden. So seien im Jahr 2004 die drei gemeindlichen Kindergärten zu Kindertagesstätten mit 20 Ganztagesplätzen und Mittagsversorgung pro Einrichtung umstrukturiert worden. Immer wieder seien die Öffnungszeiten erweitert und angepasst worden. Ein Jahr später zogen die kirchlichen Einrichtungen mit Ganztagsplätzen nach, und seitdem haben sich Nachfrage und die Anzahl der Plätze kontinuierlich erhöht. „So stehen in den Mainhäuser Kindergärten seit 2009 pro Tagesstätte 40 Ganztagesplätze zur Verfügung.“

Ein bewährtes Netzwerk

Schon 2004 kamen die ersten Anfragen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Obwohl es noch keine gesetzlichen Vorgaben gab, stellte die Kita „Farbenland“ in Zellhausen schon 2005 die ersten sechs Plätze bereit. Um die Betreuung weiter auszubauen und ein weiteres Standbein zu schaffen, wurden die seit vielen Jahren tätigen Tagesmütter zu einem Netzwerk zusammengefasst. Mit Hilfe von Fördermitteln des Landes konnte eine Stelle in der Verwaltung geschaffen werden. Seit fast acht Jahren baut Christiane Franzel den Kontakt zu den Tagesmüttern und das Netzwerk stetig aus und hilft betroffenen Eltern in Notsituation unbürokratisch und schnell weiter.

Mittlerweile entstand ein Erweiterungsbau an der katholischen Kindertagesstätte in Zellhausen. Dort finden seit über einem Jahr 20 Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Platz in der Krippe. Im Zuge dieser Erweiterung wurde das Gebäude energetisch saniert. Die Unterhaltung der beiden Gruppen finanziert die Gemeinde komplett. Erweiterung und Sanierung wurden teilweise aus Bundes- und Landesmitteln finanziert. Den Rest stemmt ebenfalls die Gemeinde Mainhausen. J mho

Rubriklistenbild: © dpa

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