Es mangelt schon am Essen

Kongolesischer Geistlicher erneut zu Gast in Mainhausen

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Bereits zum siebten Mal war der kongolesische Pfarrer Dr. Mbumba Bonaventura zu Gast in Mainhausen. Das Foto zeigt ihn mit Diakon Thomas Unkelbach und Mainhausens Pfarrer Bernhard Gugerel (von links).  

Mainhausen - Zum siebten Mal seit 2004 war der kongolesische Pfarrer Dr. Mbumba Bonaventura für einige Tagen zu Gast im Pfarrhaus in Mainflingen bei Mainhausens Seelsorger, Pfarrer Bernhard Gugerel, und den beiden dortigen Pfarrgemeinden Sankt Kilian und Sankt Wendelinus. Von Thilo Kuhn

„Ich bin wieder gerne nach Mainhausen gekommen, um meinem Freund Bernhard und vielen Menschen zu danken für die Hilfe in der Vergangenheit und sie gleichzeitig um weitere Investitionen in die Menschlichkeit zu bitten. Es soll auch dieses Mal wieder eine Hilfe sein, die in unserem Selbstverständnis als Hilfe zur Selbsthilfe angenommen wird. Somit keineswegs ein Fass ohne Boden“, betont der Geistliche. Seine Heimat, die zentralafrikanische Republik Kongo, ist ein großflächiger Staat, etwa fünfmal so groß wie die Fläche der Bundesrepublik Deutschland. Es leben etwa 70 Millionen Menschen dort. Nach Unruhen und Bürgerkrieg in der Vergangenheit sei das Land zwischenzeitlich befriedet gewesen, sagte Pfarrer Bonaventura.

Doch machten im vergangenen Jahr erneut Meldungen über kriegerische Auseinandersetzungen und punktuelle Scharmützel im Kongo in den Weltnachrichten die Runde, die sicherlich nicht alle Regionen im gleichen Maße betrafen. Arbeitslosigkeit und Armut seien aber nach wie vor gravierend hoch. Bonaventura, der einst auch in Rom studierte, war neun lange Jahre Leiter des Priesterseminars im kongolesischen Bistum Bouma, unterrichtete auch in deutscher Sprache. Seit zwei Jahren gibt er Seminare als Professor für Moraltheologie, zeichnet verantwortlich für zwei weitere katholische Bistümer im Kongo und insgesamt rund 122 Studenten und Priesteramtsanwärter.

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Kongolesischer Pfarrer Bonaventura zu Gast

In seiner Heimatregion, weit weg davon in einem anderen Teil des Kongo, hat er schon vor mehr als zehn Jahren damit begonnen, vorwiegend mit Spendengeldern aus Europa, eine Berufs- und Ausbildungsschule aufzubauen. Vor gut zwei Jahren gab es jedoch einen herben Rückschlag: Eine Brücke, die eine Straße als wichtigste Transportverbindung zu diesem Projekt führte, war eingestürzt.  Bei der Ansiedlung der Ausbildungsschule konnten über die Jahre auch mit Hilfe von Spendengeldern aus dem Ostkreis sieben Häuser errichtet werden. Zwei davon dienen als Internat mit Schlafräumen. Fünf weitere Gebäude werden vor allem für Unterrichtsräume, Werkstätten und Essenssäle genutzt, für die mittlerweile etwa 130 gemeldeten Auszubildenden.

Ausbildungsberufe, die motivieren und perspektivlosen einheimischen Jugendlichen, eine Zukunft bieten können sind dort derzeit: Mechaniker, Elektroanlagen-Installateur und Kfz-Mechatroniker, überwiegend für junge Männer. Büroberufe wie Bürokaufleute und Datenerfassung bevorzugen junge Frauen. Zu den Anschaffungen der jüngeren Vergangenheit gehören Schulbänke im Wert von 3 000 Euro, berichtet der Geistliche weiter. Die kongolesische Regierung trage lediglich die Kosten für die Lehrer, nicht aber für Gebäude, Verpflegung und Ausbildungsgegenstände. „Oft wissen wir sonntags noch nicht, welche Verpflegung wir den Schülern und Lehrkräften für die kommende Woche anbieten können“, beschreibt Bonaventura die Situation.

Auch die Finanzierung seiner Reise nach Deutschland habe sich besonders schwierig gestaltet. Er habe einen Kredit dafür aufnehmen müssen, dessen Rückzahlung ihm noch Probleme bereiten werde. Ohne Visum, offizielle Einladung aus Deutschland, nachgewiesener privater Krankenversicherung sowie der Verpflichtungserklärung eines „Bürgen“ hätte Dr. Bonaventura die Reise gar nicht antreten können.

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In Planung sind für die nächsten Jahren der Bau eines Technikgebäudes für umgerechnet etwa 40.000 Euro sowie eines weiteren Konferenz- und Seminarraumes (50.000 Euro). Aus Geldmangel sind die Projekte bereits um mindestens ein Jahr verschoben worden.

Spenden können zu den Öffnungszeiten im Pfarrbüro Mainflingen abgegeben werden oder unter dem Stichwort „Kongohilfe“ auf das Konto der katholischen Pfarrgemeinden Mainhausen, Bankverbindung DE 98 5056 1315 0001 3192 64, überwiesen werden. Pfarrer Gugerel und Pfarrer Bonaventura verbürgen sich für die hundertprozentig sachgerechte Verwendung der Spendengelder. Außerdem werde regelmäßig über Fortschritte berichtet.

Wer mehr über die Arbeit von Pfarrer Dr. Mbumba Bonaventura erfahren möchte, kann auch über E-Mail Kontakt zu ihm aufnehmen: mbumgbangu@yahoo.fr

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