NABU sucht noch Helfer

Kröten wandern wieder

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Ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbundes sammeln Kröten ein und tragen sie über die Straße. Damit auch in diesem Jahr möglichst viele Tiere gerettet werden können, sucht der NABU noch Verstärkung.

Mainhausen - Wenn in den feuchten Frühjahrsnächten Ende Februar, Anfang März die Nachttemperaturen die Fünf-Grad-Marke erreichen, fällt der Startschuss für eine der beeindruckendsten Massenwanderungen unter den Amphibien.

Einzeln oder Huckepack streben die Erdkröten den Gewässern entgegen, in denen sie das Licht der Welt erblickten.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung gelten Erdkröten als „besonders geschützt“. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Im Ostkreis setzt sich der Naturschutzbund (NABU) dafür ein, dass die Tiere sicher ihr Ziel erreichen. Hartmut Müller von der NABU-Gruppe Seligenstadt und Mainhausen weist deshalb auf das Vorbereitungstreffen für die Amphibienzaunbetreuung 2014 hin. Es findet am Mittwoch, 15. Januar, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Mainflingen (Humboldtstraße 46-48) statt. „Für den Zaunaufbau und die Kontrolle brauchen wir noch Helfer“, so Müller. Im vergangenen Jahr haben Schutzzäune und der Einsatz von Ehrenamtlichen dazu beigetragen, dass fast 1 000 Amphibien unbeschadet zu den Laichgewässern gelangt sind.

Alle zur gleichen Zeit scheinen sich die Kröten dort einzufinden. Bereits im Herbst machen sie sich auf den Weg. Aus einem Umkreis von mehr als drei Kilometern versammeln sie sich um das Laichgewässer. Den Härten des Winters trotzen sie unterirdisch in Mauselöchern, unter Steinen und Totholz. Bei günstiger Witterung werden in den ersten zwei Nächten bereits 80 bis 90 Prozent der überlebenden Kröten das Laichgewässer erreichen. Ihre fünf Meter langen Laichschnüre mit 2 000 bis 6 000 Eiern verankern sie an Pflanzen, toten Ästen und anderen Strukturen am Grund des Gewässers. Nach der Eiablage – meist Ende März/Anfang April – beginnt die Rückwanderung in die Sommerlebensräume.

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Abhängig von der Wassertemperatur schlüpfen die Kaulquappen nach zwei bis vier Wochen. Im Juni/Juli, nach der Metamorphose, verlassen die jungen Kröten dann das Laichgewässer. Oft als „Froschregen“ wahrgenommen, beginnen die Böden der lichten Wälder der Umgebung zu leben. Abertausende von Kröten sind auf dem Weg, neue Lebensräume zu erobern. Auf ihrer Wanderung stellen Straßen ein kaum überwindbares Hindernis da. Denn die wechselwarmen Tiere sind bei niedrigen Temperaturen nicht in der Lage, diese zügig zu überqueren. „Bereits bei einem Verkehrsaufkommen von neun Autos pro Stunde werden mehr als 80 Prozent der Tiere überfahren“, weiß Hartmut Müller. Im Ostkreis sind die Kröten vor allem an der Gemarkungsgrenze zwischen Seligenstadt und Zellhausen unterwegs. Im Frühjahr 2010 nahm sich die Gemeinde Mainhausen mit Unterstützung des NABU und des Internationalen Bundes Langen erstmals des Problems an.

Wer das Projekt unterstützen möchte, ist zu dem Vorbereitungstreffen eingeladen.

kd

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