„Leidenschaft, Verantwortung, Augenmaß“

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Amtseinführung für Bürgermeisterin Ruth Disser: Mehr als 200 Bürger waren dabei, als Erster Beigeordneter Hans Joachim Funkert ihr die Ernennungsurkunde überreichte - die FDP-Fraktion nicht.

Mainhausen (th) ‐ „Frauen sind anders“ sangen die Moafährladies der Sängervereinigung Mainflingen - und Mainhausens Bürgermeisterin Ruth Disser hätte wohl am liebsten mitgesungen.

Gut gelaunt und strahlend zeigte sie sich am Freitagabend im Bürgerhaus Mainflingen, wo sie im Verlaufe einer öffentlichen Gemeindevertreterversammlung ihre Ernennungsurkunde für die zweite Amtsperiode als Bürgermeisterin erhielt. Mit 66,9 Prozent der Stimmen hatte Disser die Wahl im September vergangenen Jahres gewonnen, am 1. Februar beginnt die zweite Amtszeit.

In diesem Amt darf nicht die Selbstverwirklichung im Mittelpunkt stehen, sondern die Pflichterfüllung“, betonte Gemeindevertretervorsteher Dieter Jahn in einer kurzen Gratulation, bevor die Fraktionsvorsitzenden ihre Grußworte sprachen. Leidenschaft, Verantwortung und Augenmaß zeichneten die Bürgermeisterin aus, sagte Kai Gerfelder für die SPD-Fraktion und betonte das Vertrauen und den Respekt in der Zusammenarbeit mit Ruth Disser. Johannes Wegstein gratulierte für die CDU und unterstrich, wie wichtig der faire Umgang miteinander in der Politik sei. Auch UWG-Fraktionschef Manfred Stolz sprach Glückwünsche aus. Die FDP-Fraktion hatte sich mit Verweis auf andere Verpflichtungen und Urlaub entschuldigt.

Schwere Herausforderungen

Nicht immer spiegelt die Gemeindevertretung den tatsächlichen Bürgerwillen wieder“, konnte sich Ruth Disser in ihrer Ansprache eine kleine Spitze nicht verkneifen. Sie bedankte sich bei allen Wählern und ihrer Wahlinitiative für das Ergebnis, das Antrieb für sie sei, weiter hart für das Wohl der Bürger zu arbeiten. Und sie zeigte sich selbstbewusst: „Alles, was ich vor sechs Jahren versprochen habe, ist erfüllt oder in der Umsetzung.“

Als Beispiele nannte sie unter anderem den Schulneubau, die erweiterte Kinderbetreuung, den Neubau der Feuerwehrhäuser. Die kommenden Jahren seien nun von schweren Herausforderungen geprägt, gerade was die finanziellen Mittel angehe. „Aber, die Probleme sind lösbar“, so die Bürgermeisterin, die sich für eine intensivere Zusammenarbeit der drei Ostkreiskommunen aussprach. Und: „Immer mehr Aufgaben werden an die Kommunen delegiert.“ Aber: Wahlversprechen von Bundes- und Landespolitikern dürften nicht auf Kosten der Kommunen umgesetzt werden.

Parteifreundin ist stolz

Vor den über 200 Bürgern, die der Amtseinführung beiwohnten, war es an der Landtagsabgeordneten Dr. Judith Pauly-Bender (SPD), ein erstes Grußwort zu sprechen. Sie betonte, dass Ruth Disser eine „leidenschaftliche Politikerin mit festem Wertekonzept“ sei. Die Hoffnung, auch in Zeiten knappen Geldes und höherer Erwartungen weiter gut zusammenzuarbeiten, sprach Kreisbeigeordneter Carsten Müller aus.

Für die Bürgermeister des Kreises Offenbach betonte Hainburgs Verwaltungschef Bernhard Bessel die hohe Erwartung der Bürger an das Amt und lobte die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mainhausen. Pfarrerin Regina Westphal sprach einen afrikanischen Segen für Ruth Disser aus, für den Sportkreis Offenbach gratulierte der Vorsitzende Peter Dinkel. „Sie stehen für eine moderne Politik“, sagte der Vorsitzende des Gewerbevereins Mainhausen, Peter Dievernich, und schenkte der Mainhausener Bürgermeisterin eine Schaufel, „um alle Probleme aus dem Weg zu räumen“. Gemeindebrandinspektor Joachim Unkelbach zeigte sich ebenfalls witzig-pragmatisch und überreichte ein Buch zum Grundlehrgang für Feuerwehrleute. „Wir sind stolz auf dich, wir stehen hinter dir“, rief abschließend die Vorsitzende der SPD Mainhausen, Gisela Schobbe, ihrer Parteifreundin zu. Den musikalischen Schlusspunkt einer launigen und würdigen Amtseinführung setzte dann der Sängerbund Mainflingen, bevor der Abend mit einem Umtrunk ausklang.

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