Maske zu verkaufen

Mainhausen: Agentur erfindet sich in der Corona-Krise neu

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Gut geschützt: Das Coquit-20-Team mit Caroline Herr, Felix Wollweber, Jan Fechner und Katja Baumbach (von links) präsentiert seine Pakete.

In Mainhausen hat sich eine Agentur in der Corona-Krise als Online-Händler für Masken und Desinfektionsmittel neu erfunden. Die Nachfrage ist groß.

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  • Eine Agentur aus Mainhausen muss in der Corona-Krise umdisponieren
  • Online-Shop verkauft Masken und Desinfektionsmittel zum Schutz vor dem Coronavirus
  • Die Nachfrage ist riesig

MainhausenCorona macht erfinderisch. Das zeigt sich etwa am Beispiel der Mainhäuser Medien- und Marketingagentur MWP. Derweil das Kerngeschäft der Krise wegen auf Sparflamme köchelt, hat sich die Firma ein zweites Standbein zugelegt: Coquit-20. Der Name steht für „Quit the covid 2020“ und damit für das Bestreben, die Covid-19-Pandemie im nächsten Jahr zu beenden.

Online-Shop aus Mainhausen liefert bis zu 50 000 Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

Dahinter stecken der Wirtschaftspsychologe Felix Wollweber, der Online-Experte Jan Fechner und die angehende Lehrerin Katja Baumbach, „Wir wollen, dass die Menschen sich wieder näher kommen können“, erläutert Wollweber. Deshalb vertreibt das Team waschbare Gesichtsmasken für Kinder und Erwachsene sowie Desinfektionsmittel in großem Stil. „Wir können bis zu 50 000 Masken und bis zu 100 000 Liter Desinfektionsmittel pro Woche liefern“, versichern die frisch gebackenen Online-Händler.

Corona-Krise: Agentur aus Mainhausen gründet Online-Shop für Masken und Desinfektionsmittel

Dafür haben die Drei ihre Produkte zu verschiedenen Paketen geschnürt. Singles, Paare, Familien – alle bekommen die Menge, die sie benötigen. Zu den Großkunden zählen Kliniken, Apotheken, Outlets, Autohäuser, Schulen und Ministerien. Sie erhalten das Desinfektionsmittel in Fünf-Liter-Kanistern.

Wie die jungen Leute auf diese Idee gekommen sind? „Unter den Kunden unserer Agentur sind mehrere Pflegeeinrichtungen“, erzählt Wollweber. „Die haben gefragt, ob wir Mundschutz und Handdesinfektionsmittel besorgen können.“ Also schauten er und Fechner sich im Internet um. „Da haben wir so gute Lieferanten gefunden, dass wir zumindest für die Zeit der Krise komplett umgestellt haben.“ Das Desinfektionsmittel sei von einer Firma, die mit dem Fraunhofer-Institut zusammenarbeite, die Mund-und-Nasen-Masken – auch in Kindergröße – würden in Polen genäht. „In Deutschland wäre das leider zu teuer.“

Nachfrage hoch: Online-Shop aus Mainhausen liefert Masken und Desinfektionsmittel zum Schutz vor Coronavirus

Die erhöhte Nachfrage erforderte bald mehr Platz. Und auch mehr Personal zum Verpacken sowie Versenden der Ware. Da sprang der Kraftsportverein Mainhausen ein, unter seinen Mitgliedern einfach als „Studio“ bekannt. „Ohne zu zögern hat uns der KSV seine Räume zur Verfügung gestellt“, berichtet Wollweber dankbar. So werden die Pakete in einem derzeit ungenutzten Fitnessstudio versandfertig gemacht. Um alle Kunden bedienen zu können, ist das Team außerdem rasch um viele fleißige Hände gewachsen.

Von Markus Terharn


Corona als Chance nutzen, um mit vorhandenen Produktionsmöglichkeiten einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten: Das hat sich die Firma Ehmann aus Mainhausen zum Ziel gesetzt.

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