Acht-Punkte-Katalog / Dreigeschossige Bebauung abgelehnt

Mainhausen: BUND kritisiert Pläne für das Wohngebiet Zellhausen-Süd

Baugebiet Zellhausen-Süd aus der Vogelperspektive
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Baugebiet Zellhausen-Süd: Der BUND legt einen Katalog mit markanten Änderungen vor.

Ähnlich wie beim 19 Hektar großen Westring-Areal in Seligenstadt scheiden sich auch am rund 13 Hektar umfassenden Baugebiet Zellhausen-Süd in der Nachbargemeinde Manhausen die Geister. Kritik gibt es nach den Grünen („überdimensioniert“) nun auch vom BUND.

Mainhausen – Die Gemeindevertretung hatte im Dezember 2019 einen ergänzenden Aufstellungsbeschluss für die Erweiterung des Geltungsbereichs des Bebauungsplanes gefasst. Dadurch soll der Bau einer Sammelstraße zur direkten Anbindung des Neubaugebiets an die L 3065 sowie gleichzeitig eine Entlastung der Ortslage ermöglicht werden. Das Baugebiet solle daher um drei Hektar nach Osten erweitert werden, damit vergrößert sich die Gesamtfläche von zehn auf 13 Hektar. Die Ergebnisse eines im September 2019 veranstalteten Bürgerworkshops sowie die Erarbeitung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts hätten maßgeblich zu der Entscheidung für diese Erweiterung beigetragen, argumentierte der Gemeindevorstand damals.

Mit Vollmacht des Landesverbandes, „der nicht als Träger öffentlicher Belange beteiligt wurde“, legt Thorwald Ritter, der BUND-Ortsvorsitzende, eine Stellungnahme vor. „Freundlicherweise“ hatten Verwaltung und Fachausschuss eine Beteiligung ermöglicht. Insgesamt acht Planungsaspekte greift der BUND in seiner Stellungnahme auf.

.  So soll die drei Hektar große Teilfläche südlich der stillgelegten Industriebahn nicht versiegelt/bebaut werden. „Der sparsame Umgang mit Boden gebietet den Erhalt der Ackerflächen und des Naherholungsraums. Bei einer Ausweitung des Ortsrands werden diese massiv verändert und beeinträchtigt.“

.  Die Erschließungsstraße (Planstraße A) soll nach BUND-Vorstellung nicht als zweite Entlastungsstraße, sondern als verkehrsberuhigte Wohnstraße (Spielstraße) konzipiert an den Steinweg angeboten werden und auch keine neu geplante Grünanlage diagonal queren. Ringstraße und Waldstraße seien ausreichend dimensioniert, um die Andienung des Wohngebietes samt Infrastruktur zu gewährleisten. Eine zügige Anbindung des Bahnhofs könne über die Waldstraße erfolgen und zur Verbesserung der Radnutzung mit Schutzstreifen und Tempo 30 gestaltet werden.

.  Ein „urbanes Gebiet” mit einer dreigeschossigen Bebauung in direkter Nachbarschaft zu Streuobst- und Blühflächen lehnt der BUND ab, dagegen sei die Ausweisung von Flächen für den Sozialen Wohnungsbau südlich der Waldstraße oder in Verlängerung der ABC-Straßen sowie am Steinweg städtebaulich eher verträglich.

.  Die Querschnittdarstellung der Planstraße mit alleenähnlichem Charakter beinhaltet einen Radwegstreifen auf einer Seite, doch das widerspreche aktuellen Empfehlungen für die Gestaltung des innerörtlichen Radverkehrs. Für die Planstraße sollte eine Gestaltung als Wohnstraße erwogen werden.

.  Um CO2-neutrales Wohnen zu ermöglichen, schlägt der BUND die verbindliche Errichtung von Fotovoltaik- und Solarthermischen Anlagen vor. „Die Gebäude für den Gemeinbedarf können eine Vorbildfunktion haben und alternativ auch ihren Wärmebedarf über Blockheizkraftwerk und/oder Hackschnitzel decken.“

.  Die Gebäude für Gemeinbedarf sollen nach BUND-Vorstellungen „nicht rund um eine zerteilte Grünanlage getrennt angeordnet werden, sondern südlich der vorgeschlagenen Wohnstraße mit Anbindung an den Steinweg am neuen Ortsrand liegen.“

.  Um die Einsparung von Trinkwasser zu fördern, soll eine Rangfolge für die Regenwassernutzung (Toilette, Waschmaschine und Gartenbewässerung) vor Versickerung und vor Einleitung festgesetzt werden. „Eine weitere Steigerung der Trinkwassernachfrage wird zu Schäden in den Wasserschutzzonen und Wäldern führen, da die Grundwasserneubildungsrate infolge der Trockenjahre weiter sinkt.“

.  Weitere Ausgleichsmaßnahmen sollten in der Dreiecksfläche zwischen Gleisanlage, Autobahn und Steinweg (Hinkelsteinweg) erfolgen, „wo insbesondere illegale Nutzungen beseitigt werden müssen.“  (mho)

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