Kein Friedhof der Kuscheltiere

CDU-Antrag ohne Mehrheit: Bürgerhaushalt bleibt - Geld für Pro Familia

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Einen Tierfriedhof zu unterhalten sei nicht Aufgabe der Kommune: Deshalb lehnten die Gemeindevertreter das CDU-Ansinnen mehrheitlich ab.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Ähnlich wie der Schauspieler Bill Murray, der in der Hollywoodkomödie von 1993 in eine Zeitschleife gerät und stets denselben Tag von Neuem beginnt, müssen sich die Mainhausener Gemeindevertreter vorkommen, wenn die UWG-Fraktion im Zuge der Haushaltsdebatte ihren Antrag zur Abschaffung des Bürgerhaushalts einbringt.

Mainhausen –  Angesichts der geringen Beteiligung sei dieser entbehrlich, meinte Fraktionschef Gerald Wissler auch in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter im Bürgerhaus Mainflingen. „Wirklich perfekt findet den keiner, jeder findet ihn verbesserungswürdig“, argumentierte er und plädierte dafür, die im Haushalt vorgesehenen 4 400 Euro zu sparen.

Gemeindevertreter Jens Malsy (SPD) entgegnete, dass mehr Anträge von Bürgern eingegangen seien als im Vorjahr. Dabei gebe es Vorschläge, die direkt der Verwaltung zur Lösung vorgelegt würden. Letztlich kam es wie in den vergangenen Jahren: Außer der antragstellenden UWG stimmten alle Fraktionen gegen die Abschaffung des Bürgerhaushalts.

Die CDU scheiterte mit der Idee, einen Tierfriedhof anzulegen. Immer mehr Menschen wollten ihr Haustier nach dem Ableben beerdigen, meinte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dieter Stegmann zur Begründung. Der Gemeindevorstand solle daher prüfen, ob eine Fläche zur Verfügung stehe. 1000 Euro wollte die Union für Planungskosten im Etat berücksichtigt wissen.

Gemeindevertreter Hans-Christian Falkenberg (SPD) meinte, dass ein Tierfriedhof in private Hände gehöre, und wies darauf hin, dass es in Seligenstadt eine Privatfirma gebe, die das vermittle. Wissler kündigte die Unterstützung der UWG an, da seiner Ansicht nach die Verwaltung nur prüfen solle, ob das gehe. Sozialdemokrat Malsy sah das anders. Da die Gemeinde Fläche und Geld für die Planung zur Verfügung stellen solle, „verstehen wir es so, dass sie den Tierfriedhof auch unterhalten soll“. SPD-Fraktionschef Frank Simon ergänzte, er habe in ganz Hessen keine Kommune gefunden, die einen Tierfriedhof unterhalte. Er sehe dies auch nicht als gemeindliche Aufgabe. Wenn es Bedarf geben, sei das Privatsache. SPD und FDP lehnten ab, die UWG unterstützte die CDU.

Eine Mehrheit fand die UWG für ihr Ansinnen, die Arbeit von Pro Familia finanziell zu unterstützen. Obwohl auch Mainhäuser die Beratung in Anspruch nähmen, habe sich die Gemeinde bislang nicht an den Kosten beteiligt. Dafür sollten künftig 15 Cent pro Einwohner und Jahr (1470 Euro) ausgegeben werden. SPD-Mann Simon wies darauf hin, dass bereits 1000 Euro eingestellt seien, daher müsse nur noch um 470 Euro aufgestockt werden. SPD, UWG und FDP stimmten dafür, die CDU dagegen. Die Union forderte in einem eigenen Antrag einen Betrag von 20 Cent pro Einwohner und Jahr (2000 Euro), fand aber keine Mehrheit.

VON OLIVER SIGNUS

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