„Eine gute Lösung für alle“

Mehrheit für Verkauf des Aureliushofs

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Der Aureliushof und sein rund 10 000 Quadratmeter großes Grundstück sollen verkauft werden. Zum Seniorenwohnheim gehört auch das „Mühlencafé“, im Hintergrund rechts.  

Mainhausen - Die Gemeindevertretung hat am Dienstagabend in einer Sondersitzung den Verkauf des Aureliushofs samt Grundstück sowie die Auflösung der Wohntreff-Mainhausen-GmbH mehrheitlich beschlossen. Von Oliver Signus 

Der Gemeindevorstand hat nun den Auftrag, mit dem Kaufinteressenten offiziell zu verhandeln. Den Verkauf des Aureliushofs nennt Bürgermeisterin Ruth Disser „eine gute Lösung für alle“. Sie warb daher in der Sondersitzung der Gemeindevertreter am Dienstagabend im Zellhausener Bürgerhaus für ihren Antrag, der den Gemeindevorstand legitimiert, in entsprechende Verhandlungen einzutreten. Der Verkauf des Seniorenwohnheims am Mainflingener Ginkgoring und die Auflösung der Wohntreff-GmbH waren die einzigen Tagesordnungspunkte. Der Verkaufserlös (rund 9,1 Millionen Euro sind im Gespräch, Anm. d. Red.) sollte für die Wohntreff-GmbH, die Abwicklung, usw. verwendet werden und mindestens zu einer schwarzen Null führen, sagte die Bürgermeisterin und betonte, dass der derzeit einzige konkrete Interessent diese Bedingung erfülle.

Auch stehe der Investor, über den sich die Bürgermeisterin noch in Schweigen hüllt, dafür ein, dass der Aureliushof weiter in seiner jetzigen Form bestehen bleibe. „Der Aureliushof, das Mietverhältnis, die Nutzung und der Betrieb dürfen keinesfalls gefährdet werden“, erklärte sie. So sei eine Verlängerung des Mietvertrages auf vorerst 20 Jahre vorgesehen. Die Zukunft der gemeindeeigenen GmbH sei sehr eng mit der Zukunft Mainhausens verbunden. „Wenn die Wohntreff-GmbH nicht mehr gehalten werden kann, gefährden wir nicht nur den Bestand des Seniorenheims, sondern auch die Handlungsfähigkeit der Gemeinde auf Jahre hinaus“, fährt Disser fort. Daher habe sie nach Möglichkeiten gesucht, die Zukunft für alle Beteiligten zu sichern.

Im Übrigen sei ein weiteres Kaufangebot angekündigt worden, aber noch nicht bei der Verwaltung eingegangen. Die UWG-Fraktion wollte sich nicht auf den Kontakt zu einem Investor durch eine „Zufallsbekanntschaft“ der Bürgermeisterin verlassen. Fraktionschef Gerald Wissler schlug daher vor, mehrere Varianten zu prüfen. Dazu brachte die Fraktion einen Änderungsantrag ein, der allerdings keine Mehrheit fand. In seinem Redebeitrag brachte Wissler unter anderem eine Übernahme der Wohntreff-GmbH durch die Gemeinde (Liquidation) und eine Insolvenz der Gesellschaft ins Spiel.

Bilder: Bikertreff am Badesee

Unterschiedlicher Meinung war man innerhalb der CDU-Fraktion. Während Vorsitzender Johannes Wegstein den Verkauf als „sinnvoll“ bezeichnete, kritisierte Dieter Stegmann die Pläne. Er sprach sich für die Fortführung der GmbH aus und rechnete vor, dass in 17 Jahren Haus und Grundstück der Gemeinde gehören würden.

Für den Verkauf sprach sich auch FDP-Fraktionschef Paul Schröder aus. Eine Gemeinde sollte nicht als Unternehmer auftreten. Die Gemeinde sei „immer im Obligo“. Er wies - wie auch Ruth Disser - darauf hin, dass nun Reparaturen anfallen. Die Bürgermeisterin hatte in ihrem Redebeitrag ausgeführt, dass nach nunmehr rund 13-jährigem Betrieb die ersten Erneuerungen fällig seien.

Bei der namentlichen Abstimmung sprachen sich 19 Abgeordnete für den Antrag aus, sechs (alle vier UWG-Abgeordneten sowie Bernd Handreke und Dieter Stegmann, beide CDU) stimmten dagegen.

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