Der Wirtschaft dienlich

Gewerbeverein verteidigt ersten Doppelhaushalt

Mainhausen - Weil sie unter anderem ihre Handlungsspielräume eingeengt sehen, kritisierte die Opposition in der Mainhausener Gemeindevertretung den im Dezember verabschiedeten ersten Dopplehaushalt. Von Oliver Signus 

Chancen für die lokale Wirtschaft sieht hingegen der Vorsitzende des örtlichen Gewerbevereins, Peter Dievernich. Der erste Doppelhaushalt für Mainhausen sorgte für Diskussionen in der Gemeindevertretung, die Opposition kritisierte, dass er „im Schweinsgalopp“ verabschiedet wurde und es zu wenig Zeit zur Beratung gab. Auch gebe die Gemeinde Gestaltungsmöglichkeiten aus der Hand, fehlende Daten ließen zudem eine „solide Finanzplanung“ nicht zu. Letztlich votierte nur die SPD-Mehrheit für den Etatentwurf von Bürgermeisterin und Kämmerin Ruth Disser. Rückendeckung bekommt die Verwaltungschefin nun vom Vorsitzenden des Gewerbevereins Mainhausen, Peter Dievernich. Der ehemalige CDU-Gemeindevertreter sieht die Verabschiedung des Etats für 2015/16 angesichts der wirtschaftlichen Situation als richtige Entscheidung. „Unabhängig von der Reduzierung der administrativen Verwaltungsarbeiten ist der Doppelhaushalt ein wirtschaftsförderndes Element für die örtlichen Unternehmen“, betont Dievernich.

 Die „gesunde Mischung“ der Wirtschaftsstruktur von Mainhausen bilde ein breites Angebot der Zusammenarbeit, gekennzeichnet durch kurze Wege und direkte Kooperation. Bei einem einjährigen Haushalt seien die Zeitfenster durch vorgeschriebene Vergabefristen teilweise eng. Im Doppelhaushalt könnten sie hingegen wesentlich flexibler gestaltet werden. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, Auftragsvergaben – je nach Projekt – in einzelnen Bauschritten und nach Arbeitsfortschritten zu vergeben. „Derartige Elemente kommen dem örtlichen Handwerk zugute und stabilisieren Unternehmen und Arbeitsplätze“ so Dievernich weiter. Örtliche Beratungsleistungen der Kommunen reduzieren Kosten für „eingekaufte“ Beratungsfremdleistungen. Davon profitierten beide Seiten. Zudem werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter verbessert.

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Die Opposition sah in der Einbringung des ersten Doppelhaushalts auch wahltaktische Gründe der Rathauschefin. Schließlich stehen in diesem Jahr Bürgermeisterwahlen an, und Ruth Disser wird zum dritten Mal kandidieren. Nach Ansicht des Gewerbevereinsvorsitzenden könne von taktischen Beweggründen keine Rede sein. Schließlich sei ein Doppelhaushalt keine „Modeerscheinung“ und in vielen Kommunen des Kreises längst üblich.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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