Neue Friedhofsordnung

Gräber darf nur der Bauhof räumen

Mainhausen - Der Beschluss der Gemeindevertretung, Friedhofsordnung und -gebühren anzupassen, bringt einige Veränderungen mit sich. Die Vorarbeit zur Beschlussfassung leistete die vor einigen Jahren eingerichtete Friedhofskommission.

„Die Zusammenarbeit in der Friedhofskommission, die parteiübergreifend besetzt ist, läuft immer sehr gut und bietet die Chance zu sehr offenen und konstruktiven Beratungen“, stellt Bürgermeisterin Ruth Disser fest und weißt daraufhin, dass auch immer wieder gemeinsame Begehungen der gemeindlichen Friedhöfe durchgeführt werden.

So wurde in der Friedhofskommission und durch die Gemeindevertretung bereits vor einigen Jahren die künftige Entwidmung des Alten Friedhofs im Ortsteil Zellhausen beschlossen. Die Entwidmung kann aber erst mit Auslaufen der Ruhefristen aller auf dem Alten Friedhof befindlichen Gräber erfolgen, so Disser weiter. Eine Überprüfung habe ergeben, dass bis zum 30. Dezember 2042 alle Ruhefristen ausgelaufen sind. „Diese Tatsache wurde bereits bei der letzten Beschlussfassung der Friedhofsordnung im Jahr 2013 festgestellt“, erinnert die Verwaltungschefin. „Zurückgerechnet heißt dies, dass Erdbestattungen nur noch bis zum 31. Dezember 2018 erfolgen können, da die gesetzliche Ruhefrist 25 Jahre beträgt“, erläutert sie. Urnenerdbestattungen können in vorhandenen Gräbern hingegen bis zum 31. Dezember 2027 zugelassen werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Ruhefrist betrage hier 15 Jahre. „Durch diese Regelung ist festgeschrieben, dass die Entwidmung des Alten Friedhofs im Jahr 2043 tatsächlich erfolgen kann“, erläutert die Bürgermeisterin.

Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Ruhefristen ist ab dem 1. Januar 2028 eine weitere Bestattung, egal welcher Art, auf dem Alten Friedhof nicht mehr möglich.

Bereits gewährte Nutzungsrechte an Grabstellen, welche über dieses Datum hinaus gehen, bleiben davon unberührt, betont sie. Aber auch in diesen Fällen seien ab dem 1. Januar 2028 keine Bestattungen in den vorhandenen Gräbern mehr möglich.

Diese Regelung und die weitgehende Nutzung des Waldfriedhofes sorgen schon heute für freie Flächen auf dem Alten Friedhof. Auf den freien bzw. frei werdenden Flächen säen Mitarbeiter des Bauhofes Gras und setzen Pflanzen.

Weizen für Opa, Salbei für Oma - Originelle Grabpflanzen

Die Gemeindevertreter haben auch eine Gebührenerhöhung von im Schnitt vier bis fünf Prozent beschlossen. Eine Ausnahme liegt laut Disser nur bei den anonymen Urnengräbern vor, und bei den Kosten für zusätzliche Urnenerdbestattungen, die allerdings in der erhöhten Ruhefrist begründet sind. Durch die Anhebung dieser Frist von zehn auf 15 Jahre, mussten die Gebühren, neben einer Erhöhung der Abgabe um 4,5 Prozent um die allgemein längere Laufzeit angehoben werden. Nur im Bereich der Kosten für Grabräumungen mussten tatsächlich „massive Anpassungen“ vorgenommen werden: „Die Entsorgungskosten für Fundamente und Grabeinfassungen sind erheblich gestiegen“, erläutert die Bürgermeisterin die nun eingeführten Einschränkungen, „Das Abräumen von Gräbern durch Nutzungsberechtigte ist ab sofort nicht mehr gestattet und wird zukünftig nur noch vom Bauhof selbst durchgeführt, da diese die notwendigen Maschinen haben um alle Fundamentteile vollständig zu entfernen.“

Mit der Friedhofsordnung wurde eine weitere, bereits getroffene, Regelung zu den Urnenwänden und dem Ablegen von Blumenschmuck nochmals bestätigt. Auch weiterhin ist das Ablegen von Blumenschmuck, Kerzen usw. vor den Urnenwänden untersagt. Eine Ausnahmeregelung gibt es nur in der Zeit von Allerheiligen bis Totensonntag. Dann darf auch Blumenschmuck abgelegt werden. Die neue Gebührenordnung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Die neue Friedhofsordnung ist bereits in Kraft getreten. (sig)

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