Wie es gewesen sein könnte

Claudia Simon veröffentlicht biografischen Roman über Käthe Paulus

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Die Romanbiografie über Käte Paulus ist als E-Book (Kindle) erschienen und zählt 268 Seiten.

Der Name Käthe Paulus war Claudia Simon immer ein Begriff. Sie kannte die Luftfahrtpionierin als Erfinderin des Fallschirms, den sie selbst bei der Ausübung ihres Hobbys auf dem Rücken trug.

Mainhausen – Im August 1993 überbrachte Claudia Simon zur Eröffnung des Nürnberger Volksfests dem dortigen Bürgermeister den Bierschlegel zum Anzapfen aus der Luft. 100 Jahre nach Käthes erstem Sprung, der genau dort stattfand, war es ihr eine große Ehre, damit an sie zu erinnern.

Nach Berichten in überregionalen Medien erhielt Claudia Simon daraufhin Post aus Mainhausen. Erich Venuleth, der sich wie kein anderer für das Andenken von Käthe Paulus engagierte, schenkte ihr ein Buch mit Widmung und verschiedene Postkarten. Vielleicht auch aufgrund der Erkenntnis, dass der Name Käthe Paulus selbst unter Fallschirmspringern kein Begriff mehr war, begann Claudia Simon vor ein paar Jahren wieder, sich mit der außergewöhnlichen Frau zu beschäftigen. Sie hielt deren unglaubliche Lebensgeschichte für so spannend, dass sie auch Menschen faszinieren müsste, die kein Interesse am Fallschirmspringen haben. Der Weg zu dem Buch, das sie nun veröffentlicht hat, sollte aber ein langer und schwieriger werden.

Vergeblich versuchte Claudia Simon Kontakt zu dem Zellhausener Hobby-Historiker Erich Venuleth aufzunehmen. Seit 1980 hatte er Zeit, Geld und Herzblut in die Erstellung eines Archivs gesteckt, hatte sogar noch mit Zeitzeugen gesprochen. Allerdings war er inzwischen verstorben. „So plötzlich, dass er sein Wissen mit ins Grab genommen hat, wie mir sein Bruder erzählte“, schreibt Claudia Simon im Vorwort. Sie besuchte die Geburtsstätte von Käthe Paulus im Ortsteil Zellhausen, wo diese 1868 zur Welt kam. Den Bruder von Erich Venuleth traf sie durch Zufall – und er übergab ihr alle ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen.

Autorin Claudia Simon lebt heute in Garmisch.

Die Autorin forschte im Archiv des Deutschen Museums in München und im Ballonmuseum in Augsburg. Mit der Zeit stellte sie fest, dass die meisten Berichte auf dieselbe Quelle zurückgingen: Eine Biografie von Dr. Rudolf Bonnet aus dem Jahr 1965. Der Verfasser selbst stellt jedoch fest, dass in den noch verfügbaren Quellen so viele Unklarheiten, Widersprüche und sogar offensichtliche Fehler enthalten sind, dass „bei einem solchen Wirrwarr eine reinliche Scheidung von Dichtung und Wahrheit nie mehr gelingen kann“. Aus diesem Grund entschloss sich Claudia Simon dazu, die Geschichte als biografischen Roman zu erzählen. Vor dem Hintergrund der Zeit (um 1900) möchte sie schildern, „wie es gewesen sein könnte“. Soweit möglich, hat Simon sich an überlieferte Tatsachen gehalten.

Nach vergeblichen Versuchen, das Buch in einem Verlag unterzubringen, schlummerte das Manuskript mehr als fünf Jahre in der Schublade. Doch der Ärger über die geringe Anerkennung, die Käthe Paulus widerfuhr, ließ der Autorin keine Ruhe. Mit dem Medium Internet kam die Idee, das Buch als „E-Book“ selbst zu verlegen. Das ging relativ einfach und war mit geringeren Kosten verbunden. Die Gemeinde Mainhausen unterstützt die Autorin nun dabei, das Werk einem größeren Lesekreis bekannt zu machen.

Über Käthe Paulus schreibt Claudia Simon anerkennend: „Sie war kühn, nicht nur, weil sie vom Himmel sprang. Sie war vor allem deshalb mutig, weil sie sich über die Normen ihrer Zeit hinweggesetzt hat und ihrer Berufung und ihrem Herzen folgte.“

kd

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