Veranstaltung

Mainhausener Kinderchor begeistert mit „Alice und das weiße Kaninchen“

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Schrägen Gestalten begegnete Alice (Josie Linkiewicz, links) bei ihrem Ausflug in den Kaninchenbau.

Nicht nur in Alices Wunderland, auch ins Rampenlicht führt ab und zu ein Weg durch einen Kaninchenbau.

Mainhausen – Dort angekommen ist am Wochenende der Sängernachwuchs aus Mainflingen: Mit „Alice und das weiße Kaninchen“ präsentierte der gemeinsame Kinderchor von Sängervereinigung und Sängerbund seine erste eigene Produktion und verdiente sich im zweimal voll besetzten Bürgerhaus am Samstag und Sonntag wiederholt begeisterten Beifall.

Wiederholt, denn immer wieder honorierte das Publikum besonders gelungene Gesangsleistungen solo oder im Ensemble mit Szenenapplaus - meist solche Lieder und Ideen, die im Original-Musical nach der unsterblichen amerikanischen Kindergeschichte von Lewis Carroll gar nicht vorkommen. Sicherlich - auch in Mainflingen ist die kleine Heldin, die sich auf der Flucht vor Langeweile ins Wunderland verirrt, eine Alice. Josie Linkiewicz lieferte in der Hauptrolle eine eindrucksvolle Vorstellung und meisterte auch längere Monologe ganz allein im Rampenlicht.

Auch die Mainflinger Alice begegnete schrägen Gestalten wie der Katze Dina (Stella Pisch), dem verrückten Hutmacher (Johanna Bettendorf), den sprechenden Blumen (Pauline Weiher, Stella Pisch und Juli Gast), dem Märzhasen (Amanda Göckel), der Eidechse (Jean-Luca Rhein), den Einhörnern (Emilia Kaufmann und Lyah Leithner), dem Bürgermeister Dodo (Tim Rengeo) und selbstredend dem Kaninchen, das es immer eilig hat (Jola Lichtenstein). Der bitterbösen Herzkönigin (Gerlinde Glaser) musste sie sich stellen, bevor sie ihre Mutter (Michaela Kemmerer) wiedersehen durfte.

Paulchen Panther gehört indessen kaum ins originale Wunderland, kam aber zum Finale trotzdem vor („Wer hat an der Uhr gedreht?“). Und das Lied vom Hut mit den drei Ecken kennt zwar jedes Kind, allerdings nicht aus dieser Geschichte. Derlei Freiheiten hatten sich Chorleiterin Denise Oftring genommen, als sie die Musical-Vorlage mit bekannten Kinderliedern, Soundtrack-Schnipseln aus Zeichentrick- und Kultfilmen anreicherte und zur Umsetzung lokale Quellen erschloss. Simon Seipel (Geige), Marius Kemmerer (Saxofon), Maximilian Völk (Gitarre), Christian Frankenhauser (Bass) und Wolfgang Priess (Percussion) hatten klangvolle Unterstützung geliehen.

So gelangen Kunststückchen wie die harmoniebetonte Interpretation von „Weißt Du, wieviel Sternlein stehen“, die sogar ein Violinsolo (Stella Pisch) bot. Fördernd wie die fruchtbare regionale Musikszene wirkte auch der solide Vereinshintergrund: In den Moafährladies, dem Kleinen Frauenchor der SVM, hatten die Kinder einen verlässlichen Rückhalt. Als Hintergrundchor und Taktgeber lieferten die Damen unter der Leitung von Vereinsdirigent Werner Utmelleki nicht nur Volumen und Klangtiefe, sondern auch ein eigenes kleines Stück im Stück mit Walross und Zimmermann (Lissy Wingender und Ute Oftring) und stellten die Schlosswachen (Ute Oftring, Jutta Schade, Angela Weiß und Lissy Wingender). Mit SVM-Urgestein Günther Knies gab es nicht zuletzt einen zuverlässigen Souffleur.

Die größte Leistung haben aus Sicht von Chorbetreuerin Ute Oftring allerdings die Kinder selbst vollbracht. Ein ganzes Jahr lang haben sie nach ihren Worten zweimal wöchentlich geübt, an Samstagen manchmal bis zu drei Stunden und mit zusätzlichen Einzelproben für die Hauptdarsteller. Eine neue Erfahrung für die fünf bis 13 Jahre alten Sänger: Zwar hatte das 2013 gegründete, seit 2016 von Denise Oftring geleitete Ensemble schon früher Auftritte zusammen mit den Großen, etwa vor zwei Jahren bei der Udo-Jürgens-Show der SVM. „Alice und das weiße Kaninchen“ aber war für die meisten der aktuell 14 Akteure der erste Kontakt mit der Schauspielerei.

Einige Rollen hatte die Chorleiterin, die auch das Bühnenbild, Kostüme und Masken erdacht hatte, doppelt besetzt: So wurde die Raupe Absolom am Samstag von Lilly Lippold, am Sonntag von Carina Jäger gespielt. Die Rolle des Grinsers teilte sich Carina Jäger mit Mia Friedmann, neben Dideldei (Juli Gast) spielten erst Mia Friedmann, dann Lilly Lippold den Dideldum.  zrk

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