Alte Luftbildaufnahmen von Mainflingen und Zellhausen

Riesenlücken in den Baugebieten

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Dr. Ludwig Stenger, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Mainhausen, erläutert ein Mainflingener Luftbild aus den 1960er Jahren.

Der Geschichts- und Heimatverein Mainhausen hat aus dem Haus der Stadtgeschichte Offenbach für sein Archiv 16 Dias mit Luftbildaufnahmen der damals selbstständigen Gemeinden Mainflingen und Zellhausen aus dem Jahre 1965 erhalten.

Mainhausen –  Angefertigt hatte die Motive einst die Bildstelle Offenbach. Die Bilder zeigen in hoher Auflösung den damaligen Stand der Bebauung und verdeutlichen, wie stark sich die beiden Gemeinden mit ihrer Umgebung im Verlauf von 54 Jahren verändert haben.

Zu sehen sind in Mainflingen erste Industrieansiedlungen, neue Werkshallen der Firma Grimm und Hensen oder das noch im Rohbau befindliche Rathaus samt Feuerwehrhaus. Die Bongschen Betriebsgebäude stehen noch, ins Auge stechen die riesigen Lücken in den (gerade neu erschlossenen) Mainflingener Baugebieten. Auffallend ist zudem - wir befinden uns noch in der Zeit vor der Flurbereinigung - die kleinzellig aufgeteilte Flur mit verteiltem Baumbestand. Die Mainflinger Seeplatte und der Königssee in Zellhausen sind im Entstehen.

Die Fähre pendelt noch, vor der Ausbaggerung und neuen Schleusen, auf dem Main mit Hochseil und einfacher Rampe. Der gerade vollzogene Abriss des Mainflinger Gemeindehauses, dort hatte man am Ende des 17. Jahrhunderts die erste Dorfschule eingerichtet, hinterlässt eine erkennbare Lücke. Mainflingen hatte um diesen Zeitraum 3017 Einwohner, Bürgermeister war Bert Hessberger. Mainflingen hatte also den Main und die Fähre nach Dettingen, Zellhausen dagegen den Bahnhof mit der Anbindung nach Hanau oder Wiebelsbach-Heubach und den Flugplatz, der am 6. Oktober 1957 mit einem Start des Schulgleiters SG38 „Maawiwwel“ eröffnet wurde.

Die Konturen der heutigen Ringstraße im Ortsteil Zellhausen sind auf der Luftaufnahme schon erkennbar, stellen Erich Hardig (l.) und Norbert Wolf fest.

In der Gemeinde Zellhausen waren Mitte der 60er Jahre 3420 Bewohnen gemeldet. Hans Funkert war damals ihr Verwaltungschef. Am 1. Januar 1977 wurden die beiden einst selbstständigen Gemeinwesen im Zuge der Gebietsreform unter dem Ortsnamen Mainhausen vereint. Parlament und der Gemeindevorstand wurden bis zu den Kommunalwahlen im März 1977 kommissarisch eingesetzt. Aus zwei Gemeindewappen wurde eines.

Nach Angaben der Kreispressestelle in Dietzenbach leben in der Gemeinde Mainhausen derzeit 9 535 Menschen. (paw)

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