Für mehr Transparenz

Landwirte müssen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln melden

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Die Getreidefelder - so wie hier in Zellhausen - sind bereits abgeernet. Wenn im kommenden Jahr auf den von der Gemeinde Mainhausen verpachteten Flächen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, müssen die Landwirte die Verwaltung zuvor informieren.

Mainhausen - Die Landwirte im Ostkreis werden künftig der Mainhausener Bürgermeisterin Ruth Disser mitteilen, welche Pestizide wann auf den Feldern zum Einsatz kommen. Darauf einigten sie sich in einem Gespräch.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stand im Mittelpunkt eines Meinungsaustausches im Rathaus Mainflingen zwischen Bürgermeisterin Ruth Disser, Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und Landwirten aus der Region. Wie bereits berichtet hat die Gemeindeverwaltung Ende vergangenen Jahres den Bewirtschaftern gemeindeeigener Flächen mitgeteilt, dass beabsichtigt sei, den Einsatz von Glyphosat zukünftig über entsprechende Auflagen in den Pachtverträgen auszuschließen. „Gleichzeitig haben wir die Landwirte und Gärtner aufgefordert, uns mitzuteilen, ob bei der Bewirtschaftung überhaupt noch Glyphosat zur Anwendung kommt und in welchen Umfang“, erläutert Disser. Aus den Rückmeldungen seideutlich geworden, dass Glyphosat von den Gärtnern überhaupt nicht und von den Landwirten nicht regelmäßig, sondern nur bei dringendem Bedarf zur Bekämpfung von „Problemunkräutern“ eingesetzt werde. Später wurde noch ergänzt, dass die vorgesehene Klausel in den Pachtverträgen noch dahingehend konkretisiert werden soll, dass auch der Einsatz sonstiger Pflanzenschutzmittel nur im Ausnahmefall zugelassen werden soll.

Die Landwirte in Mainhausen und Umgebung baten daraufhin um ein Gespräch. Die Mainhausener Verwaltungschefin machte dabei deutlich, dass es ihr in erster Linie um Transparenz gehe, da landwirtschaftlich genutzte Flächen zum Teil direkt an Wohngebiete angrenzen und besorgte Bürger zu Recht um Auskunft bäten, welche Pflanzenschutzmittel zu welchem Zweck eingesetzt werden. „Ich erwarte deshalb“, so Ruth Disser, „dass mir die Landwirte diese Informationen vorher an die Hand geben, damit ich besorgten Bürgern entsprechend antworten und eine Gefährdung ausschließen kann.“

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Alle Beteiligten seien daher übereingekommen, dass ein entsprechender Informationsaustausch zukünftig erfolgen soll. Die Landwirte hätten zudem erklärt, dass sie ohnehin zu einer entsprechenden Dokumentation gegenüber der Landwirtschaftsverwaltung verpflichtet seiend. Dieser Nachweis sei allerdings sehr komplex. Dazu kämen noch tägliche Informationen und Empfehlungen des staatlichen Pflanzenschutzdienstes. „Derart umfangreiche Informationen sind für die Gemeindeverwaltung natürlich nicht erforderlich“, betont Disser.

Man habe sich deshalb darauf verständigt, dass die Landwirte zunächst schon am Jahresanfang die bereits absehbaren für die jeweilige Fruchtfolge in jedem Fall erforderlichen Pflanzenschutzmittel der Gemeinde mitteilen. Sei der Einsatz zusätzlicher Mittel im Jahresablauf erforderlich, werde die Gemeinde kurzfristig per E-Mail informiert. Weiterhin haben die Landwirte vorgeschlagen, vermehrt Zwischenfrüchte anzubauen, um den Boden nach der Ernte bedeckt zu halten, damit Unkräuter unterdrückt werden und der Einsatz von Glyphosat entweder überhaupt nicht oder nur in stark vermindertem Umfang notwendig wird. (sig)

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