Sorge um Schwarzhalstaucher

Letzter Brutplatz in Hessen

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Schwarzhalstaucher im Fokus: Lokaltermin von Naturschützern und Politikern an den Tongruben von Mainhausen.

Mainhausen -  Die Naturschützer sind in Sorge um den Schwarzhalstaucher. Beim Ortstermin im Naturschutzgebiet Tongruben in Mainhausen appellierten sie an die Politik, sich mit Gegenmaßnahmen für den Verbleib des Vogels in der Region einzusetzen.

Noch zwei Schwarzhalstaucher schwammen auf der Seefläche, als die Teilnehmer einer von den Kreisnaturschutzverbänden initiierten Infoveranstaltung am Beobachtungspunkt des Naturschutzgebietes „Tongruben von Mainhausen“ eintrafen. Der seit Jahren rückläufige Bruterfolg hat die Verbände alarmiert. Der Tauchvogel brütet in Hessen nur noch an dieser Stelle – und ist auch dort vom Aussterben bedroht. Ursache ist der um etwa zehn Meter angestiegene Wasserpegel in der Grube, der den Vögeln die Nahrungssuche erschwert.

Deshalb fordern Naturschützer bereits seit 2014, dass an den Tongruben Flachwasserbereiche angelegt werden. Dies erfordert eine teilweise Umgestaltung. „Da es sich um ein europäisches Vogelschutzgebiet handelt, ist die Obere Naturschutzbehörde in der Pflicht, eine Verschlechterung des Biotops zu verhindern“, mahnt BUND-Kreisvorsitzender Thorwald Ritter an.

Schwarzhalstaucher im Fokus: Lokaltermin von Naturschützern und Politikern an den Tongruben von Mainhausen.

Zum Ortstermin waren die Mitglieder des Naturschutzbeirates, Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordnete eingeladen. Landtagsabgeordnete Ursula Hammann (Grüne) bestätigte, dass das Regierungspräsidium derzeit eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt, um die Umsetzung der Vorschläge für Flachwasserbereiche planerisch zu prüfen. Im vergangenen Jahr hatte ein Fachgutachten bestätigt, dass dies die Chancen des Schwarzhalstauchers an diesem Standort verbessern kann.

Eleonore und Peter Erlemann, die seit 1999 den Bestand mit durchschnittlich zehn bis 30 Jungvögeln beobachten, registrierten seit 2010 den Rückgang der Bruten auf fünf bis null. Thorwald Ritter kritisiert das „zögerliche Handeln“ der Fachbehörde und hofft, dass den Gutachten und Studien bis Ende des Jahres Taten folgen. Dazu sei auch die Unterstützung der Landes- und Kommunalpolitiker erforderlich. (kd)

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