Schwarze Null steht

Millionen für Umlagen und Kitas

Sanierungsobjekt Sporthalle Zellhausen: Im neuen Haushalt ist für die Fortsetzung eine weitere Million Euro eingeplant.
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Sanierungsobjekt Sporthalle Zellhausen: Im neuen Haushalt ist für die Fortsetzung eine weitere Million Euro eingeplant.

Für eine Kommune ist es kaum mehr als der Betrag für die Portokasse, aber immerhin steht die schwarze Null: Exakt 7 860 Euro Überschuss weist der Mainhausener Haushaltsplanentwurf 2020 aus, den der Erste Beigeordnete Torsten Reuter (SPD) am Dienstagabend im Bürgerhaus Mainflingen einbrachte. 

Mainhausen – Im Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von knapp 22,8 Millionen Euro bleiben wenig Spielräume, doch werde ein Haushaltskonsolidierungskonzept vermieden, merkte Reuter an. Wie jedes Jahr nimmt die Kreis- und Schulumlage einen großen Teil ein, mit 7,3 Millionen Euro fast ein Drittel.

Auf amtlichen Steuerschätzungen beruhen die Einnahmen aus der Einkommensteuer mit knapp 6,4 Millionen und das Gewerbesteueraufkommen mit 4,8 Millionen Euro, von denen wiederum 470 000 Euro ans Land abzuführen sind. Aus der Hessenkasse erwartet Mainhausen 750 000 Euro. Weil die Steuereinnahmen der Gemeinde stark gestiegen sind, fallen die Schlüsselzuweisungen aus der Landeskasse mit 1,2 Millionen Euro deutlich geringer als 2019 aus. Neu ist die Heimatumlage, ausgewiesen mit 287 400 Euro.

Trotz weitgehend stabiler Personalkosten gebe es Mehrkosten durch zusätzliche Stellen in Kitas und Gehaltserhöhungen, sagte Reuter. Auch enthalte der Entwurf Ausgaben für die von Bundes- und Landtag beschlossenen Änderungen bei Fördermaßnahmen wie der Grund- und Qualitätspauschale sowie Zuschüsse im Zuge des Gute-Kita-Gesetzes. „Unabhängig davon sind für die Kinderbetreuung in den kommunalen Kindergärten, der Villa Kunterbunt und den beiden konfessionellen Kindergärten, Zuschüsse von mehr als 2,55 Millionen Euro erforderlich“, erläutert Reuter. 140 000 Euro sind für die betreuenden Grundschulen, 40 000 Euro für kommunale Jugendaktivitäten wie Zirkusprojekt oder Ferienspiele vorgesehen.

Bei den Sachausgaben stehen 70 000 Euro für Straßenreparaturen und 100 000 Euro für den weiteren Ausbau der Straßenbeleuchtung mit LED-Technik bereit.

„Eine beachtliche Summe für eine Gemeinde unserer Größenordnung“ – mehr als 3,3 Millionen Euro – will Mainhausen investieren. Der Löwenanteil fließt in den Kitaneubau (drei Kita-, zwei U3-Gruppen). 150 000 Euro Umbaukosten sind für die kurzfristig geplante Nutzung des Mainflinger Kilianushauses zu Kita-Zwecken vorgesehen.

Für den laut Reuter „dringend erforderlichen“ Ausbau von Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Straßen und Gehwegen sind knapp 1,2 Millionen eingeplant. Eine weitere Million ist zur Sanierung der Sporthalle Zellhausen veranschlagt. 180 000 beziehungsweise 139 000 Euro steckt die Gemeinde in die Ausstattung von Feuerwehr und Bauhof. Bei der Bodenbevorratung für Baugebiete und für Änderungen bei Gewerbegebieten auf Grundlage der Vorkaufsrechtssatzung sind 300 000 Euro vorgesehen. Ingenieurleistungen für den Rathausneubau in Zellhausen kosten 205 000 Euro.

Eine Erhöhung der Grundsteuer ist laut Erstem Beigeordneten so wenig vorgesehen wie die Anhebung der Wasser- oder Müllgebühren. Eine eventuell notwendige Neuermittlung der Kanalgebühren könne allerdings erst nach Feststellung des Jahresergebnisses geprüft werden.

Bei der Gestaltung des Haushalts können sich erneut Bürger mit ihren Ideen einbringen. Unterlagen werden nach Fertigstellung an alle Haushalte verteilt.

VON OLIVER SIGNUS

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